Am Sonntag im Leon’s Typisierungs-Aktion für die kleine Alva

Die Dreijährige aus Herdecke in Nordrhein-Westfalen ist vom Schicksal schwer getroffen worden und leidet unter einer seltenen Erkrankung des blutbildenden Systems. Ihre Oma aus Bayreuth startet am heutigen Sonntag ab 15 Uhr im Leon’s eine Aktion.

Uli Böhner ist Alvas Oma. Sie setzt sich mit einer Typisierungs-Aktion im Leon’s am Sonntag dafür ein, dass ein Stammzellspender für ihre Enkelin gefunden wird. Foto: /Eric Waha

„Wir brauchen möglichst viele junge Leute. Das ist ganz wichtig“, sagt Uli Böhner. Viele junge Leute, die sich am kommenden Sonntag typisieren lassen, um der kleinen Alva zu helfen. Alva ist die Enkelin von Uli Böhner, lebt mit Mama, Papa und Geschwisterchen in Herdecke im Ruhrgebiet – und hat mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen: Sie leidet unter einer schweren Erkrankung des blutbildenden Systems. Deshalb hat Uli Böhner für ihre Enkelin – und alle anderen Menschen, die eine Stammzellspende brauchen – jetzt eine Typisierungs-Aktion unter dem Dach der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) ins Leben gerufen, die am Sonntag, 8. Dezember, ab 15 Uhr dort stattfinden wird, wo sich normalerweise viele junge Leute auf ein Seidla Bier treffen: im Leon’s.

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Der Wirbelwind Alva

Die DKMS wirbt auf ihrer Webseite bereits mit der Typisierungs-Aktion, schreibt liebevoll über „Wirbelwind Alva“, für den es jetzt gelte „Segel zu setzen“ – und sich typisieren zu lassen. Alvas Oma Uli Böhner beschreibt das Schicksal ihrer Enkelin sehr plastisch: Die Familie ihrer Tochter Eva-Maria sei im September gerade mitten im Umzug von Leipzig nach Nordrhein-Westfalen gewesen, „als Alva hohes Fieber und blaue Flecken bekommen hat. Und Bläschen im Mund, wie Mundfäule. Das Fieber ging nicht weg, deshalb ist die Familie ins Krankenhaus mit Alva“, erzählt Uli Böhner. Die Diagnose ist niederschmetternd und stellt das Leben der jungen Familie von einem Tag auf den anderen auf den Kopf: Alva leidet unter einer erworbenen – nicht genetisch bedingten – refraktären Zytopenie des Kindesalters, im Knochenmark sind kaum noch Blutzellen vorhanden.

Zweiter Schock für die Familie

Ein zweiter Schock für die Familie, denn bereits während ihre Mama schwanger war mit Alva, sei ein schwerer Herzfehler bei ihr festgestellt worden, wie Uli Böhner sagt. Jedoch: Das Mädchen entwickelt sich allen Prognosen zum Trotz sehr gut. „Den Kampf um ihr Herz hat sie unproblematisch überstanden.“ Jedoch schlage die Therapie, die sie gegen die lebensbedrohliche neue Erkrankung brauche, derzeit noch nicht an. Die einzige Alternative sei, so schreibt es auch die DKMS, eine Stammzelltransplantation.

In häuslicher Isolation

Die Oma im fernen Bayreuth will jetzt ihren Teil beitragen, um ihrer Enkelin zu helfen, indem sie die Typisierungs-Aktion angeschoben hat. Alva, berichtet Uli Böhner, lebe derzeit in häuslicher Isolation, komme damit auch ganz gut zurecht. Das kleine Mädchen zu sehen, gestalte sich insofern als schwierig, als die Oma „gesund sein muss, wenn ich sie besuchen will. Da ich eine Praxis für medizinische Fußpflege habe und viel mit älteren Leuten zu tun habe, ist das aber wirklich schwierig.“ Nicht nur, weil sie sich um den Laden kümmern muss, sondern weil sie darauf achten müsse, nichts bei der jungen Familie mitzubringen, was das schwache Immunsystem der quirligen Dreijährigen vor große Herausforderungen stellen könnte. „Das letzte Mal, als ein Besuch ausgemacht war, war ich einfach krank“, sagt Uli Böhner.

Möglichst viele sollen kommen

Sie hofft jetzt, sagt sie, dass am Sonntag um 15 Uhr möglichst viele Menschen kommen, um den Abstrich mit dem Wattestäbchen machen zu lassen, sich registrieren lassen und auf dem Weg der passende Stammzellspender für Alva und viele andere Menschen, die auf eine solche Spende angewiesen sind gefunden werden kann. „Im Gassenviertel findet zu der Zeit der Weihnachtsmarkt statt“, sie setze darauf, dass möglichst viele junge, sportliche Menschen vorbeikommen. Für Alva – und die DKMS.