In den Jahren 2023 und 2024 gerieten die Muttergesellschaft Baywa AG und Tochterunternehmen jedoch simultan in große Schwierigkeiten: Die AG konnte die Zinskosten der über fünf Milliarden Euro Finanzschulden nicht mehr tragen, die der Konzern im Zuge der von Lutz geleiteten kreditfinanzierten Auslandsexpansion aufgehäuft hatte. Die r.e. hatte ihr Geschäft ebenfalls mit Hilfe von Darlehen aufgebaut, und wurde außerdem von der US-Politik in Mitleidenschaft gezogen: Präsident Donald Trumps Kürzung der Zuschüsse für den Ausbau der erneuerbaren Energien verhagelte der r.e. den Ausblick. Deren Vorstand geht aber davon aus, dass das Unternehmen bereits im nächsten Jahr einen operativen Gewinn erwirtschaften kann.
Baywa will sich auch von Heizöl und Pellets verabschieden
Die Mutter Baywa AG jedoch will sich in den nächsten Jahren vollständig aus dem Energiegeschäft zurückziehen. Neu an dem geänderten Sanierungsplan ist auch, dass 2029 der Bereich Wärme und Mobilität verkauft werden soll. Das umfasst mehrere disparate Geschäfte vom Heizöl- und Holzpelletverkauf bis zum Bau von Ladeparks. Sofern die Sanierung planmäßig verläuft, wird die einst von Lutz angestoßene internationale Expansion vollständig rückabgewickelt und die Baywa am Ende wieder ein weitgehend auf Deutschland beschränktes Unternehmen sein.
"Klarer Fokus auf Agrarhandel, Landtechnik und Baustoffe", sagte GVB-Präsident Müller. "Dieses Geschäftsmodell hat die Baywa über Jahrzehnte getragen und kann profitabel in die Zukunft geführt werden." Ende 2023 beschäftigte der Konzern weltweit über 23.000 Menschen, am Ende sollten es nach dem ursprünglichen Sanierungskonzept noch etwa 8.000 sein.