Aufwendige Bergung A93: Sattelzug droht Böschung hinabzustürzen

Redaktion , aktualisiert am 20.01.2022 - 13:52 Uhr

Unfall am Donnerstagmorgen auf der A93 in Richtung Norden kurz vor der Anschlussstelle Schönwald. Ein Sattelzug droht die Böschung hinunterzustürzen.

Schönwald - Unfall bei Schnee und Eis am Donnerstagmorgen: Gegen 9.50 Uhr war ein Sattelzug-Fahrer auf der A93 in Richtung Hochfrankendreieck unterwegs. Kurz vor der Anschlussstelle Schönwald befand sich der 31-Jährige auf der rechten Spur. Weil er zu schnell fuhr, geriet das Gespann ins Schleudern, stieß zunächst gegen die Mittelschutzplanke, prallte zurück und schließlich nochmals 30 Meter weiter gegen die rechte Schutzplanke.
 

Der Sattelzug hängt seit dem Unfall in der rechten Schutzplanke und drohte nach rechts eine Böschung hinunterzustürzen. Das teilt die Polizei mit. Der Fahrer konnte seine Sattelzugmaschine unverletzt verlassen. Der Sattelzug war mit zehn Tonnen Kunststoffteilen beladen und befand sich auf dem Weg von Slowenien nach Bremen.

Dem Bergeunternehmen ist es am frühen Nachmittag schließlich gelungen, das verunfallte Sattelgespann zu bergen. Dies war jedoch nur unter erheblichen Schwierigkeiten möglich, da der Anhänger des Fahrzeuges stets drohte die Böschung hinunter zu stürzen. Um dies zu verhindern, wurde die havarierte Zugmaschine mit Hilfe eines Autokranes stabilisiert und somit gegen ein Umkippen gesichert. Im Anschluss konnte das Gespann schließlich vom Abhang weg gezogen werden. Bedingt durch den Aufprall war das Fahrzeug jedoch nicht mehr fahrbereit und konnte nur noch abgeschleppt werden.

Während der gefährlichen Bergungsarbeiten musste die Autobahn in Fahrtrichtung Norden erst teilweise und später für eine halbe Stunde komplett gesperrt werden. Hierdurch kam es zu einem knapp fünf Kilometer langen Rückstau, wie die Polizei berichtet.

Das beim Aufprall an der Schutzplanke entstandene Trümmerfeld wurde durch die Feuerwehr Selb und die Autobahnmeisterei Rehau beseitigt.  Um 14.30 Uhr  waren schließlich alle Arbeiten abgeschlossen und die Autobahn wieder frei befahrbar.

Die Auswertung des elektronischen Fahrtenschreibers vom verunglückten Scania und die Befragung von Zeugen gaben schließlich Aufschluss zur Unfallursache. Das Fahrzeug  war zur Unfallzeit mit knapp 80 Stundenkilometer auf der zugeschneiten Fahrbahn unterwegs. Bezüglich der Witterung unangepassten Geschwindigkeit, erwartet den bosnischen Fahrer nun ein Bußgeld von 173 Euro. Der entstandene Schaden beträgt abschließend ca. 80.000 Euro.

Da die rechte Schutzplanke durchbrochen und die Mittelschutzplanke durch den Aufprall zuvor aus der Verankerung gerissen wurde, sicherten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei die Fahrbahn mit Warnbaken ab. Zudem wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Fahrtrichtung Hof auf 60 und in Fahrtrichtung Regensburg auf 80 km/h begrenzt.

 

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