95:92 n.V. in Hamburg Verdienter Lohn für Klasseleistung

Lange hatte es so ausgesehen, als sollte es nicht der Tag von Frank Bartley (Nr. 24) sein. Nach 18 Minuten ohne Korberfolg wurde er am Ende aber sogar zum Matchwinner und Topscorer der Partie. Foto: /Peter Mularczyk

Medi Bayreuth ist der bisher überraschendste Sieg in dieser Saison der Basketball-Bundesliga gelungen. Bei den Hamburg Towers setzte sich die Mannschaft von Trainer Raoul Korner am Freitagabend nach Verlängerung mit 95:92 durch.

Basketball - Endlich wirkt sich der Aufwärtstrend von Medi Bayreuth auch in der Tabelle der Bundesliga aus. Sechs Tage nach dem erhofften Sieg in Chemnitz folgte am Freitagabend ein unerwarteter, und zwar mit 95:92 (86:86, 46:41) nach Verlängerung bei den Hamburg Towers.

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Trotz des knappen Ausgangs darf man den Sieg sogar als völlig verdient bezeichnen, denn er war der Lohn für eine Klasseleistung in allen Bereichen. Das begann mit der Strategie, die einen glänzenden Start zur 19:6-Führung ermöglichte (7.). Die Bayreuther fanden dabei spielerische Lösungen, um gegen die aggressive Verteidigung der Towers ihre Vorteile auf den großen Positionen zur Geltung zu bringen. Das lieferte nicht nur Punkte durch gute Chancen und entsprechend hohe Trefferquoten, sondern brachte die Gastgeber in diesem Bereich auch in Schwierigkeiten durch Foulbelastung. Und auf der Gegenseite verstand es die Bayreuther Defensive, das Tempo aus dem Spiel der Towers zu nehmen und ihnen nicht den gewohnten Wurfrhythmus zu gestatten. Zudem hatte das Medi- Team Vorteile beim Kampf um die Rebounds, der als eine der Stärken der Hamburger gilt.

Immer wenn diese Faktoren zum Tragen kamen, gewannen die Gäste die Kontrolle. Mindestens ebenso bemerkenswert war jedoch ihre Reaktion, als es damit vorbei zu sein drohte. Eine vollständige Wende schien sich abzuzeichnen, als die Hamburger in drei Minuten einen 15:0-Lauf vom 48:58 zum 63:58 (28.) hinlegten. Dabei kamen sie nicht nur häufiger aus dem Tempo zum Abschluss, sondern fanden auch zu Treffsicherheit aus der Distanz. Besonders galt das für Jordan Swing, der im dritten Viertel vier Dreier ohne Fehlwurf verwandelte.

Bartley nach 18 Minuten ohne Punkt zum Topscorer

Doch auch das Medi-Team hatte noch einen ganz neuen Trumpf im Ärmel, und zwar in Person von Frank Bartley. Der etatmäßige Topscorer hatte seine ersten sechs Würfe aus dem Feld vergeben und musste bis zur 19. Minute warten, bis ihm der erste Treffer zum 65:66 gelang – und am Ende war er trotzdem der Topscorer. Besonders wichtig waren seine Punkte gegen Ende der regulären Spielzeit. Nach einem Dreipunktespiel zum 76:75 ließ Bartley zwei Dreier zum 79:77 und 82:79 folgen sowie jeweils zwei Freiwürfe zum 84:81 und schließlich bei Restspielzeit von 15 Sekunden zum 86:86.

Trotzdem war aber in erster Linie die Mannschaftsleistung beeindruckend. Alle trugen zum großen Kampf in der Verteidigung bei. Und wertvolle Beiträge in der Offensive kamen nicht nur von den gewohnt zuverlässigen Akteuren wie Dererk Pardon, Matt Tiby und vor allem anfangs Osvaldas Olisevicius, sondern auch von David Walker (trotz eines fast verhängnisvollen Ballverlustes kurz vor Schluss) und dem nachverpflichteten Lazeric Jones.

Hamburg Towers

Shorts (17 Punkte / 26:05 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 10), Swing (18 /25:36 / 7), DILEO (8 /30:44 /7), K. TAYLOR (12 / 33:15 / -14), KOTSAR (12 /24:51 / -11), Richter (2 / 3:44 / 4), Hollatz (0 / 7:36 / -2), ALLEN (9 / 27:37 /-2), Ogunsipe (7 /10:48 / 4), Cuthbertson (6 /18:47 / -1), B. TAYLOR (1 / 15:57 / -7); Feldwurfquote: 32/68 (47 Prozent), davon 10/30 Dreier (33 Prozent): Swing (5/8), Cuthbertson (2/4), DiLeo (2/5), Allen (1/4); Freiwürfe: 18/24 (75 Prozent); Rebounds: 20 defensiv, 10 offensiv (K. Taylor 3/3); Assists: 19 (Shorts 6); Ballgewinne: 7; Ballverluste: 11 (K. Taylor 4); Effektivität: 95 (Swing 19, Shorts 19, Ogunsipe 11, Allen 10).

Medi Bayreuth

PARDON (13 /27:21 / 17), Wenzl, Jalalpoor (0 /4:35 / 2), DORETH (3 / 29:23 / -4), Seiferth (9 /17:34 / -14), Jones (12 /19:24 / 8), TIBY (17 / 33:01 / 14), Krug, WALKER (8 / 35:52 / -1), Bartley (19 / 35:05 / -11), OLISEVICIUS (14 / 22:45 / 4); Feldwurfquote: 35/61 (57 Prozent), davon 8/25 Dreier (32 Prozent): Tiby (2/3), Walker (2/6), Bartley (2/7), Jones (1/3), Doreth (1/5); Freiwürfe: 17/20 (85 Prozent); Rebounds: 28 defensiv, 5 offensiv (Pardon 7/0, Pardon 5/2); Assists: 18 (Walker 6); Ballgewinne: 4; Ballverluste: 14 (Pardon 5); Effektivität: 109 (Tiby 27, Pardon 17, Olisevicius 13, Bartley 12, Seiferth 12, Walker 12, Jones 11).

SR: Oruzgani, Simonov, Krause.

Stationen: 6:19 (7.), 17:25 (1. Viertel), 19:25 (11.), 22:35 (13.), 31:44 (17.), 41:44 (20.), 41:46 (Halbzeit), 48:58 (15.), 63:58 (18.), 68:67 (3. Viertel), 75:71 (33.), 79:82 (39.), 86:84 (40.), 86:86 (nach 40 Min.), 86:90 (42.), 92:93 (45.), 92:95 (Ende).

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