Amtszeit von Torsten Gebhardt „Gestalten und verwalten“ in Röslau

red
Torsten Gebhardt Foto: /pr.

Bürgermeister Torsten Gebhardt zählt viele Maßnahmen auf, die in seiner Amtszeit verwirklicht wurden. Welche Prioritäten setzt er für die kommenden Jahre?

 
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Eine erfolgreiche Bilanz seiner bisherigen Arbeit hat Bürgermeister Torsten Gebhardt bei einer gut besuchten Wahlversammlung der Röslauer SPD im Gasthaus „Zur Sonne“ gezogen. „Gestalten und verwalten, das ist es, womit man einen Ort nach vorne bringt. Und das ist die Aufgabe eines Bürgermeisters, die ich nach meiner Überzeugung in meiner bisherigen Amtszeit sehr erfolgreich wahrgenommen habe“, sagte Gebhardt und nannte dabei eine Vielzahl von Projekten, die in seiner bislang zwölfjährigen Amtszeit auf den Weg gebracht worden seien. Er erinnerte unter anderem an die Neugestaltung des südlichen Ortseingangs auf dem ehemaligen Rossner-Gelände. Die Gründung des Gemeinsamen Kommunalunternehmens Winterling Immobilen, dessen Verwaltungsratsvorsitzender er ist, war laut Gebhardt entscheidend für die positive Entwicklung auf diesem Areal. „Die von Scherdel angemieteten Gebäude wurden an das Unternehmen verkauft, der ehemalige Weißbetrieb wurde abgerissen, um weiteren Platz für die Firma Scherdel zu schaffen und eine bessere Erschließung des ehemaligen Buntbetriebs zu ermöglichen“, sagte der Bürgermeister. Die noch vorhandenen Flächen im Eigentum des gKU seien derzeit vollständig vermietet. Und ganz nebenbei habe sich mit der Etage 4 ein kulturelles Highlight für Röslau entwickelt, das man eher in einer Großstadt als auf dem Land vermuten würde. „Das verstehe ich unter gestalten und verwalten“, betonte Gebhardt.

Erneuerbare Energien frühzeitig angepackt

Als eine der ersten Gemeinden im Landkreis habe Röslau die Straßenbeleuchtung in einem Zug auf LED umgestellt und damit den Stromverbrauch um 70 Prozent reduziert. Auch das Thema erneuerbare Energien sei frühzeitig angepackt worden. „Noch lange bevor von der großen Politik festgelegt wurde, dass Gebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen werden müssen, haben wir in Röslau zusammen mit dem gemeinsamen Kommunalunternehmen Oberes Egertal drei Windräder errichtet und damit schon früh unsere Hausaufgaben für ein Mehr an Klimaschutz gemacht.“

Weiter verwies der Bürgermeister auf die energetische Sanierung der Grundschule und das auf den Weg gebrachte energetische Quartierskonzept, den Bau des Egerradwegs zwischen Franken und Thusmühle und auf das mit höchster Förderung neu geschaffene Freizeitgelände auf der ehemaligen Pappenfabrik. Was schon drei seiner Vorgänger versucht hätten, sei ihm jetzt gelungen: die Grundstücke an der „Hofpeunt“ in Gemeindehand zu bringen. „Damit haben wir jetzt endlich die Möglichkeit, ein neues Baugebiet zu erschließen.“ Viel Geld sei zuletzt auch in den Breitband-Ausbau geflossen, was eigentlich keine vorrangige Aufgabe der Kommune sei.

Kindergarten liegt Gebhardt am Herzen

Sehr am Herzen liegt der Kindergartens „Spatzennest“, dessen Erweiterung und Sanierung voll im Gange sei. „Und all das, was ich aufgezählt habe, wurde erreicht, obwohl die finanzielle Situation zu Beginn meiner Amtszeit nicht besonders gut war und uns von der Regierung in den vergangenen Jahren aufgrund der Stabilisierungshilfen in gewisser Weise Fesseln angelegt wurden“, sagte Gebhardt. Trotz allem sei es gelungen, die Pro-Kopf-Verschuldung von einst 2238 Euro auf 989 Euro am Ende dieses Jahres zu senken.

Als eine der vordringlichsten Aufgaben für die kommenden Jahre sah es das Gemeindeoberhaupt an, die ärztliche Versorgung im Ort sicherzustellen. Alexander Fuchs aus Wunsiedel führe die Praxis von Dr. Herschmann mittlerweile als Zweigpraxis. Es werde sicher nicht einfach, aber er, Gebhardt, werde weiterhin mit allen beteiligten Stellen das Gespräch suchen und dafür kämpfen, dass eine Nachfolgelösung gefunden werde. Mit der Eröffnung des Tante-M-Ladens, für den er sich sehr eingesetzt habe, sei zumindest die Nahversorgung im Ort wieder gewährleistet.

Auf der Liste ganz oben stehe für ihn auch die Ganztagesbetreuung für die Grundschulkinder. In Gesprächen mit der Mittagsbetreuung und dem Staatlichen Schulamt seien bereits erste Schritte unternommen worden, um die Planungen voranzutreiben. Gebhardt: „Es ist aus meiner Sicht die beste Lösung, wenn die Ganztagesbetreuung ebenfalls von der Mittagsbetreuung übernommen und eine Unterbringung in der Schule ermöglicht wird.“

Ausbau der Thusstraße

Dass es nun endlich möglich sei, auch aufgrund staatlicher Förderung den längst überfälligen Ausbau der Thusstraße in Angriff zu nehmen, freue ihn ganz besonders. Gebhardt ist es wichtig, die Anlieger von Beginn an in die Planung mit einzubeziehen. Mit dem Bau solle im Spätsommer 2024 begonnen werden.

In der Diskussion wollte Udo Rothenberger wissen, ob es stimme, dass die Gemeinde einen Beamten einstellen müsse, sollte ein anderer Kandidat als Gebhardt zum Bürgermeister gewählt werden. In der Gemeindeordnung stehe, dass Gemeinden unter 10 000 Einwohnern einen Beamten im gehobenen Dienst haben sollten, wenn nicht der erste Bürgermeister diese Qualifikation besitze, erwiderte Gebhardt. „Ich hoffe aber, dass sich diese Frage gar nicht stellt.“

Thomas Pietz fragte, wer den finanziellen Nutzen von den Windrädern habe. „Das gKU Oberes Egertal, und damit auch die Gemeinde und ihre Bürger“, antwortete der Bürgermeister. Kein Problem gebe es in Röslau mit den etwa 80 bis 90 Flüchtlingen“, betonte Gebhardt auf eine Frage von Karl Käßler. „Das liegt vor allem auch am ehrenamtlichen Engagement.“

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