„Hou, hou, hou – die Oberpfalz is dou“ Altneihauser zurück bei "Fastnacht in Franken"

Thoralf Lange
Immer für einen bösen Spruch gut: K Foto: dpa/Armin Weigel

Die meistgesehene TV-Sendung aller dritten Programme bekommt Anfang nächsten Jahres ihre Stargäste zurück: Die berühmt-berüchtigte Altneihauser Feierwehrkapell’n wird bei der „Fastnacht in Franken 2023“ wieder dabei sein.

„Den Franken geht’s wie der Ukraine: Man lässt sie gern auch mal alleine. Heuer lass‘ ma uns nicht blicken. Wir werden aber Helme schicken.“

Das war, anfang dieses Jahres, eine offizielle Absage der etwas anderen Art. Die Altneihauser Feierwehrkapell’n hatte die äußerst beliebte TV-Sendung „Fastnacht in Franken“ im Februar 2022 geschwänzt. Das erste Mal – in immerhin 16 Jahren Dauerpräsenz. Nach 23 Monaten Stillstand durch die Corona-Pandemie habe man schlicht und ergreifend keinen sendefähigen Beitrag vorzuweisen, verlautbarte die sonst gar nicht so maulfaule Chaos-Truppe aus der Gegend um Windischeschenbach damals eher kleinlaut. Doch „Fastnacht in Franken“ ohne die „Altneihauser“ und ihre bösartigen Sprüche – vor allem gegen die Franken, aber auch gegen Ober- und Niederbayern – ist nun mal einfach nur halb so gut. Schließlich sucht die Mischung aus politischem Kabarett, Blasmusik, Altherrenwitzen und Slapstick ihresgleichen – und dies nicht nur in Bayern.

Und so ließ sich am gestrigen Dienstag der Bayerische Rundfunk, der die kabarettistische TV-Sendung in Zusammenarbeit mit dem Fastnacht-Verband Franken ausrichtet, zu einer Art Sondermeldung hinreißen: Dass nämlich die berühmt-berüchtigte Truppe mit dem wohl bissigsten Humor überhaupt für die kommende TV-Schau am 10. Februar 2023 im unterfränkischen Veitshöchheim wieder zur Verfügung stehen wird. Schließlich ist „Fastnacht in Franken“ die meistgesehene Sendung in allen dritten Programmen der ARD. Norbert Neugirg, der Kommandant der Truppe, fasste die Wiederkehr seiner Mannschaft etwas kürzer zusammen: „Veitshöchheim ist es wert, dass man kommt – und wieder fährt.“

Und damit da auch ganz sicher nichts dazwischenkommt, verleiht der Bayerische Rundfunk den diesjährigen Fernsehorden der „Fastnacht in Franken“ gleich vorsichtshalber an Neugirg höchstpersönlich – frei nach dem Motto: Dann kann er ja gar nicht anders, als dabei zu sein. Und so dürfen auch in dieser Saison wieder Loblieder auf die Oberpfalz zu hören sein – und Sprüche wie „ganz unten in der Hierarchie kommt die fränkische Prärie“.

Dabei kann es mit der Altneihauser Feierwehrkapell’n auch richtig Ärger geben. Als im Jahr 2018 das Löschkommando eher noch Benzin ins Feuer kippte und auf die bösartigste Weise den Altersunterschied von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und seiner 24 Jahre älteren Ehefrau Brigitte aufs Korn nahm – mit Sprüchen wie „gut eingefahr’ner Schlitten“ – ging das einigen dann doch zu weit. Der Bayerische Rundfunk sah sich anschließend zu einer Stellungnahme genötigt – die Chaostruppe nicht.

Da waren die Spitzen gegen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinen Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) geradezu noch zahm – auch wenn Letzterer das vielleicht anders sehen wird. Legendär Neugirgs Vergleich zwischen dem Wirtschaftsminister und den niederbayerischen Viechern: „Staatsminister, bauernschlau, für Obfelsoft und Drossenbau, Kauderwelsch und Rumgeeier ist ein bekannter Niederbayer. Und bei den Viechern dort zuhaus’ – und genau so schaut er aus.“ Norbert Neugierg schob in der TV-Sendung von 2020 gleich noch nach, „für dieses Schmähgedicht wird der Minister dazu neigen, die Kapelle anzuzeigen. Wobei das Vieh wohl, des Vergleiches wegen, mehr Grund hätt’, sich aufzuregen“.

Die „Fastnacht in Franken“ soll 2023 wieder vor Publikum stattfinden. Oder, wie Norbert Neugirg es einmal formuliert hat: „viel Prominenz – wenig Intelligenz“.

Entschieden ist auch bereits, wer beim Einmarsch in Veitshöchheim das Lied „Es lebe unsere Fasenacht“ anstimmen wird: Norbert Knorr, singender Sitzungspräsident der Karnevalsgesellschaft Nürnberger Trichter. Wer außerdem auf der Bühne präsent sein wird, ist unklar. Bei diversen Sichtungsterminen soll noch „ausgesiebt“ werden. Die Sendetermine der neuen Saison stehen aber zumindest fest: 13. Januar 2023 „Die Närrische Weinprobe“, 27. Januar 2023 „Franken Helau“, 10. Februar 2023 um 19 Uhr „Fastnacht in Franken“ und 19. Februar 2023 „Fastnacht in Franken – jung und närrisch“.

 

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