Allgemeine Chirurgie hat mit Oliver Ponsel neuen Leiter und soll jetzt Verstärkung bekommen Neuer Chefarzt braucht zweiten Mann

Von Frank Schmälzle

Dass Oliver Ponsel neuer Chefarzt der Allgemeinen Chirurgie am Klinikum Bayreuth wird, stellt die Krankenhausleitung jetzt vor eine Aufgabe: Sie muss einen Toraxchirurgen, einen Spezialisten für Eingriffe im Brustkorb, finden. Das sagte Klinikum-Geschäftsführer Joachim Haun vor den Stadträten. Das wird das Klinikum eine Menge Geld kosten.

Oliver Ponsel hat darum gekämpft, Chefarzt der Allgemeinen Chirurgie am Klinikum zu werden. Jetzt soll er Verstärkung bekommen. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Die Klinik I am Klinikum Bayreuth bildet beides ab: Torax- und Viszeralchirurgie. Operative Eingriffe im Brustkorb und operative Behandlung der Bauchorgane und des gesamten Verdauungstraktes. Ponsel wird dort Chefarzt, er gilt als guter Viszeralchirurg. „Was tun wir aber in Zukunft, wenn wir zum Beispiel einen Patienten mit Lungenkrebs haben?“, fragt Wolfgang Gruber, Arzt und DU-Stadtrat, bei Hauns Informationsbesuch im Stadtrat. Der Lungenkrebspatient wäre ein Fall für einen Toraxchirurgen. Und Gruber fragt: Wie reagiert die Universität Erlangen, die sich für eine Ausschreibung der am 1. September frei werdenden Stelle und eine Wiederbesetzung mit einem Mediziner mit Professorentitel ausgesprochen hatte?

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Klinik-Chef: "Fertigen Vertrag haben wir noch nicht"

Haun antwortet: „Wir werden alles dafür tun, dass wir auch in Zukunft Toraxchirurgie auf höchstem Niveau anbieten können.“ Man kann sich kurzfristig Partner ins Haus holen. Besser aber sei es, „dauerhaft einen guten Mediziner zu gewinnen“. Im Klartext: Es wird zwar keinen zweiten Chefarzt geben. Aber es wird wohl einen neuen Spezialisten für Toraxchirurgie am Klinikum geben, den das Krankenhaus engagieren und bezahlen muss. „Wir werden das möglichst nahtlos und in Abstimmung mit dem neuen Chefarzt angehen.“ Aber: „Einen fertigen Anstellungsvertrag haben wir noch nicht“, sagt Haun.

Dass die Stellenbesetzung ohne Ausschreibung und mit einem nicht habilitierten Mediziner erfolgt ist, „hat die Beziehung zur Universität Erlangen berührt“, räumt Haun ein. „Wir sind weiter dran an einer universitären Anerkennung.“ Bereits jetzt ist das Klinikum Bayreuth Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen. Langfristig will man in Bayreuth Zweitcampus der Erlanger Medizin-Fakultät werden. Der Bayreuther Klinikchef: „Sollte es zu Irritationen mit Erlangen gekommen sein, ist es unsere Aufgabe, diese auszuräumen.“

So soll das nicht noch einmal laufen

Oliver Ponsel hatte vor acht Jahren eine schriftliche Zusage von dem damaligen Klinikum-Geschäftsführer Roland Ranftl erhalten, in der ihm die Nachfolge von Prof. Klaus Henneking als Leiter der Allgemeinen Chirurgie zugesagt worden war. In den vergangenen Wochen musste Ponsel darum kämpfen, dass diese Zusage eingehalten wird. Er hatte dabei großen öffentlichen Rückhalt. Wiederholen soll sich ein solcher Vorgang nicht. Haun sagt: „Solche Zusagen haben sich nicht bewährt. Wir sollten sie für die Zukunft unterlassen.“

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