Der Kulturmanager Wolfgang Orthmayr wird neuer kaufmännischer Geschäftsführer am Haus der Kunst in München. Der 59-Jährige werde seinen Posten am 25. Februar antreten, teilte der bayerische Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Dienstag in München mit.

Orthmayr war unter anderem Interims-Geschäftsführer der documenta und am Museum Fridericianum in Kassel. Er wird das Haus der Kunst gemeinsam mit dem designierten künstlerischen Leiter Andrea Lissoni führen, der zum 1. April von der Tate Modern in London nach München wechselt. «Ich verstehe meine Rolle dabei als Möglichmacher, der die künstlerisch Verantwortlichen im Haus mit einer zeitgemäßen Organisation und Struktur unterstützen will», sagte Orthmayr.

Sibler sprach von einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Aufstellung der Leitung. Gleichzeitig dankte er dem bisherigen kaufmännischen Geschäftsführer Bernhard Spies, der sich nach gut zwei Jahren im Amt ohnehin im Frühjahr zurückziehen wollte.

Spies, früher Geschäftsführer der Bundeskunsthalle Bonn, war im April 2018 angetreten, als das Haus in einer schweren Krise steckte. Künstlerischer Leiter war damals Okwui Enwezor, der im Sommer 2018 sein Amt niederlegte und im März 2019 starb.

Spies sollte die maroden Finanzen des Ausstellungshauses aufbessern und verordnete dem Haus einen strikten Sparkurs. Auch Umstrukturierungen wurden angestoßen, die aber auch für Unruhe sorgten. Teile der Belegschaft fürchteten um ihre Arbeitsplätze. Die Leitung sprach dagegen von einem sozialverträglichen Umbau.

Auf das neue Leitungsduo Lissoni und Orthmayr wartet noch eine weitere große Aufgabe: Die dringend notwendige Sanierung des Gebäudes, das die Nazis 1937 errichtet hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es vorübergehend ein Offizierskasino der US-Armee. 1946 gab es außerdem die erste Ausstellung.

Mittlerweile versteht sich das Haus, das keine eigene Sammlung besitzt, als Museum für Gegenwartskunst mit wechselnden Ausstellungen. Aktuell ist dort noch bis zum 26. Januar eine Schau mit Werken von Markus Lüpertz zu sehen.