Die Altstädter haben nicht lange Zeit, dem verpassten Coup nachzutrauern. Bereits am kommenden Freitag steht um 18.30 Uhr das erste Relegationsspiel um den Verbleib in der Regionalliga beim TSV Aubstadt auf dem Plan, am Montag darauf findet das Rückspiel in Bayreuth statt.

„Und das sind beileibe die wichtigeren Spiele als dieses Finale. Was bringt einem der Pokalsieg, wenn man danach absteigt“, brachte der älteste Altstädter Spieler Tobias Ulbricht die Gemütslage auf den Punkt. Der 33-Jährige hatte in der 87. Minute noch die Chance zum Anschlusstreffer, zielte aber, nachdem vorher der Schuss des eingewechselten Kevin Coleman auf der Linie abgewehrt worden war, knapp am Schweinfurter Tor vorbei. „Vielleicht hätte das den Bayreuthern noch einmal einen Schub gegeben“, ließ der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes, Rainer Koch, diese Szene noch einmal Revue passieren, „doch wenn man alle Chancen zusammen nimmt, haben die Schweinfurter verdient gewonnen.“

Schweinfurter Sieg deutete sich langsam an

Und der Sieg des Favoriten hatte sich nach einer gewissen Anlaufzeit auch angedeutet. Bereits der knappe Halbzeitrückstand schmeichelte den Altstädtern, deren Taktik, auf Nadelstiche insbesondere über den flinken Ivan Knezevic zu setzen, gerade einmal bis Mitte der ersten Halbzeit aufging. Da hatten sie durch einen sehenswerten Angriff mit doppeltem Flankenwechsel über den auffälligen Kapitän Kristian Böhnlein und Darius Held in Person von Knezevic das 0:1 durch einen Sonntagsschuss des von Dominik Schmitt zu halbherzig angegriffenen Kevin Fery in den rechten oberen Winkel (8.) ausgeglichen. Doch weckte dieser Treffer den Ehrgeiz der Unterfranken, die immer mehr das Kommando übernahmen. Fery zielte vom Torraumeck nach einer langen Flanke aus dem Halbfeld über das Bayreuther Gehäuse (20.), in der 28. Minute traf Florian Pieper aus stark abseitsverdächtiger Position nur den Pfosten.

Den Altstädtern kam zusehends die Übersicht abhanden, sie gaben zu viele Bälle zu schnell verloren. So auch in der 31. Minute, als Thore Dengler gegen Marco Fritscher zu langsam war und dessen Hereingabe Regionalliga-Torschützenkönig Adam Jabiri freistehend aus acht Metern über den Kasten setzte. SpVgg-Torwart Jonas Hempfling musste in der 33. Minute sein ganzes Können bei einem 20-m-Freistoß von Christopher Kracun zeigen, und 180 Sekunden später klärte Julian Kolbeck einen Pieper-Schuss auf der Linie. Das 1:2 lag in der Luft, und als die Schweinfurter einmal mehr die Bayreuther Deckung ausgehebelt hatten, traf Pieper zum zweiten Mal für den großen Favoriten, der beinahe auch noch das dritte Tor nachgelegt hätte, als Fritscher nur knapp am langen Eck vorbei zielte (42.). „Über diese Minuten werden wir noch reden müssen“, kündigte der neue Altstädter Trainer Josef Albersinger an.

Zum zweiten Mal muss der Pfosten retten

Und auch im zweiten Durchgang lagen die klareren Gelegenheiten aufseiten des Favoriten. Jabiri hätte die Partie bereits in der 54. Minute vorzeitig entscheiden können: Da setzte er einen Flugkopfball nach einer sehenswerten Flanke von Marius Willsch, der ebenso wie Böhnlein auf Bayreuther Seite nach dieser Saison zum TSV 1860 München wechselt, an den Pfosten. Den Altstädtern konnte man mangelnden Einsatz beileibe nicht absprechen, doch vor dem Tor der Gäste blieben die Spitzen weitgehend stumpf.

Daran änderte auch die Einwechslung von Anton Makarenko für Patrick Hobsch (59.) wenig. Zwar gab es die eine oder andere Torannäherung, nennenswert auszeichnen musste sich Alexander Eiban im Tor der Schnüdel nicht. Was Effektivität ausmacht, stellten die Gäste dann bei ihrem 3:1 unter Beweis, als sie eine Blaupause aus der 54. Minute ablieferten. Diesmal verwertete Jabiri die Flanke von Willsch per Kopf zur Vorentscheidung.

In der Folge hatten die Altstädter bis auf die Szene kurz vor Schluss nicht mehr allzu viel entgegenzusetzen und durften sich bei ihrem aufmerksamen Torhüter Hempfling bedanken, dass es bei den drei Gegentreffern blieb. Vor allem in der Schlussphase klärte der 24-Jährige beinahe im Minutentakt.

Statistik

SpVgg Bayreuth: Hempfling – Weber, Kolbeck, Dengler – Schmitt (82. Ulbricht) – Held, Böhnlein Wolf, Weimar (73. Coleman) – Hobsch (59. Makarenko), Knezevic.

FC Schweinfurt 05: Eiban – Fritscher (81. Weiß), Wolf, Strohmaier, Messingschlager – Paul, Kracun, Fery, Willsch – Jabiri (89. Janz), Pieper (50. Kling).

SR: Haslberger (St. Wolfgang); Zuschauer: 3248; Ecken: 4:5.

Tore: 0:1 Fery (8.), 1:1 Knezevic (18.), 1:2 Pieper (40.), 1:3 Jabiri (73.).

Gelbe Karten: Wolf / Messingschlager, Strohmaier.