Amerikaner durchqueren per „Straßenmarsch“ Baltikum und Polen Panzer aus Vilseck im Ost-Manöver

Von Elmar Schatz

Bei Großmanövern demonstrieren Amerikaner und Russen derzeit ihre militärische Stärke. US-Soldaten aus Vilseck in der Oberpfalz nehmen auf Nato-Seite an den Übungen teil. Kremlchef Wladimir Putin hat jetzt eine Überprüfung der Gefechtsbereitschaft im westlichen russischen Wehrbezirk sowie bei der Nordflotte und den Luftlandetruppen angeordnet.

 Foto: red

Die US-Armee setzt derweil ihre Übungen fort. US-Militärfahrzeuge rollen auf einem 1800 Kilometer langen „Straßenmarsch“ (Road March) durch Estland, Litauen und Polen. Dabei kehren die US-Soldaten aus der Oberpfalz mit ihren Stryker-Radschützenpanzern in ihren Heimatstützpunkt Vilseck zurück, teilt Major Martyn Crighton von der US-Armee in Europa dem Kurier mit. Die Vilsecker GIs des 2. Kavallerie-Regiments werden sofort durch frische Kräfte ersetzt, die direkt aus Georgia dort eintreffen. Rund 3000 Soldaten kommen aus den USA. Ein Teil der Verstärkung trifft in Grafenwöhr ein, erklärt Crighton.

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Die Größe des Konvois beim „Straßenmarsch“ sei noch nicht bekannt, betonen die amerikanischen Stellen. Der tschechische Verteidigungsminister Martin Stropnicky spricht von rund 500 Mann Besatzung und 100 Fahrzeugen. Üblich sei eigentlich der Transport der schweren Ausrüstung per Schiff oder auf der Schiene.

„Die Gastgeberländer sind alle in die Planungen einbezogen worden“, erklärt ein Sprecher der US-Armee. Die Übung sei als Zeichen der Verbundenheit der USA mit ihren Nato-Partnern zu verstehen.Der Prager Außenminister Lubomir Zaoralek sagt: „Es zeigt deutlich, dass in der Nato gilt: Einer für alle und alle für einen.“

Tausende russische Soldaten rücken unterdessen zu Manövern aus. Insgesamt seien 38 000 Soldaten, mehr als 40 Schiffe, etwa 15 U-Boote und 110 Flugzeuge in Bewegung gesetzt worden, teilt der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu mit.

Der Befehl des Oberkommandierenden Wladimir Putin sei am Montag um 8 Uhr Moskauer Zeit (6 Uhr MEZ) in Kraft getreten. Bis zum 21. März werde die Kampfbereitschaft überprüft.

Eine der Hauptaufgaben der Nordflotte sei Russlands militärischer Schutz in der Arktis, sagte Schoigu. An der russischen Nordgrenze gebe es „neue Herausforderungen und Bedrohungen“. Russland hatte mehrfach einen Ausbau seiner militärischen Präsenz in der Arktis angekündigt. Dort werden riesige Rohstoffreserven vermutet. Russland erhebt Anspruch auf einen großen Teil dieser Ressourcen. Heimathafen der Nordflotte ist Seweromorsk nahe der Grenze zu Norwegen. Hauptquartier des westlichen Wehrbezirks ist St. Petersburg.

Die Nato hatte Russland zuletzt vorgeworfen, den Westen mit grenznahen Manövern zu provozieren. Russlands Vize-Außenminister Alexej Meschkow kritisiert seinerseits die jüngsten Nato-Aktivitäten im Baltikum. „Solche Handlungen destabilisieren die Lage“, sagt er.

Laut Verteidigungsministerium in Moskau begannen auch in der südrussischen Region Stawropol sowie im Fernen Osten des Landes Schießübungen. Am russischen Stützpunkt Kant in Kirgistan starteten Jagdflugzeuge vom Typ Suchoi Su-25 und Hubschrauber zur Prüfung der Kampfbereitschaft. Zudem nehme im Kaspischen Meer ein russisches Kriegsschiff an Schießübungen teil.

Mit Material von dpa