"Allgemeinde Gefährdungslage" - Drei Monate lang wird das Haus bewacht - Kosten gehen in die Millionen Security umstellt Festspielhaus

Ein ungewohntes Bild: Angestellte der Sicherheits-Firma Arndt bewachen das Festspielhaus. Foto: Will Foto: red

Erstmals gibt es ein großangelegtes Sicherheitskonzept für die Bayreuther Festspiele. Es begann am Freitag: Mit je 30 Männern und Frauen der Sicherheitsfirma Arndt aus Fürth werden alle Ein- und Ausgänge des Traditionshauses bewacht. Dieses Vorgehen basiert auf einer Einschätzung der Polizei, die nach den Anschlägen von Paris und Brüssel von einer „allgemeinen Gefährdungslage“ ausgeht. Kosten: ein einstelliger Millionenbetrag, den das Festspielhaus trägt.

In neongelben Westen waren die Männer und Frauen gut zu erkennen. Sie stehen seit Freitag bis August rund um das Festspielhaus, Zugänge werden bis dahin mit Zäunen geschützt sein.

Probelauf bis 13. Juni

Zunächst ist ein Probelauf bis 13. Juni geplant. In dieser Versuchsphase, so der Kaufmännische Geschäftsführer des Hauses, Heinz-Dieter Sense zum Kurier, werde kontrolliert, wie viele Sicherheitsleute es braucht. Nach dem 13. Juni werde es ein Gespräch mit der Stadt und der Polizei geben.„Wir brauchen leider eine erhöhte Aufmerksamkeit“, so Sense, „es kann nicht so sein wie immer“. Deshalb sei das „sehr vorausschauende Konzept“ nun in der Umsetzung. Ein Konzept, von dem die Künstlerische Leiterin Katharina Wagner sagt: „Das haben Polizei und Stadt für notwendig erachtet.“ Sprich: Sie hat da eine andere Meinung.

"Dass niemand was reinbring, das da nicht reingehört"

Einer der Sicherheitsleute sagte am Freitag zum Kurier, seine Aufgabe sei zu überwachen, „dass niemand etwas ins Gebäude bringt, das da nicht reingehört – in diesen Zeiten des Terrors“. Im Klartext: Die Männer und Frauen kontrollieren auch, ob jemand einen Sprengsatz hineinschmuggeln möchte. Peter Emmerich, Sprecher des Festspielhauses: „Das wollte niemand und keiner jubelt. Aber wenn das die Einschätzung der Polizei ist und es in Deutschland eine allgemeine Gefährdungslage gibt und man meint, man müsse Festspielhaus und die Spiele schützen – dann haben wir das umzusetzen, um allen, auch denen, die hier arbeiten, das Gefühl größtmöglichster Sicherheit zu geben.“

Zahlen wird die Festspiel-Gesellschaft

Zahlen wird das Sicherheitskonzept laut Heinz-Dieter Sense die Festspiel-Gesellschaft. Sie besteht aus dem Bund, dem Freistaat, der Stadt und der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Im Normalfall sind die Anteile auf 29 Prozent für Bund, Freistaat und Gesellschaft verteilt, 13 Prozent entfallen auf die Stadt Bayreuth. „Ob es auch für diese Kosten einen derartigen Schlüssel gibt“, so Emmerich, „wage ich erst einmal mit einem Fragezeichen zu versehen“.

Das Thema Sicherheit beschäftigt Polizei, Festspielhaus und Stadt schon seit geraumer Zeit. Wie der Kurier berichtete, soll Regisseur Uwe-Eric Laufenberg in seiner neuen Inszenierung von "Parsifal" Religionskritik üben. Laufenberg vor einigen Wochen zum Kurier: „Wenn die Stadt Bayreuth über Sicherheitskonzepte nachdenkt, dann liegt das an der allgemeinen Lage.“ Natürlich drehe sich der Parsifal um Religion. „Und  man sollte sich in Zeiten, in denen Religionen wieder Kriege führen, nicht darüber erregen, dass jemand Wagner noch einmal verdeutlicht.“

 

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