Turtelnde Seifenblasen
Zweimal turteln sogar Seifenblasen über die Bühne, um die verspielte Liebe zu symbolisieren, die das „Wolferl“ mit dem „Stanzerl“ verbindet. Janina Raspe als Constanze zeigt den Wandel vom naiven Mädchen zur geprüften Ehefrau, die funktionieren muss. Sinnbildlich gebiert sie selbst ihr Kind lapidar: raus mit dem Kissen unterm Bauch, weiter im Text. Doch die Seifenblasen kehren zurück – das „Stanzerl“ hält trotz aller Enttäuschungen an seinem „Wolferl“ fest. Prompt folgt die elementarste aller Enttäuschungen: „Musik ist einfach, die Liebe ist schwer“, sagt das „Wolferl“ und stirbt in „Stanzerls“ Armen auf dem Klavier.
Genie-Geschichte ist Fiktion
Schön schmerzlich-tragisch endet die gut gespielte Genie-Geschichte auf der Wunsiedler Felsenbühne. Wie der 1756 geborene Komponist wirklich mit nur 35 Jahren aus seinem kurzen Leben schied, bleibt unklar. Musikwissenschaftler meinen, Mozart sei keineswegs von Salieri vergiftet worden, sondern einem Nieren- oder Herzversagen erlegen.
Prägt Mythos Mozart
Aber: Peter Schaffers zweiaktiges Schauspiel, das der Luisenburg-Inszenierung wie dem Hollywood-Film zugrunde liegt, verbindet MusikGeschichte so unterhaltsam mit Musiker-Geschichtchen, dass es längst zu den Klassikern des 20. Jahrhundert zählt. Das Stück prägte den Mythos Mozart – und inspirierte Falco zu seinem Hit „Amadeus“. Historische Wahrheit hin oder her – die intrigenreiche Fantasiegeschichte macht sich auf Leinwänden so gut wie auf Brettern, die die Welt bedeuten – auch auf denen in Wunsiedel.