83:96 in Weißenfels Für Medi-Team beginnt Abstiegskampf

Florian Kirchner

Mit einer Enttäuschung für Medi Bayreuth endete am Samstagabend das „A9-Derby“ in der Basketball-Bundesliga beim MBC Weißenfels. Mit der 83:96-Niederlage hat für das Team von Trainer Lars Masell wohl der Abstiegskampf begonnen.

Nichts wurde es aus dem angestrebten dritten Sieg beim MBC Weißenfels in dieser Saison der Basketball-Bundesliga: Nach den Erfolgen in der Saisonvorbereitung und im BBL-Pokal mussten die Wagnerstädter diesmal nach enttäuschender Leistung mit einer bitteren 96:83 (53:40) – Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten.

Mit einer Bilanz von zwei Siegen und nunmehr sechs Niederlagen nisten sich die Schützlinge von Head Coach Lars Masell im Tabellenkeller ein – mit wenig Aussicht auf kurzfristige Besserung angesichts der kommenden schweren Auswärtsaufgaben bei Meister Alba Berlin, den derzeit formstarken Chemnitz Niners und der BG Göttingen – der Abstiegskampf für die Wagnerstädter hat begonnen.

Nur einmal konnten die Bayreuther in der gesamten Partie in Führung gehen, als Brandon Childress gleich zu Spielbeginn den ersten Treffer der Hausherren von der Dreierlinie beantwortete (2:3, 2.). Dann übernahmen jedoch sehr schnell die Hausherren, die aggressiv, konsequent und engagiert zu Werke gingen, während bei Medi Bayreuth nicht viel gelingen wollte. Vor allem im Umschaltspiel offenbarten die Medi-Korbjäger größere Probleme, zu denen auch noch mangelnde Konzentration im Abschluss dazu kam. Mit 23:18 ging das erste Viertel an die Hausherren, die mit starker Quote aus allen Lagen trafen, den Rebound beherrschten und ihren Vorsprung bis zum Gang in die Halbzeitpause weiter ausbauen konnten (53:40, 20.).

Nach dem Seitenwechsel griffen die Masell-Schützlinge im Rebound beherzter zu, die ersehnte Aufholjagd ließ aber bis kurz vor der letzten Viertelpause auf sich warten: Dreier von Jarrod West und Kay Bruhnke ließen den Vorsprung der Hausherren dann auf 73:67 (30.) schmelzen und nach einem Ballgewinn hatte Ahmed Hill im Fastbreak die Chance weiter zu verkürzen. Der indisponierte US-Amerikaner (8 Punkte, 2 Ballverluste 0 Assists) spielte das Leder jedoch seinem Landsmann Kris Clyburn förmlich in die Hände und die Hausherren konnten sich im Gegenzug durch einen Dreier ihres US-Neuzugangs Mitchell Ballock wieder absetzen (76:67, 30.). Ein letztes Aufbäumen der Bayreuther im Schlussabschnitt scheiterte dann weniger an fehlenden Chancen, als vielmehr an einer mangelhaften Trefferquote.

„Wir haben als Team gespielt, wir haben hart gespielt“, freute sich MBC-Matchwinner Tremmel Darden (22 Punkte 4 Rebounds) nach Spielende über den ersten Heimsieg der laufenden Saison. Der US-Routinier, der in drei Wochen seinen 41. Geburtstag feiern wird, gewann das Duell der Power Forwards um Längen gegen den enttäuschenden Kanadier Jackson Rowe (5 Punkte, 7 Rebounds). Stark agierte beim MBC auch der neuverpflichtete US-Spielmacher Charles Callison. Der Ex-Würzburger verbuchte 12 der insgesamt 26 Assists und damit alleine mehr als Medi Bayreuth (11) in Summe. „Wir haben ohne Energie und Einsatz gespielt“, konstatierte Medi-Topscorer Brandon Childress, der seine 17 Punkte mit schwacher Quote (36%) erzielte. Auch von einem vermeintlichen Leistungsträger wie Kalif Young wird mehr kommen müssen, wenn Medi Bayreuth wieder zählbare Erfolge einfahren will. Der kanadische Nationalcenter kam zwar auf 12 Punkte, konnte sich jedoch nur zwei Rebounds sichern und vergab eine bessere Punktausbeute mit indiskutabler Quote an der Freiwurflinie (2/7).

MBC Weißenfels: Clyburn (17 Punkte / 2 Dreier), Kovacevic (0), Kerusch (0), Breunig (17/1), Mushidi (14/3), Caisin (0), Jelks (2), Darden (22/1), Callison (7/1), Ballock (5/1), Bryant (12/2)

Medi Bayreuth: Childress (17/3), Hill (8/2), Rich (5/1), Diallo (1), Bruhnke (8/2), Doreth (3/1), West (13/2), Young (12), Rowe (7/1), Sargiunas (11), Grant, Kämpf.

Zuschauer: 1800.

Viertel: 23:18; 30:22; 23:27; 20:16.

 

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