Ära Hümmer endet Martin Dannhäußer neuer FWG-Vorsitzender

Martin Dannhäußer (Dritter von links) ist der neue Vorsitzende des FWG-Kreisverbandes. Neu gewählt als seine fünf gleichberechtigten Stellvertreter wurden (von links) Hartmut Stern, Florian Wiedemann, Martina Meyer-Gollwitzer, Stefan Frühbeißer und Gernot Hammon. Foto: Stefan Brand

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Landkreis Bayreuth hat einen neuen Vorsitzenden. Er heißt Martin Dannhäußer und beerbt Hans Hümmer.

Hümmer hatte bereits vor der jüngsten Kommunalwahl angekündigt, bei der nächsten Vorstandswahl nicht mehr anzutreten. Diese ging am Dienstagabend bei der FWG-Kreisversammlung im Trockauer Pfarrheim über die Bühne. Dannhäußer – vorgeschlagen von Landrat Florian Wiedemann – war der einzige Kandidat, von den 68 wahlberechtigten Mitgliedern – der Kreisverband zählt rund 430 – erhielt er 61 Ja-Stimmen, drei votierten mit Nein, eine Stimme war ungültig, dazu kam eine Enthaltung - und je einmal wurden Hans Hümmer und Yvonne Dannhäußer auf den Wahlzettel geschrieben.

Nach Hümmers Ansage habe man „in der FWG geschaut, wer könnte es machen“, gab Dannhäußer im Gespräch mit dieser Zeitung in die Vorgeschichte. Da er nach einem krankheitsbedingten Rückschlag wieder fit sei, habe er entschieden, sich zu bewerben. Und zwar in Absprache mit Landrat Florian Wiedemann und Hans Hümmer.

Verhältnis zu Hümmer „nicht schlecht“

Apropos Hümmer. Entgegen anderslautenden Meinungen „habe ich kein schlechtes Verhältnis mit ihm, ich stehe nur manchen seiner Aussagen kritisch gegenüber“. Heißt: Man schwamm nicht immer auf einer Wellenlänge, gerade in der Kreistagsfraktion der Freien Wähler, deren Sprecher Hümmer ist. Dannhäußer spricht von „unruhigen Zeiten, in der sowohl Landrat wie auch die Fraktion verschiedene Erfahrungen machen durften“.

Weg von der One-Man-Show

Der 48-Jährige hofft jetzt auf nach der Unruhe auf „ruhige Fahrwasser“. Und darauf, „dass jetzt wieder die politischen Dinge in den Vordergrund treten“. Die Freien Wähler müssten lernen, mit einer neuen Situation umzugehen. Damit, „dass wir jetzt den Landrat stellen und nicht mehr reine Opposition sind“. Mit ihm als Chef werde sich die Arbeit der FWG grundsätzlich ändern, weg von der „One-Man-Show“, hin zu mehr Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Fraktion - „und auch mit den Ortsverbänden“. Es gehe um mehr Miteinander. Und, ja, er verstehe sich da schon als Koordinator, „das war auch die Überlegung von anderen Leuten, die mitmachen und etwas voranbringen wollen“.

Landrat wäre „nie ganz neutral“

Und warum macht Florian Wiedemann nicht die neue Kraft an der Spitze? Ganz einfach, sagt der Creußener Bürgermeister, „weil er da nie ganz neutral sein könnte und irgendwie immer befangen wäre“. Ob es ihm gelinge, seine Ziele zu verwirklichen, wisse er nicht. Aber er werde sich darum bemühen, sagt Dannhäußer, der seit 17 Jahren Schriftführer der Kreis-FWG ist, „die ich auch mit aufgebaut habe“.

Hümmer: „Wurde nur in Kenntnis gesetzt“

Nicht zuletzt sei er gut vernetzt. Schon „von früher her“, durch seine Aktivitäten beim Regionalverbund Neubürg und bei der Wohlfühlregion Fichtelgebirge. Klar, die Freien Wähler hätten bei der Kommunalwahl Absichten und ein Programm formuliert. Aber die Tatsache, dass einer aus ihren Reihen nun Landrat ist, bewirke, „dass man auch mal andere Wege gehen muss, um ans Ziel zu kommen“.

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