Alles in Weiß Die Bayreuther Tafel in neuem Gewand

Harald Gradwohl, Vertriebsleiter der Firma Hydewa, und Jakob Weiß, Geschäftsführer der Firma WAM, haben mit ihren Unternehmen geholfen, die Bayreuther Tafel zu renovieren. Die Bayreuther Tafel-Vorsitzende Ingrid Heinritzi-Martin, Tafel-Bayern-Vorsitzender Peter Zilles sowie die Mitarbeiter Andreas Cheler und Felix Weidner sind auch zur Übergabe gekommen (von links). Foto: Henrik Vorbröker

BAYREUTH. Gut drei Wochen harte Arbeit liegen hinter ihnen und das Ziel ist fast in Sicht. Die Tafel Bayreuth hat ein umfangreiches Facelifting erhalten, und erstrahlt mit modernen Wandverkleidungen in strahlendem weiß. Die Räume des Gebäudes in der Justus-Liebig-Straße sind jetzt fast fertiggestellt.

Hervorgetan haben sich bei den Renovierungsarbeiten besonders zwei Firmen aus der Region, die mit vielen ehrenamtlichen Helfern des Vereins zusammen angepackt haben. Am Montag inspizierten sie den Fortschritt auf der Baustelle – es fehlen nur noch wenige Handgriffe.

500 Quadratmeter rundum erneuert

Es riecht nach frischer Farbe in den Räumen der Bayreuther Tafel. Noch erzeugen die Schritte in den renovierten Räumen ein hallendes Echo aber die neue Struktur ist schon erkennbar: Die Zimmer sind hell, freundlich und erstrahlen in reinlichem Weiß. Auf 500 Quadratmetern hat der Verein rundum erneuert. Der neue Anstrich sowie der neue gut 20 Quadratmeter große Wartebereich sind dabei aber nur die Spitze des Eisbergs. Das neue Herzstück heißt Glasbord und klebt an den Wänden der Räume: „Das sind glasfaserverstärkte Kunstharzplatten, die wir auf einer Fläche von circa 150 Quadratmetern angebracht haben“, erklärt Harald Gradwohl. Der Vertriebsleiter der Firma Hydewa aus Weidenberg hat die Platten für die Wandversiegelung zur Verfügung gestellt. Sie sind leicht zu säubern und finden vor allem in den großen Lagerräumen der Tafel Verwendung. Dort tauchen sie die Räume in ein steriles Weiß. „So sauber ist es nicht einmal in den meisten Restaurants“, scherzt Peter Zilles. Er ist Chef des Landesverbandes der Tafeln in Bayern und von der Nachhaltigkeit der Spenden überzeugt: „Wir lagern hier sehr viele Lebensmittel. Flecken an den Wänden sind bei dieser Arbeit also praktisch nicht zu verhindern. Die neuen weißen Platten sind super abzuwischen. Somit wird alles auch viel hygienischer“, sagt er und geht durch die weitläufige Lagerhalle.

Neue Lampen aus Spenden finanziert

Verbaut wurden die Wand-Platten von Jakob Weiß und seinem Team der Firma WAM aus Creußen. „Unsere vier Montagearbeiter haben insgesamt rund 150 Arbeitsstunden hier in den Räumen aufgewendet“, sagt Weiß. Gemeinsam mit den Kollegen der Firma Hydewa seien das Personal- und Materialkosten von insgesamt rund 13 000 Euro – alles für die Tafel. Das rechnet die Organisation den Unternehmen hoch an: „Ohne die Betriebe geht es nicht und wir wollen uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken“, sagt Tafel-Bayreuth-Vorsitzende Ingrid Heinritzi-Martin. Denn auch eine komplett neue Licht-Ausstattung gibt es für die Bayreuther Tafel. Hier ist es der Discounter Lidl, der aus Mitteln seiner Pfand-Spenden-Aktion für rund 10 500 Euro neue und energiesparende LED-Lampen für die Zimmerdecken finanziert hat.

140 Ehrenamtliche im Einsatz für die Tafel

Obwohl die Zahl der Bedürftigen etwas zurückgegangen ist, hat das Team der Tafel Bayreuth mit seinen rund 140 ehrenamtlichen Helfern immer viel zu tun: „Wir helfen in der Woche zwischen 500 und 600 Menschen. Da wir davon ausgehen, dass hinter einigen ganze Familien stehen, gehen wir von rund 1200 Menschen aus, denen binnen einer Woche unsere Lebensmittel zugutekommen“, rechnet Peter Zilles vor. Unterstützung bekommen die ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiter dabei „von so ziemlich allen Supermärkten Bayreuths und der Region“, sagt Zilles.

Neue Entlüftungsanlage

Dabei seien die Planungen aber immer saisonbedingten Schwankungen unterworfen. Nach Weihnachten und Ostern gebe es viel Schokolade, im Sommer dafür fast gar nicht, da die Industrie weniger produziere. Auch die Anzahl der Empfänger schwanke ständig: „Unser Geschäft ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Tagesgeschäft“, sagt Zilles – und dafür braucht es Kapazitäten. Deshalb rüstet die Tafel auch in ihrem „Backstage“-Bereich auf. „Hinten haben wir eine neue Entlüftungsanlage eingebaut. Zusätzlich kommt noch eine weitere Kühlkammer hinzu, in der auch gefrorene Lebensmittel gelagert werden können“, sagt Zilles.

Bis Montag, 2. September, stehen noch ein paar letzte Handgriffe an, dann soll schnell wieder eröffnet werden. Anlass zur Freude gibt es für die Bayreuther Tafel aber auch noch aus einem ganz anderen Grund: Die Oberfranken werden in ihrem Gebäude bald auch die Geschäftsstelle des Tafel-Landesverbandes Bayern beherbergen: „Das Büro hinten ist fertig – wir planen bald eine feierliche Eröffnung“, sagt Zilles.

 

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