Dass ein einziger Vogel die Sportszene einer Stadt in Angst und Schrecken versetzt, kommt sicherlich nicht häufig vor. Daher wandten sich die Verantwortlichen der Stadt Wunsiedel in ihrer Not an die Regierung von Oberfranken um Rat, was sie gegen den aggressiven Rotmilan im Stadion unternehmen sollen. Die obersten Naturschützer im Bezirk antworteten mit einigen ungewöhnlichen Ratschlägen. Wie Regierungssprecherin Sabine Kerner auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, gehen auch die Experten der Regierung davon aus, dass der Vogel angefüttert worden ist. „Dies könnte das territoriale Verhalten zur Verteidigung eines ertragreichen Nahrungshabitates erklären. Auch ist eine Nestverteidigung denkbar. Da Rotmilane dabei öfters Scheinangriffe fliegen und diese auch zu Zusammenstößen führen können, wäre vor einem Fang die nähere Umgebung auf Nester abzusuchen.“ Die Naturschützer der Regierung haben der Stadt empfohlen, die Anfütterung dauerhaft zu unterbinden. „Weiterhin wurde als gegenüber einem eventuellen Fang schonendere Variante sofortige Vergrämungsmaßnahmen etwa durch wiederholtes Abspritzen des Vogels mit einem Wasserschlauch ausdrücklich empfohlen und als naturschutzrechtlich zulässig bestätigt. Parallel dazu werden wir fachliche Erkundungen einholen, inwieweit mit den Maßnahmen eine dauerhafte Lösung erreicht werden kann, da uns in Oberfranken keine gleichartigen Fälle bekannt sind.“