Am Sendelbach und Nordring: An diesen zwei Knackpunkten knobeln die Planer noch So soll Radeln in Bayreuth sicherer werden

Von Frank Schmälzle

Die Radler machen doch ohnehin, was sie wollen. Braucht Bayreuth also ein Radverkehrskonzept? Diese Frage warf BG-Stadtrat Ernst-Rüdiger Kettel (BG) auf, als es im Bauauschuss darum ging, in diesem Jahr weitere 270.000 Euro für sichere Redawege auszugeben. Kettel sagt: An der Bahnhofstraße kann man erleben, wo die Grenzen eines solchen Radverkehrskonzeptes sind. Und doch gibt es Gründe, an der Umsetzung des Padkonzeptes festzuhalten.

An der Bahnhofstraße hat die Verwaltung bereits für mehr Sicherheit für Radfahrer gesorgt. In diesem Jahr soll das Radverkehrskonzept weiter fortgesetzt werden. Dafür sind 270.000 Euro vorgesehen. Foto: Archiv/Eric Waha Foto: red

"Ich bin nicht ganz glücklich", sagt Kettel. Da hat man also die Bahnhofstraße umgestaltet, Radspuren in leuchtendem Rot auf die Fahrbahn gemalt. Und was machen die Radler? Viele fahren weiter auf den Gehsteigen, wie in all den Jahren vorher. "Wenn es die Hälfte ist, die sich an die neue Verkehrsregelung hält, dann ist das viel."

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Deshalb stimmt Kettel im Bauausschuss dagegen als es darum geht, das Bayreuther Radverkehrskonzept nach dem Auftakt im vergangenen Jahr mit der Bahnhofstraße und weiter hinauf über die Bürgerreuther Straße bis an den Fuß der Eubener Straße jetzt fortzusetzen. Alle anderen Ausschussmitglieder sind dafür. Auch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Sie sagt: Bis sich Gewohnheiten ändern, dauert es.

Also sind in diesem Jahr gleich fünf der insgesamt 17 Hauptrouten dran, die die Außenbezirke mit der Innenstadt verbinden und erschließen sollen, was dazwischen liegt:

Die Route nach Destuben:

Auf dem Weg in Richtung Destuben haben Radler zwei Gefahren zu bestehen. Die erst lauert an der Einmündung der Friedrichstraße in den Wittelsbacherring. An dieser Stelle gibt es die unterscheidlichsten Möglichkeiten sind durchzuschlängeln, die schlechteste ist die über den Gehweg. Also, sagt Stadtbaureferent, wird es in Zukunft eine markierte Verkehrsführung für Radler auf der Fahrbahn geben, die von der Friedrichstraße nach links stadtauswärts unterwegs sind. Stadteinwärts bekommen die Radfahrer, die vom Ring in die Friedrichstraße abbiegen wollen, eine Aufstellfläche an der Ampel. Vor den Autofahrern.

Die zweite gefährliche Stelle ist die Überquerung an der Kreuzung Thiergärtner Straße/Universitätsstraße am Rand des Studentenwaldes. Dort wird die Verkehrsinsel breiter. Der größere Schritt: Künftig gibt es keine freilaufende Rechtsabbiegerspur aus Richtung Röhrensee hinauf in Richtung Destuben mehr. Das soll die Autofahrer bremsen und die Straßenbreite verringern. Im Rathaus verspricht man sich davon ein Sicherheitsplus für die Radler.

Die Route aus Mistelbach, Eckersdorf und Meyernberg in die Stadt:

Mit ein paar einfachen Kniffen soll das Radlen hier sicherer werden: Die unübersichtliche Querung des Radwegs mit der Carl-Burger-Straße am Seiteneingang zum Statdfriedhof wird entschärft, in dem der Gehsteig weiter in die Straße hineingezogen wird. Bei nächsten stadtauswärts gelegenen Übergang, dem mit der Scheffelstraße, wird die Verkehrsinsel breiter. An der Meyernberger Straße entfällt der verpflichtende Geh- und Radweg. Was das Sammeln der Radwege und die Weiterfahrt in die Innenstadt angeht, dreht die Verwaltung noch eine Runde: Die Idee, die Fußgängerampel an der Einmündung Ring/Am Sendelbach zu verschieben, die Einfahrt vom Ring aus zu sperren und dort die Radler zu samnmeln, stößt bei Anwohnern auf massiven Widerstand (der Kurier berichtete). Jetzt suchen die Verkehrsplaner nach einer Alternative. Schade eigentlich, sagt SPD-Fraktikonschef Thomas Bauske. Er hält die Ursprungsidee der Verwaltung für gut. Vielleicht bliebt es ja dabei, sollte sich keine bessere Lösung finden lassen.

Die Route nach Cottenbach

Auch für diese Radstrecke sucht die Verwaltung noch nach der besten Lösung. Knackpunkt ist der Übergang über den Nording. Radler, die aus der Innenstadt kommen und in Richtung Cottenbacher Straße wollen, müssen derzeit über zwei Ampeln und zwei Verkehrsinsel, um sich am Ende in den fließenden Verkehr hinein zu manövrieren. An dieser Ecke tut sich ohnehin gerade viel, sagt Stadtbaureferent Striedl. Was sagt er nicht. Dem Vernehmen nach soll ein Grundstück unterhalb des Bezirkskrankenhauses dem Unternehmen Rehau AG als Standort für dessen neue Niederlassung angeboten werden. Also: nochmal neu nachdenken und die Ansiedlung mit einplanen.

Und wenn das alles wieder nicht den Durchbruch bringt, so wie er nach Meinung von Ernst-Rüdiger Kettel an der Bahnhofstraße ausgeblieben ist? Dann, meint BG-Stadtrat Georg Kämpf, müsste mal die Polizei ran. Nicht mit Verwarnungen und Strafzetteln. Sondern mit Erklärungen, wie sich Radfahrer zu verhalten haben.

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