
Markus Bock in der "Corona" im Ailsbachtal. Foto: Hannes Huch
"Es wurde von mir erwartet"
Bock über seine Begehung der „Action Directe“: „Zu dem Zeitpunkt hatte ich 95 Prozent der Top 100 Routen schon geklettert. Die 'Action' war eine der letzten Routen in diesen Schwierigkeitsgraden, die nicht von mir erstbegangen waren. Wenn man in diesem Schwierigkeitsbereich klettern kann, sollte man sie probiert haben. Und es wurde auch von mir erwartet. Ich habe mich dem Druck entzogen und gesagt: Ich klettere sie, wann ich es will.“
Bock sieht den Weg seines Freundes Milan Sykora grundsätzlich als absoluten Klassiker an: „Sie wird auch zukünftig ein Meilenstein sein.“ Und doch hat Bock zur „Action Directe“ ein zwiegespaltenes Verhältnis: „Der Hype um Güllichs Tour geht mir manchmal auf die Nerven. Es ist nämlich danach noch einiges passiert.“ Schon ein Jahr nach seiner Begehung am Waldkopf toppte Bock Güllich: Gegenüber der Burg Rabenstein kletterte er als erster die Tour „Corona“. 15 Jahre hatte die „Corona“, erschlossen von Andi Hofmann, auf die Erstbegehung gewartet. Sie ist ein Stück schwerer und mit 11+ bewertet.
Der Blockheld hat noch Sponsoren
Güllichs Sprung in eine neue Dimension war auch für das Sportklettern ein Sprung nach vorne: Heute können Extremkletterer von ihrem Sport leben. Klettern wurde zum Breitensport, Sponsoren suchen Zugpferde. Bock hat auch heute noch diverse Sponsoren, die renommierte Bergsportfirma Salewa ist sein Hauptsponsor. Und doch sagt er: „Ich arbeite drei Tage in der Woche.“ Er ist bei der Boulderhalle „Blockhelden“ in Bamberg angestellt, kümmert sich um den Shop für Kletterzubehör, schraubt regelmäßig neue Routen in der Halle. „Ich wollte nie 100-prozentiger Profi sein und nur mein Geld mit Klettern verdienen. Ich hätte Profi sein können, wenn ich gewollt hätte. Mir war es aber wichtiger, auf mehreren finanziellen Standbeinen zu stehen.“

Markus Bock in der Boulderhalle in Bamberg. Foto: Manfred Scherer
Markus Bock hat eine Familie. Seinen kleinen Sohn nimmt er regelmäßig mit an die Felsen. Mit der Familie hat er etwas erreicht, was Güllich verwehrt blieb. Kurz vor seinem Tod hatte Güllich geheiratet. Fotograf Gerhard Heidorn erinnert sich: „Er wollte ein Haus bauen.“ Es kam anders.
Die Fränkische Schweiz ist und bleibt ein Paradies für Kletterer. Gerade erst ist ein neuer Felsen für Kletterer erschlossen worden.
Was die Sportler an ihrem Hobby so fasziniert (und wie das aus ihrer Perspektive aussieht), zeigt unser Video.