Aktionstag gegen Krieg Wandern und Picknicken für den Frieden

Nicole Wrodarczyk
Schon bei der Friedenskundgebung im Februar war für Pascal Hanisch klar: „Wir dürfen die Ukrainer nicht vergessen.“ Foto: Archiv/Ralf Münch

Ein ehemaliger Student organisiert am Sonntag verschiedene Aktionen für Ukraine-Flüchtlinge. Hilfe gibt es von OB Ebersberger und vom Verein Foodsharing. Der umsorgt die Geflüchteten bei einem Picknick.

Sprachbarriere, Angst um die Verwandten, Heimatlosigkeit. Damit schlagen sich gerade Ukraine-Flüchtlinge herum. In fremden Unterkünften, in einem fremden Land. Was kann ihnen helfen? „Wandern“, sagt Pascal Hanisch (32), „Und Picknicken.“ Am Sonntag, 22. Mai, organisiert er eine Friedenswanderung ab 9 Uhr. Zusätzlich gibt es einen Friedenszug durch die Innenstadt. Und ein Picknick auf der Wilhelminenaue. Er will mit vielen kleinen Aktionen hunderte Menschen zusammenbringen.

Vor einigen Wochen schloss Hanisch sein Studium an der Universität Bayreuth ab. Im Master „Internationale Wirtschaft und Governance“ vernetzte er sich mit halb Deutschland. Während der Corona-Pandemie organisierte er Wanderungen für die internationalen Studenten: „Damit sie nicht so isoliert sind.“ Seitdem hört er nicht mehr auf mit Auf-die-Beine-stellen. „Da kamen Leute aus allen Ländern, auch aus der Ukraine und Russland.“, sagt Hanisch. Unter den Studenten sollen Freundschaften entstanden seien.

Jetzt, sagt Hanisch, sei die beste Zeit für solche Freundschaften. Auch er stand bei der Friedenskundgebung im Februar in der Maximilianstraße. Auch er sah die Bilder der Kriegsverbrechen in Butscha. Doch mit der Zeit verschwindet das Thema aus seiner Facebook-Timeline, aus den Zeitungen. „Das finde ich einfach schrecklich. Krieg sollte niemals Normalität werden.“ Deswegen tat Hanisch, was er immer tat: Netzwerken und ein Event auf die Beine stellen.

Der Plan steht: eine Friedenswanderung auf die Theta. Er ging zur Dreifachturnhalle am Roten Main, wo die Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht werden. Dort sieht er: „Es sind hauptsächlich Kinder und Mütter untergebracht. Die werden kaum zweieinhalb Stunden wandern.“

Eine andere Lösung musste her. Eine Demonstration zum Beispiel, am besten mit Rednern. Hanisch netzwerkt wieder, organisiert einen Poetry Slamer. Schließlich schafft er es, dass Oberbürgermeister Thomas Ebersberger die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernimmt. Der OB wird am Sonntag um 13 Uhr die Kundgebung im Ehrenhof eröffnen. Und möchte dann das Wort an die Bayreuther Integrationslotsin Silvia Herrmann und an ukrainische Friedensaktivisten übergeben. Wer dennoch auf die Theta will, trifft sich mit Hanisch am Sonntag um 9 Uhr im Ehrenhof.

Danach gibt es einen Friedenszug, alle Bayreuther können sich anschließen. Über den Sternplatz geht in Richtung Wilhelminenaue. „Dort gibt es ein großes Picknick mit kostenlosem Essen für die Geflüchteten.“ Bereitgestellt werde dies vom Verein Foodsharing. Hanisch ist dort als Bayreuther Botschafter aktiv. Der Durst wird von einer Metzgerei und einem Getränkelieferanten gestillt.

All das, um „ein großes gemeinsames Miteinander“ auf die Beine zu stellen. Es geht um Solidarität, um Rückhalt, um Integration. Eine Wanderung, eine Kundgebung, ein Picknick. Für die Flüchtlinge und für den Frieden. Sie sollen wissen, dass sie hier willkommen sind. „Dass wir sie nicht vergessen haben“, sagt Hanisch.

 

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