80:84 gegen Ventspils Medi-Team verliert nach 7:25-Fehlstart

Die starke Leistung von Bastian Doreth konnte die Niederlage nicht abwenden. Der Kapitän überzeugte nicht nur als Spielmacher mit sieben Assists, sondern war mit seinen 15 Punkten sogar der Bayreuther Topscorer. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Nach vier Pflichtspielsiegen in Folge wurde der Aufwärtstrend von Medi Bayreuth gestern Abend gestoppt. Am vierten Spieltag der Gruppe C im Fiba-Europe-Cup gab es eine 80:84 (42:47)-Heimniederlage gegen den lettischen Vertreter BK Ventspils, bei dem schon das Hinspiel mit 77:95 verloren gegangen war.

Ursache dafür war nicht zuletzt ein Fehlstart, der an überwunden geglaubte Krisenzeiten erinnerte. 7:25 stand es nach genau acht Minuten, nachdem die Gäste drei unbeantwortete Dreier innerhalb von 75 Sekunden verwandelt hatten. Einzige verlässliche Option im statisch wirkenden Bayreuther Angriff war bis dahin das Spiel über Reid Travis, der mit dem 9:25 bereits seinen achten Punkt markierte. Auch der erste Feldkorb, der nicht auf das Konto des Power Forwards ging, wurde anschließend unter dem Korb erzielt, und zwar durch Andreas Seiferth.

So schnell wie der Rückstand angewachsen war, so schnell wurde er aber auch wieder aufgeholt. Entscheidenden Anteil daran hatte die Einwechslung von Bryce Alford, die dem Medi-Spiel eine zusätzliche Dimension gab. Drei Dreier des Distanzwerfers innerhalb von zwei Minuten verkürzten auf 24:27 (13.).

DUNK.FM - Alle medi Bayreuth Basketball Spiele live im Audiostream

Am verbliebenen Rückstand arbeiteten sich die Bayreuther jedoch bis zum Ende ab. Im ausgeglichenen weiteren Verlauf pendelte die Differenz lange Zeit beständig zwischen drei und sieben Punkten. Im dritten Viertel konnte sich BK Ventspils zwar nicht mehr auf die Treffsicherheit der Distanzschützen verlassen (1/8 Dreier nach 7/15 in der ersten Halbzeit), aber nach Fehlern der Gäste gelang mit schöner Regelmäßigkeit auch die folgende Bayreuther Aktion nicht. Erst eine Minute vor der letzten Pause wurde dieser Rhythmus durch den vierten Dreier von Alford zum 61:60 durchbrochen, und in der letzten Sekunde legte Evan Bruinsma zum Abschluss eines Fastbreaks das 63:61 nach.

Ein Solo des starken Bastian Doreth zum 68:67 (35.) sollte dann jedoch schon wieder die letzte Medi-Führung markieren. Lukas Meisner hielt zwar mit einem Dreier zum 78:80 und einem Tip-in zum 80:82 die Hoffnung bis zur vorletzten Sekunde der spielerisch eher dürftigen Partie am Leben, aber die Letten brachten den Sieg an der Freiwurflinie ins Ziel.

Statistik

Medi Bayreuth: ROBINSON (2 Punkte / 12:07 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -1), Jones (3 / 11:56 / 8), WOODARD (4 / 19:27 / -13), Doreth (15 / 27:53 / -3), SEIFERTH (4 / 20:52 / 8), Meisner (8 / 7:18 / 1), Alford (14 / 20:40 / 9), TRAVIS (12 / 21:24 / -17), Raffington, Bruinsma (6 / 30:26 / 0), LINHART (12 / 27:57 / -12), Grüttner Bacoul; Feldwurfquote: 31/67 (46,27 Prozent), davon 11/24 Dreier (45,83 Prozent): Alford (4/8), Doreth (3/3), Meisner (2/4), Jones (1/1), Linhart (1/4); Freiwürfe: 7/10 (70 Prozent); Rebounds: 26 defensiv, 4 offensiv (Bruinsma 7/1); Assists: 16 (Doreth 7); Ballgewinne: 12; Ballverluste: 8; Effektivität: 84 (Doreth 24, Travis 13).

BK Ventspils: Kaufmanis (13 / 25:13 / 7), KILPS (11 / 20:39 /-5), Luther (15 / 27:29 / -9), SHORTS (15 / 30:26 / -2), ZAKIS (11 / 23:31 /-1), BERZINS (13 / 33:18 / 15), Cavars (4 / 16:21 / 5), Grinbergs (0 / 3:48 / -8); JAUNZEMS (2 / 19:15 / 18), Vitols; Feldwurfquote: 28/61 (45,9 Prozent), davon 10/28 Dreier (35,7 Prozent): Luther (3/5), Kaufmanis (2/5) , Berzins (2/7), Zakis (1/1), Shorts (1/2), Kilps (1/4); Freiwürfe: 18/22 (81,8 Prozent); Rebounds: 32 defensiv, 8 offensiv (Zakis 7/1); Assists: 17 (Kaufmanis 5); Ballgewinne: 6; Ballverluste: 14; Effektivität: 99 (Zakis 17, Luther 17, Kaufmanis 13, Shorts 13, Berzins 12, Kilps 11, Cavars 10).

SR: Milojevic, Mitrovski (beide Nordmazedonien), Zupancic (Slowenien); Zuschauer: 1955.

Stationen: 5:5 (4.), 7:25 (9.), 13:25 (1. Viertel), 30:32 (13.), 30:39 (17.), 38:41 (19.), 42:47 (Halbzeit), 44:51 (22.), 54:60 (26.), 63:61 (3. Viertel), 63:67 (33.), 68:67 (35.) 70:75 (36.), 73:80 (38.), 80:84 (Ende).

Sigal Pristina in Nikosia überlegen

Sigal Pristina bleibt ein ernsthafter Konkurrent für Medi Bayreuth und BK Ventspils im Kampf um die ersten beiden Plätze in Gruppe C des Fiba-Europe-Cups. Der Tabellendritte zeigte sich beim sieglosen Schlusslicht Apoel Nikosia mit 107:80 (52:46) klar überlegen.

Der Kosovo-Meister hatte sich schon in der ersten Halbzeit bis auf 45:26 (15.) abgesetzt und zog nach dem Seitenwechsel endgültig stetig davon. Der höchste Abstand war beim 102:72 (37.) erreicht.

Wie immer dominierte bei Sigal Pristina die Startformation, auch wenn der etatmäßige Topscorer Dardan Berisha gar nicht dabei war. Nicht weniger als 99 Punkte konzentrierten sich auf diese fünf Spieler, angeführt von US-Guard Divine Miles (31), der volle 40 Minuten lang auf dem Feld stand (12/18 Würfe, sechs Revounds, sechs Assists, fünf Ballgewinne – Effektivität: 38!). Bei Nikosia hielt am ehesten Dmitri Thompson mit 22 Punkten dagegen.