Als die A 9 gebaut wurde 80 Jahre Autobahn

Als vor 80 Jahren die erste Autobahn Deutschlands gebaut wurde, konnte sich niemand vorstellen, was alles auf das Land zurollt.

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Jahrzehnte später verlangte der Moloch Verkehr den Menschen in Lanzendorf sehr viel ab: Zitternde Kaffeetassen auf den Tischen und ein ständiges Dröhnen Tag und Nacht. Gleich nach der Wiedervereinigung vervielfachte sich der Verkehr auf der A 9. Er machte der maroden Fahrbahn den Garaus und den Anwohnern das Leben unerträglich.

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„Das war eine Katastrophe“, erinnert sich Gerhard Schneider, Himmelkrons Bürgermeister. Er wuchs mit der alten A 9 auf dem hohen Damm auf, der Lanzendorf jahrzehntelang teilte. Schneider erlebte 1997 die Freigabe der neuen Talbrücke weiter östlich. 1999 konnten die Lanzendorfer ihre Wiedervereinigung feiern, denn in dem Jahr verschwand der alte Damm.

6,4 Millionen Euro Sachschaden

Die Fahrzeugmassen, die sich heute über die Magistrale wälzen, machen die beschaulichen Jahre bis zur Wiedervereinigung leicht vergessen. Im vergangenen Jahr krachte es zwischen Gefrees und Hormersdorf mehr als 900 Mal, es gab 240 Verletzte und sogar drei Tote. Die Verkehrspolizei Bayreuth, zuständig für einen fast 100 Kilometer langen Abschnitt, schätzt den Sachschaden vom vergangenen Jahr auf 6,4 Millionen Euro.

Rückblick: Im März 1934 brach die erste Planergruppe von Nürnberg nach Thüringen und nach Bayreuth auf, um das Gelände für die künftige Reichsautobahn zu erkunden. In kürzester Zeit fertigte darauf die „Oberste Bauleitung für Reichsautobahnen“ die Pläne. Am 19. Juli 1934 folgte bei Schleiz der erste Spatenstich. Vorgesehen war zunächst eine Linie von Bayreuth durch die Fränkische Schweiz, hinab ins Wiesenttal, ab Forchheim der Trasse des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals folgend, an Erlangen vorbei und zwischen Nürnberg und Fürth hindurch zur heutigen Linie nach Ingolstadt.

Dieser Verlauf wurde jedoch aufgegeben. Schließlich ergab sich eine Ersatztrasse östlich von Lauf. Eine weitere Änderung bei Fischbach rückte die Trasse fünf Kilometer näher an die Stadt. Damit lag die heutige Linienführung von Bayreuth über Pegnitz-Trockau- Neudorf-Riegelstein-Schnaittach-Lauf-Fischbach-Feucht- Allersberg-Greding-Kinding bis zum Donau-Übergang bei Ingolstadt fest. Der Generalinspektor für das Straßenwesen, Fritz Todt, gab sie 1934 frei.


Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Samstagsausgabe (4. August) des Kuriers.

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