Ärger mit Facebook-Gruppe Share and Care: Pottensteinerin verschenkt Haushaltswaren und handelt sich Strafe ein

Von Ines Dicker

Über die Facebook-Gruppe "Share and Care Pegnitz" hat eine Pottensteinerin Küchenutensilien, einen Pulli und einen CD-Player verschenkt. Die Beschenkte entsorgte die Dinge illegal in der freien Natur. Jetzt muss die Pottensteinerin Strafe zahlen.Tipps zum sicheren Verschenken

Screenshot: red Foto: red

 

Nach der Werbung weiterlesen

Über einen Post auf der Facebook-Seite „Share and Care Pegnitz“ war die Pottensteinerin auf die Frau aufmerksam geworden. „Ich dachte mir, da sucht jemand, der nach einer Trennung einen Neuanfang macht. Ich war in der gleichen Situation und meldete mich, um ihr Sachen anzubieten.“ Für ihren eigenen Neustart hatte sie von einer Bekannten aus Hessen einen großen Karton mit Nützlichem bekommen. Was sie selbst nicht brauchte, wollte sie weitergeben.

Löschen der Facebook-Nachricht ein Fehler

Nachdem über Facebook einige Nachrichten hin und her gegangen waren, traf sie sich mit der aus dem Raum Pegnitz stammenden Frau. „Sie hat auf mich einen ganz normalen Eindruck gemacht, Mitte 20, da war nichts Auffälliges“, erinnert sich die Geschädigte. "Ich habe ihr einen CD-Player, eine Kapuzenjacke und ein paar Küchenutensilien geschenkt.“

Damit war der Fall für die Pottensteinerin erledigt. Sie löschte die Nachrichten auf Facebook. Ein Fehler. Denn etwa eine Woche später rief ihre Bekannte aus Hessen an, stinksauer. Die Polizei Pegnitz hatte sich bei ihr gemeldet, nachdem auf einem Parkplatz bei Pottenstein ein Karton mit einem CD-Player, einem Pullover, Küchenutensilien gefunden worden war, darauf ein Adressaufkleber der Hessin.

Im Visier der Stadt

Der Pottensteinerin drohte eine Strafe wegen illegaler Müllentsorgung. Als letzte auszumachende Besitzerin ist sie für die Geschenke im Karton verantwortlich. Mit etwa 600 Euro Entsorgungskosten rechnete sie nach einer Internetrecherche -  ein Horror, arbeitet sie doch lediglich in einem 450-Euro-Job. "Das hätte mir den Boden unter den Füßen weggerissen", sagt sie. Als der Brief von der Stadt Pottenstein kommt ist sie trotz allem Ärger erleichtert: Sie muss "nur" 65 Euro bezahlen.

Andreas Berner, der in der Hauptverwaltung der Stadt Pottenstein tätig ist, erklärt: „Wir haben da auch nur unseren Aufwand gerechnet. Die Strafe ist wirklich gering gehalten.“

Im Visier der Polizei

Auch vor einer Anzeige seitens der Polizei hatte die Pottensteinerin Angst. „Normalerweise wird in einem solchen Fall eine Ordnungswidrigkeitsanzeige an das Landratsamt weitergegeben, dort wird der Fall geprüft und gegebenenfalls ein Verwarnungsgeld erhoben“, sagt Roland Schmitt, Leiter der Polizeiinspektion Pegnitz. Das Verwarnungsgeld liege dann im zweistelligen Bereich, "je nachdem, ob es zum Beispiel umweltgefährdendes Material ist oder die Sachen in einem Wasserschutzgebiet gefunden wurden.“ Für die Pottensteinerin gab es Entwarnung: Die Anzeige wurde eingestellt.

Ein gutes Ansinnen. Viel Ärger. „Sie hätte die Sachen doch gleich ablehnen oder einfach weiterverschenken können“, sagt die Pottensteinerin.

Von dem unglücklichen Vorfall lässt sich die Pottensteinerin nicht vom Weiterschenken über die Facebook-Gruppe abhalten. „Aber ich bin vorsichtiger, schenke eigentlich nur noch an Bekannte. Und letztens habe ich einer Unbekannten einen Tisch nach Auerbach gefahren, damit ich weiß, wie sie heißt und wo sie wohnt.“

Genau der richtige Weg, sagt Roland Schmitt von der Polizei. Denn auch ohne Adressaufkleber könne man Spuren hinterlassen, „in jedem Fall DNA-Spuren“, so Schmitt. Wer etwas verschenken will, solle immer genau prüfen, wem man etwas überlässt, am besten mit Namen und Adresse. Denn als letzter Besitzer, den man herausfinden kann, ist man, so Schmitt, immer für das verantwortlich, was mit der Sache danach passiert.