80:58 gegen Frankfurt Medi-Sieg nur eine Frage der Höhe

Im Endspurt bessert David Walker (links) seine Saisonbilanz deutlich auf. Mit 23 Punkten übertraf er seine BBL-Bestleistung aus dem Spiel in Weißenfels nochmals um einen Zähler. Sobald die Bayreuther mit voller Konzentration bei der Sache waren, hatten die Frankfurter einen schweren Stand. Hier gab es für Joe Rahon (in weiß) kaum einen Ausweg gegen die Verteidigung von Philip Jalalpoor, Lazeric Jones und Andreas Seiferth (von links). Foto: / Peter Kolb

Im letzten Heimspiel dieser Saison in der Basketball-Bundesliga hat Medi Bayreuth ohne große Probleme den dritten Sieg in Folge gefeiert. Die Partie gegen die personell arg geschwächten Skyliners Frankfurt wurde mit 80:58 gewonnen.

Basketball - Selten zuvor in dieser Bundesliga-Saison hatte Medi Bayreuth so wenig Schwierigkeiten wie im letzten Heimspiel. Hatte beim Erfolg über die Hamburg Towers (90:83) „nur“ deren kreativster Spieler Kameron Taylor gefehlt (und mit Bryce Taylor eine Alternative) und danach beim MBC Weißenfels (99:70) schon Liga-Topscorer Michal Michalak und der etatmäßige Spielmacher Roko Rogic, so war das doch kein Vergleich zu den Personalproblemen des Gegners beim dritten Sieg in Folge: Die Skyliners Frankfurt mussten am Dienstagabend nicht nur auf den zweitbesten BBL-Korbschützen verzichten (Matt Mobley), sondern auch noch auf fünf weitere Akteure (Freudenberg, Kessens, Konga, Schoormann, Vrcic). Da die Gäste auch noch das fünfte Spiel innerhalb von zehn Tagen bestreiten mussten, konnte es für sie kaum um mehr gehen als Schadensbegrenzung. Und das gelang ihnen durchaus, auch wenn sie den Bayreuther Sieg mit 80:58 (43:30) nie gefährden konnten.

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Obwohl auch im Bayreuther Team mit Frank Bartley immerhin der Topscorer fehlte, konnte im Grunde kaum mehr als die Höhe des Sieges fraglich sein. Das zeichnete sich schon beim 27:11 kurz vor Ende des ersten Viertels ab. Das Medi-Team war zwar etwas kurios gestartet mit drei Ballverlusten in den ersten drei Angriffen, aber sobald die Konzentration stimmte, wurden die Vorteile offensichtlich. Hilfreich war die hohe Trefferquote von außen mit 5/8 Dreiern in den ersten zehn Minuten gegen die zunächst auf die Zone konzentrierte (später oft wechselnde) Frankfurter Verteidigung. Auf der anderen Seite blieben die Skyliners aus der Distanz über weite Strecken völlig erfolglos. Ihr erster Dreier wurde erst 39 Sekunden vor der Halbzeitpause notiert – beim 13. Versuch. Einen Teil der Fehlwürfe machten die Gäste mit Einsatz beim Rebound wett, wobei sich Kamari Murphy hervortat (neun in der ersten Halbzeit, davon fünf offensiv), aber das reichte immer nur für gelegentliche Resultatsverbesserungen.

Anstelle eines unrealistischen Sieges hatte Skyliners-Trainer Sebastian Gleim seinem Rumpfteam vor dem Spiel „kleine selbst definierte Ziele“ verordnet. Darum bemühte es sich auch redlich und verdiente sich kleine Erfolge wie den Gewinn des zweiten Viertels (17:16) und ein Unentschieden im nur noch sehr niveauarmen letzten Abschnitt (16:16).

Auf Bayreuther Seite nutzte man die Gelegenheit zur gleichmäßigen Verteilung der Punktausbeute und zum relativ frühzeitigen Einsatz der Nachwuchsspieler Johannes Krug und Nico Wenzl. David Walker gelang es zudem, seine BBL-Bestleistung aus dem Spiel in Weißenfels noch einmal um einen Punkt zu steigern. „So ein Spiel ist nicht leicht“, sagte Andreas Seiferth am Ende. „Es gab Phasen, in denen wir nachgelassen haben, aber über 40 Minuten war es eine solide Leistung und ein Pflichtsieg.“ So war’s.

Einzelkritik

Von Florian Kirchner

DERERK PARDON (7 Punkte / 22:14 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 19): Diesmal war der Amerikaner zweiter Sieger im teaminternen Center-Vergleich mit Andreas Seiferth, der in weniger Spielzeit deutlich mehr produzierte. 3/6 aus dem Feld, sieben Rebounds.

Nico Wenzl (0 / 4:28 / 0): Kam in seinem 13. BBL-Spiel zu einem knapp fünfminütigen Einsatz, blieb dabei ohne Wurfversuch (ein Rebound, ein Ballverlust).

Philip Jalalpoor (5 / 12:21 / -1): War unauffällig und verzeichnete in gut zwölf Einsatzminuten 1/3 Dreier sowie je einen Rebound und Assist.

Kay Bruhnke (2 / 15:28 / -1): Die Bayreuther Nachwuchshoffnung fiel anfangs durch Fehlwürfe und Fouls auf, bevor ihm doch noch ein Korberfolg gelang. Weit entfernt von der starken Form, die er gegen Hamburg zeigte.

BASTIAN DORETH (5 / 23:50 / 17): Der Bayreuther Kapitän erzielte fünf der ersten zehn Punkte und hatte seinen „Korbhunger“ damit gestillt. War einmal mehr bester Vorbereiter (fünf Assists), aber lange nicht so auffällig wie in vielen anderen Partien dieser Saison. Drei Rebounds.

Andreas Seiferth (13 / 17:46 / 3): Der Nationalcenter spielte seine Qualitäts- und Längenvorteile in der Zone nach Belieben aus. 13 Punkte (5/9 aus dem Feld), sieben Rebounds und zwei Assists unterstreichen eine starke Leistung, die nur von drei Ballverlusten leicht getrübt wurde.

Lazeric Jones (7 / 16:01 / 5): Dirigierte unaufgeregt den Spielaufbau, sorgte per Dreier für die erste zweistellige Führung (18:6,/6.) – alles in allem ein solider Auftritt des US-Routiniers. 3 / 4 Würfe, zwei Assists.

MATT TIBY (11 / 30:32 / 26): Leistete sich nur einen Fehlwurf aus dem „Zweierland“ (5/6), dafür wollte sein Dreier (0/3) diesmal nicht den Weg durch die Reuse finden,;zudem sieben Rebounds und die beste Plus-Minus-Bilanz (+25) auf Bayreuther Seite. Effizienz +17.

Johannes Krug 0 / 5:08 / -3): Kam rund fünf Minuten zum Einsatz, nahm früh einen Dreier-Versuch, muss aber weiter auf seine ersten BBL-Punkte warten..

DAVID WALKER (23 / 30:12 / 25): Lieferte mit der zweiten Topleistung in Folge Argumente für eine Vertragsverlängerung. Stark aus der Distanz und spektakulär am Brett mit einem krachenden Dunking. Am Ende Topscorer der Partie (7/12 Würfe, davon 6/10 Dreier) und effizientester Akteur (+28) auf dem Parkett. Je 4 Rebounds und Assists unterstreichen die Topleistung des zuvor oftmals Gescholtenen.

Frank Bartley: „Er kämpft seit Wochen mit Zahnschmerzen, heute ist der Punkt erreicht, an dem es einfach nicht mehr geht“, verriet Raoul Korner vor der Partie, weshalb sein Topscorer diesmal nicht im Aufgebot zu finden war. „Er konnte weder essen noch schlafen.“

OSVALDAS OLISEVICIUS (7 / 22:00 / 20): Blieb diesmal deutlich unter seinem Saisonschnitt und leistete sich vier Ballverluste. Arbeitete aber stark an beiden Brettern (sieben Rebounds).

Statistik

medi Bayreuth -

Feldwurfquote: 29/57 (51 Prozent), davon 10 /25 Dreier (40 Prozent): Walker (6/10), Doreth (1/1), Jones (1/2), Jalalpoor (1/3), Olisevicius (1/4); Rebounds: 35 defensiv, 6 offensiv (Pardon 6/1, Tiby 6/1, Olisevicius 7/0); Assists: 22 (Doreth 5); Ballgewinne: 7 (Walker 3); Ballverluste: 17 (Olisevicius 4); Effektivität: 101 (Walker 28, Tiby 17, Seiferth 14, Pardon 11, Olisevicius 10).

Skyliners frankfurt -

Begue (1 Punkt / 18:28 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 1), Pöllen (2 / 2:36 / 3), Onyia (0 / 9:52 / -4), Hadenfeldt (3 / 15:27 / -14), RAHON (0 / 24:13 / -8), MOORE (16 / 31:43 / -21), MURPHY (16 / 26:38 / -19), ROBERTSON (7 / 30:23 / -17), GUDMUNDSSON (7 / 27:18 / -29), Völler (6 / 13:22 / -3).

Feldwurfquote: 24/66 (36 Prozent), davon 5/30 Dreier (17 Prozent): Moore (2/8), Hadenfeldt (1/4), Robertson (1/6), Gudmundsson (1/7); Rebounds: 23 defensiv, 10 offensiv (Murphy 5/5); Assists: 17 ( Rahon 7); Ballgewinne: 13 (Rahon 4); Ballverluste: 14; Effektivität: 59 (Murphy 19, Moore 15).

SR: Reiter, Krause, Fingerling.

Stationen: 12:4 (5.), 27:11 (10.), 27:13 (1. Viertel), 29:21 (13.), 39:21 (17.), 42:23 (18.), 43:30 (Halbzeit), 52:33 (22.), 64:40 (30.), 64:42 (3. Viertel), 79:53 (38.), 80:58 (Ende).

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