Alle Schulen am Glasfaser Jetzt passt die Verbindung

Ziehen alle am selben Glasfaser-Strang: Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer, TMT-Geschäftsführer Peter Maisel, Schulreferentin Manuela Brozat, Schulleiterin Daniela Dietel, OB Thomas Ebersberger (von links). Foto: Eric Waha/Eric Waha

Endlich zeitgemäße Verbindung: Die Schulen in Bayreuth, für die die Stadt als Sachaufwandsträger zuständig ist, sind jetzt alle am Glasfaser-Netz angeschlossen. Das bedeutet für die Schulen einen Quantensprung in der Datenmenge. Die Luitpoldschule beispielsweise hatte 16 Mbit. Jetzt müssen nur noch die Endgeräte kommen.

Bayreuth - Für die Schulen in Bayreuth ist es ein Quantensprung. Für die Stadt, die Stadtwerke und den Internet-Dienstleister TMT, ebenfalls aus Bayreuth, hat sich jetzt ein Kreis geschlossen: Mit der Luitpoldschule ist die 23. und letzte Schule jetzt ans Glasfasernetz angeschlossen worden. Die Stadtwerke und TMT, die als Bietergemeinschaft die europaweite Ausschreibung der Stadt gewonnen hatten, haben nicht nur eine Punktlandung geschafft, „wir sind zwei Monate früher fertig geworden als geplant“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer am Donnerstagmittag im Kurier-Gespräch.

Mehr als 50 Kilometer Leitung

23 Schulen ans schnelle Netz zu bringen, das bedeute, „dass wir mehr als 50 Kilometer Glasfaserleitung verlegt haben“, wie TMT-Geschäftsführer Peter Maisel sagt. TMT war dafür zuständig, vom Übergabepunkt der Stadtwerke bis in die Server-Schränke der Schulen zu kommen. Wie Maisel und Bayer sagen, sei hier einer der seltenen Fälle eingetreten, „in denen Corona einen Vorteil hatte: Man konnte in den Schulen arbeiten, ohne bestimmte Zeitfenster einhalten zu müssen. Wir konnten innerhalb von drei bis vier Tagen pro Schule fertig sein.“

Mehr Tempo

Für die Schulen bringt die Nutzung ein deutliches Plus an Geschwindigkeit, an manchen Schulen – wie an der Luitpoldschule – eine erstmals sinnvolle Internet-Nutzung, die gerade in Pandemie-Zeiten mit Distanzunterricht auch schon wichtig gewesen wäre: „Wir hatten bislang hier 16 Mbit“, sagt Daniela Dietel, die Rektorin der Luitpoldschule. Seitenaufbau mit Ruckelbild, keine vernünftige Konversation möglich über den Computer. Die Datenraten lägen jetzt „deutlich über denen eines normalen DSL-Anschlusses“, wie Maisel sagt. Wo viele noch mit 100 Mbit unterwegs seien, „können wir jetzt mit einem Gigabit fahren – symmetrisch. Nicht asymmetrisch.“ Übersetzt in normale Nutzung heißt das: „Alle 10.000 Schüler in Bayreuth können ganz problemlos gleichzeitig im Netz unterwegs sein“, sagt Bayer.

Knapp über eine Million Euro

Die Investition von knapp über einer Million Euro, die Tempo an die Schulen bringt und Arbeiten in Echtzeit am Rechner und am Tablet möglich macht, ist allerdings nur die eine Seite: Noch fehlen – gerade an Schulen wie der Luitpoldschule – die dringend benötigen Schul-Laptops, die sich Schüler auch ausleihen und mit nach Hause nehmen können. „Wir haben 13 Stück bekommen. Eigentlich sind das die aus der Nachbestellung, die ersten 30 haben wir noch gar nicht“, sagt Daniela Dietel auf Nachfrage unserer Zeitung. Man habe sich „in Absprache mit der Wilhelm-Busch-Straße darauf verständigt, Laptops zu nehmen, weil so auch die Eltern der Kinder einmal etwas abrufen können“, sagt Dietel. Die Luitpoldschule ist die Sprengelschule für die Kinder, die mit ihren Eltern in der Asylbewerber-Unterkunft in der Wilhelm-Busch-Straße leben.

Gleiche Ausstattung für alle Schulen

An dem Thema sei man dran, sagt die Schulreferentin Manuela Brozat. Wie bei vielen anderen Dingen auch liege es an dem Problem, „dass wir die Laptops ausschreiben mussten. Und dass gewisse Geräte einfach nicht lieferbar waren über einen langen Zeitraum“. Ja, bestätigt Daniela Dietel, „wenn wir Tablets genommen hätten, wären die schon vorhanden“. Grundsätzlich stelle man gerade diesen Ausstattungsposten auf neue Füße, sagen Brozat und Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU). Man wolle eine Rechnerlandschaft an den Schulen, die kein Geräte-Flickenteppich mehr ist, „wir haben da eine Standardisierung im Kopf und wollen auch Unterstützung für die Schulen über das Medienzentrum, dass eben nicht zu viele verschiedene Geräte im Umlauf sind“.

Vier Stellen für Systembetreuung

Und man wolle, sagt Ebersberger, für die System-Betreuung „vier Planstellen schaffen, die wir qualifiziert besetzen wollen. Was aber bei der aktuellen Marktsituation alles andere als leicht ist“. Ein Punkt, der wichtig ist, wie Daniela Dietel unterstreicht: „Momentan liegt das in meinem Aufgabenbereich, dafür bekomme ich eine Stunde pro Woche angerechnet.“ Unterm Strich, sagt Dietel, sei sie in der glücklichen Situation, „dass sich mein Mann darum kümmert, weil der eine Affinität dazu hat“.

Computerarbeit wichtig für die Zukunft

Dabei ist der Rechner ein wichtiges Arbeitswerkzeug gerade in der Grundschule: Man wolle, sagt Daniela Dietel, den Kindern ein Rüstzeug mitgeben. Spielerisch mit der Nutzung von lese- und Lernwerkstätten am Rechner in den Klassen eins und zwei, in den dritten und vierten Klassen mit Präsentations-Gestaltung, mit Recherche am Computer. „Um ihnen auch zu zeigen, dass nicht alles gut ist, was man im Internet findet.“ dazu sei der Glasfaseranschluss ein großer Schritt zu mehr Möglichkeiten.

Autor

 

Bilder