Die GBW verwaltet 2600 Wohnungen in Bayreuth, darunter 1450 eigene. Als bezeichnend für das Vertrauen der Bayreuther in die Genossenschaft wertet Keil, dass die GBW aktuell 2064 Mitglieder hat, „darunter viele Fördermitglieder, die Anteile zeichnen, obwohl sie selber gar keine Wohnung bei uns haben. Und während die Zahl der Mitglieder leicht gesunken ist, ist die Zahl der Anteile leicht gestiegen.“
Wie in den vergangenen Jahren habe die Mitgliederversammlung, die vor kurzem getagt hat, erneut entschieden, keine Dividende an die Anteilseigner auszuschütten. „Stattdessen wird es ein Fassadenprogramm geben. Im vergangenen Jahr war die Dividende zur Stärkung der Rücklagen für die untere Herzoghöhe angelegt worden“, sagt Keil. Er wertet das als „starkes Zeichen genossenschaftlichen Handelns. Man behält Geld im Unternehmen, das man als Dividende ausschütten könnte, um es dem Allgemeinwohl zur Verfügung zu stellen.“ Der Prüfungsverband, der die Bilanzen der GBW prüfe, erwähne das stets lobend. „Wahrscheinlich eine typisch fränkische Tugend“, sagt Keil. „Die andere Genossenschaft, der Bauverein, macht das ähnlich.“
Die GBW habe in den vergangenen 13 Jahren seit 2000 rund 48,5 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Häuser gesteckt. Allein im vergangenen Jahr flossen nach Keils Angaben 4,3 Millionen in die Modernisierung verschiedener Mehrfamilienhäuser. 61 Cent eines jeden Euro Mieteinnahme fließe in die Sanierung, „das ist vergleichsweise hoch“, sagt Keil. Dennoch liege man mit der Miete pro Quadratmeter von durchschnittlich 3,98 Euro deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 5,30 Euro. „Das wollen wir halten. Dazu müssen wir aber auch die Kapitalkraft halten, um investieren zu können.“
Eine der Investitionen, die die GBW über die Modernisierung hinaus massiv beschäftigen wird in den kommenden Jahren, ist das Projekt untere Herzoghöhe – „ein Modellprojekt“, wie Ulrike Färber vom Münchner Büro AGS sagt, die die Rahmenplanung jetzt abgeschlossen hat: Zwischen Lippacherstraße und der Dr.-Würzburger-Straße wird das Quartier komplett erneuert. „Der Rahmenplan ist die Grundlage für die Feinplanung, die in diesem Jahr beginnen soll“, sagt Keil.
Mit dem Neubau will man 2016 starten, die Genehmigung für das Projekt will man 2015 bekommen, „weil 2016 eine weitere Verschärfung der Energieeinsparverordnung kommt, die das Bauen um 30 Prozent teurer machen dürfte“. Während die Kosten – „Wir wollen jedes Jahr ein bis zwei Häuser bauen“ – erst nach den Architektenplänen stehen, ist klar, wie man bauen will: „Kleine Einheiten. Um dem zukünftigen Problem der geringen Einkommen der älteren Generation gerecht zu werden.“
Ulrike Färber sagt, man habe das Gebiet, „in dem die GBW fast alles besitzt, untersucht mit Blick darauf, was sanierungswürdig und städtebaulich erhaltenswert ist“. Das Ergebnis: „Es wäre gut, wenn man auf dem alten Konzept aufbauen könnte.“ Etwa zwei Drittel der alten Häuser werden Neubauten weichen, nicht zuletzt um dem Programm Energieeffiziente Quartiere gerecht werden zu können. Die GBW beabsichtigt, die Häuser in Massivbauweise zu bauen, „ökologische Materialien, styroporfrei, mit 50 Zentimeter Mauerwerk“, wie Färber sagt. Das Grün im Quartier bleibe erhalten. „Die Qualität des Quartiers wird nicht zugeplant, obwohl man 20 Prozent mehr Wohnraum erreichen wird.“
Im September werde eine Mieterversammlung stattfinden, bei der die betroffenen Mieter informiert werden. Ziel sei es, den ersten rund 30 Mietern für die Zeit des Neubaus Wohnungen innerhalb der Genossenschaft anzubieten. „Ziel ist, die Mieter zu halten“, sagt Keil. Es werde auch eine Ansprechpartnerin eingesetzt, die sich ab September rein um dieses Thema kümmern werde. Ende 2015 soll das erste Haus abgerissen werden.