„Trotz der Corona-Krise war es für den KSB-Konzern insgesamt ein gutes Jahr, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so Timmermann. Allerdings sei die Muttergesellschaft, die KSB SE & Co. KGaA, zu der auch die Standorte Pegnitz, Halle und Frankenthal seit Jahren defizitär. Deshalb wolle man bis zum Jahr 2023 Punkte angehen, wo Verbesserungsbedarf – Kostensenkung und bessere Einnahmemöglichkeiten – besteht.

„Wir müssen die Zahlen wieder in den schwarzen Bereich bringen, sagt Timmermann.“ Dies betreffe zum einen die Nukelararmaturen für Asien. Man werde hier nur noch den Auftragsbestand betreuen, aber an keinen Neuausschreibungen mehr teilnehmen. Der Bereich der konventionellen Armaturen werde unverändert weitergeführt.

„In unsere Gießerei, die letzte große in Deutschland, haben wir in den vergangenen Jahren viel investiert“, so Timmermann, „aber sie war letztendlich nicht profitabel.“ Deshalb werde man hier ebenfalls bis 2023 den Grauguss – für Standardpumpen – an externe Dienstleister vergeben.

Hier seien noch drei Anbieter im Rennen, so Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Pegnitzer Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Kormann. Alle drei Anbieter sind in Deutschland ansässig und produzieren dann aber am Standort Pegnitz.

Konzentrieren wolle man sich künftig auf den Stahlguss, erläutert Timmermann. „Pumpen werden zum Fördern der  unterschiedlichsten Medien eingesetzt, von normalem Wasser bis zu aggressiven Chemikalien“, so Standortleiter Harald Hofmann. Bei aggressiveren Medien, wie zum Beispiel Säuren, brauche es deshalb entsprechend stabile Werkstoffe. „Für jede Anwendung also ein entsprechender Werkstoff“, so Hofmann. Der Stahlguss sei wesentlich aufwändiger und erfordere mehr Wissen und technisches Know-how, ergänzte Kormann.

Für beide Bereiche – Gießerei und Armaturenfertigung – habe man deshalb diese Woche eine Betriebsvereinbarung abschließen können, dass die insgesamt 45 betroffenen Mitarbeiter, innerhalb des Standortes Pegnitz in andere Bereiche beziehungsweise in Altersteilzeit oder Vorruhestand wechseln.

„Die Nachfrage nach Altersteilzeit ist hier höher, als wir sie anbieten können“, so Kormann. Wichtig sei auch, dass man die Auszubildenden auf diese Weise weiterqualifizieren könne, ergänzte Standortleiter Hofmann.

Alle Mitarbeiter seien in der vergangenen Woche über die beschlossenen Änderungen informiert worden. Timmermann und Kormann zeigten sich sehr zufrieden, dass trotz der gegenwärtig widrigen Umstände eine einvernehmliche Lösung zwischen Unternehmen und Betriebsrat gefunden wurde.