Alexander Herrmann aus Wirsberg bekommt die höchste Punktzahl Auszeichnung für oberfränkische Köche

Von Martina Bay

Feinschmecker-Region Oberfranken. Die begehrten Auszeichnungen des Restaurantführeres Gault Millau gingen auch an mehrere Gasthäuser in Oberfranken.  Besonders fein schmeckt es demnach im Schlossrestaurant Neudrossenfeld und im Gasthaus Egertal in Weißenstadt. Die höchste Punktzahl holte das Posthotel von Alexander Herrmann in Wirsberg.

Gasthaus Egertal, Weißenstadt

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Mehrere Jahre waren sie nicht im Gault Millau vertreten. Dieses Jahr erhielt das Gasthaus Egertal 13 von 20 möglichen Punkten. 13 Punkte ist nach den Gault-Millau-Kriterien eine "Sehr gute Küche". In ihrem Urteil schreibt die Jury, dass es schön sei, dass Theodor Junior die Küche wieder gourmettauglich gemacht habe.

Rupprecht Junior ist der 29 Jahre alte Theodor Werner Rupprecht, der seit 2010 Küchenchef im Gasthaus Egertal ist. "13 Punkte sind natürlich toll. Es zeigt, dass wir mithalten können", sagt Rupprecht. Dabei war ihm während der Schulzeit noch gar nicht klar, dass er später mal Koch wird. "Ich habe früher nie in der Küche mitgeholfen", sagt er. In der Familie habe es geheißen, dass man zum Koch Talent brauche und er solle doch erst mal Kellner lernen.

Im baden-württembergischen Baiersbronn hat Rupprecht dann seine Kochlehre gemacht. "Ich brauche den Stress und den Druck. Sonst schlafe ich ein", sagt er. Hirschrücken, Gänseleber oder Kabeljau macht er nur für seine Gäste. "Privat gehe ich lieber essen oder mache mir auch mal Dosenravioli." Vor allem bei seinen Arbeitszeiten. Wenn er frühmorgens nach Hause kommt, kocht der Meisterkoch nicht mehr selbst.

Herrmann`s Romantik Posthotel, Wirsberg

Den Leistungsdruck verspürt Chefkoch Alexander Herrmann gar nicht durch die Restaurantkritiker. "Man möchte immer das Beste geben, der Gradmesser ist der Gast", sagt Herrmann.

16 Punkte ("Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität") haben ihm die Restaurantkritiker von Gault Millau gegeben. "Mal bekommt man einen Punkt mehr, mal einen weniger, das gehört dazu", sagt er. Es mache aber keinen Sinn das Wohl der Küche in die Hände des Kritikers zu legen. 

Auch wenn der 44-Jährige viel unterwegs ist, schreibt Gault Millau in seiner Bewertung, dass das junge Team mit viel Herzblut bei der Sache sei. Und wenn Herrmann in Wirsberg ist, zählt für ihn die Arbeit im Team. "Ich bin eher ein Mannschaftssportler. Es ist ein unheimliches Vergnügen im Team einen großartigen Abend zu gestalten."

Schloss Neudrossenfeld

Bewertungen und Preisen hinterherzujagen, das ist längst nicht mehr das Ziel von Chefkoch Heini Schöpf. Da lässt sich der 50-Jährige nicht mehr stressen. "Nach 30 Jahren in der Topgastronomie hat man sein eigenes Ego schon ein bisschen abgegraben", sagt er.

14 Punkte ("Sehr gute Küche") hat das Schloss Restaurant Neudrossenfeld bekommen. In der Bewertung schreibt Gault Millau, dass man in der Perfektion der Garzeiten und der Ausgewogenheit der Aromen den technisch souveränen Koch erkenne. "Die Auszeichnung ist eine Bestätigung", sagt Schöpf. Er glaube auch, dass die Bewertung objektiv sei. Von einer gehobenen Küche nur für wohlhabende Leute hält er gar nichts. "Gott sei dank haben wir ein klassenloses Publikum", sagt Schöpf. Im Restaurant bietet er viel Fisch an, privat schätzt er die gute, alte Hausmannskost. "Ich finde es gut, wenn jemand noch einen Braten oder eine Roullade gut zubereiten kann."

Weiterer Auszeichnungen für Oberfranken: Das Gourmet Restaurant Esszimmer im Romantik Hotel Goldene Traube (15 Punkte) und das Restaurant Ursprung in Presseck. Das Ursprung fiel unter die "Häuser ohne Wertung" und erhielt das Prädikat "einfach gut".

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Info: Deutschlandweit bewerteten die Gault Millau-Tester 923 Restaurants. Nach dem französischen Schulnotensystem vergibt Gault Millau als Höchstpunktzahl 20 Punkte. Die Kriterien sind Qualität und Frische der verwendeten Produkte, Kreativität und Professionalität bei der Zubereitung, Harmonie der Gerichte und der Menüfolge, exakte Gartzeiten und Präsentation der Gerichte. Trotzdem räumen die Tester des Magazins ein, dass bei der Bewertung auch der "persönliche Geschmack" eine Rolle spiele.