Altstädter Schützen gehen neue Wege: Biergartenbetrieb und Schützenbier sollen Hemmschwelle senken Mit Geselligkeit zum neuen Mitglied

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Stagnation, im schlechteren Fall sinkende Mitgliederzahlen und natürlich: Überalterung. Das sind die Probleme, mit denen viele Vereine zu kämpfen haben. Den Altstädter Schützen geht das nicht anders. „Wir haben aktuell 109 Mitglieder, die Zahlen gehen seit Jahren nicht nach oben“, sagt Carolus Fischer, seit Januar Vorsitzender des Vereins. Deshalb greifen Fischer und seine Vereinskollegen zu einem Trick: Sie möchten mit einem improvisierten Biergarten und einem eigens vom Altstädter Becher-Bräu Johannes Hacker eingebrauten Schützenbier – „ein Dunkles, das nach dem ersten Seidla nach mehr schmeckt“, wie Fischer mit einem Schmunzeln sagt – die Hemmschwelle Türschwelle umgehen.

Carolus Fischer mit dem Schützenbier, das es samstags vom Fass im neu eingerichteten Biergarten des Schützenheims gibt. ⋌Foto: Waha Foto: red

„Mit dem Biergärtla möchten wir die Leute auf uns aufmerksam machen. Jeden Samstag, wenn das Wetter passt, haben wir bis September Ausschank im Freien“, sagt Fischer. Das Schützenheim im ehemaligen Altstädter Bahnhof, das der Verein nach langen Umbauarbeiten mit viel Eigenleistung 1997 bezogen hat, liegt strategisch dafür richtig günstig: „Es radeln viele gerade am Wochenende Richtung Fränkische, da bietet es sich doch förmlich an, dass man schnell bei uns auf ein Seidla oder eine Brotzeit einkehrt“, sagt der Vorsitzende, der schnell mit den Leuten ins Gespräch kommt und durch seine frühere Trainertätigkeit ebenso wie durch seinen Beruf als Zinngießer-Meister bekannt und gut vernetzt ist in Bayreuther Vereinen. „Mein Ziel ist es, die Leute über die Geselligkeit an den Verein heran zu führen. Und wenn sie sich wohl fühlen hier, dann haben sie vielleicht auch am Schießen mal Interesse“, sagt Fischer.

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Ziel: Junge Leute ansprechen

Wer allerdings durch Gespräche am Biertisch Lust bekommen hat, einmal auf die Scheibe zu schießen, der muss sowieso ein zweites Mal kommen: „Das Bier wäre zwar sicher ein gutes Zielwasser, aber die Waffe darf selbstverständlich nur nüchtern in die Hand genommen werden. Darauf achten wir sehr penibel.“

Es sei sein Ziel, verstärkt junge Leute anzusprechen, „um so die nächste Generation zu ziehen. Denn gut die Hälfte unserer Mitglieder ist über 60“. Es sei wichtig, dass der Verein sich weiter öffne: „Unser Sommerfest im August zum Beispiel ist als Familienfest angelegt. Im Herbst wollen wir ein Bratapfelschießen machen – für jedermann. Wir werden spezielle Scheiben haben, durch die es Überraschungssieger geben wird. Es kann auch ein völlig Ungeübter gewinnen“, sagt Fischer. Die Mitglieder ziehen mit, „im Umfeld merkt man auf jeden Fall, dass sich bei uns was bewegt“. Der Biergarten, der auf dem ehemaligen Bahnsteig angelegt ist, ist bei schönem Wetter gut besucht und auch gut im Vorfeld gebucht.

„Was sich natürlich auch positiv auswirkt: Alles, was wir hier durch unseren persönlichen Einsatz umsetzen, tut unserer Vereinskasse gut. Dadurch können wir uns vielleicht in Zukunft mal das eine oder andere Stück leisten“ – und nicht nur über die Geselligkeit neue Mitglieder gewinnen.

Foto: Waha