79:90 gegen Bamberg Medi-Niederlage der ehrbaren Art

Mit viel Einsatz hielten die Bayreuther unter den Körben dagegen. Hassan Martin (Mitte) zeichnete sich dabei trotz harter Bewachung wie hier durch Nikos Zisis (links) und Elias Harris (rechts) als Topscorer aus. Allein 15 seiner 19 Punkte sammelte der Medi-Center in der zweiten Hälfte. Fotos: Peter Kolb

BASKETBALL. Medi Bayreuth hat auch das zweite fränkische Derby innerhalb von vier Tagen in heimischer Halle verloren. Mit dem enttäuschenden 84:99 am Dienstag gegen Würzburg war die 79:90 (31:43)-Niederlage am Freitagabend gegen Brose Bamberg im letzten Heimspiel der Bundesligasaison aber nicht zu vergleichen. Trotz der fast ebenso klaren Punktedifferenz war es vielmehr eine Niederlage der ehrbaren Art.

Immerhin hatten die Bayreuther sogar noch in der letzten Minute eine reelle Siegchance. Dafür sorgte unmittelbar nach dem Dreier von Bastian Doreth zum 77:83 der Einsatz von David Stockton, der die Bamberger nicht in acht Sekunden über die Mittellinie kommen ließ. Der folgende Ballbesitz brachte Stockton in eine aussichtsreiche Dreier-Position, doch sein Wurf sprang aus dem Ring. Im Gegenzug fiel die Vorentscheidung, als ein Foul von De’Mon Brooks an Nikos Zisis nach Videobeweis als unsportlich gewertet wurde. Das nutzten die Bamberger, um mit Freiwürfen plus Ballbesitz 28 Sekunden vor dem Ende auf 87:77 zu erhöhen. Dass bei der letzten Aktion sogar noch ein unsportliches Foul gegen Bastian Doreth gepfiffen wurde (und dazu noch ein technisches wegen Reklamierens), war eine Fehlentscheidung, die nichts Wesentliches mehr am Ergebnis änderte, aber die Atmosphäre unnötig anheizte.

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Wichtiger noch als das Ergebnis war aber die völlig andere Einstellung, mit der das Medi-Team im Vergleich zum Würzburg-Spiel ins Rennen ging. Das zeigte vor allem das Engagement in der Defensive, die zunächst insbesondere in Korbnähe wenig zuließ und dabei auch von einer anfangs dürftigen Bamberger Trefferquote von außen profitierte. Zudem wurde Tyrese Rice kein klarer Rhythmus gestattet, um in der ganzen ersten Halbzeit mit mehr als seinem ersten Wurf zum 0:5 in Erscheinung zu treten. Da die diesmal bewusst groß aufgestellte Medi-Besetzung (mit Hassan Martin und Eric Mika, dafür ohne Adonis Thomas und den angeschlagenen Kyle Anderson) auch in der Offensive gute Lösungen fand, gelang im ersten Viertel eine beständige Führung. Zuverlässige Option war dabei der eifrige De’Mon Brooks, der seine Überlegenheit in den Zweikämpfen mit dem jungen Louis Olinde zu sechs Punkten im ersten Viertel nutzte.

Im zweiten Viertel brachten die Bamberger jedoch mit Bryce Taylor den zusätzlichen Faktor eines sicheren Distanzwerfers ins Spiel. Mit 3/5 Dreiern trug er dazu bei, dass die Quote der Gäste in diesem Bereich von 1/6 im ersten Viertel auf 7/11 im zweiten stieg. Auf Bayreuther Seite hatte dagegen bei Halbzeit von neun Dreier-Versuchen noch kein einziger das Ziel gefunden. Zudem kamen die Gäste oft durch Rebounds zu zweiten Chancen, so dass sie bei Halbzeit schon 14 Würfe mehr verzeichneten (39 gegenüber 25). Diese Faktoren summierten sich zur letztlich entscheidenden Bilanz des zweiten Viertels von 12:30 Punkten.

Diesem Rückstand lief das Medi-Team bis zum Ende hinterher – vergeblich zwar, aber doch unermüdlich. Das sehr ungeschickte fünfte Foul von Mika (ein technisches bei der Reaktion auf sein viertes/24.) wurde problemlos weggesteckt, weil die dadurch erzwungene Rückkehr von Martin sogar eine Verstärkung bewirkte. Lange blieb der Abstand zwar zweistellig, aber ab dem 62:67 (34.) schien eine Wende möglich. Letztlich hatten die Bamberger jedoch in jeder kritischen Lage eine Antwort.

Bildergalerie

Hier die Bilder zum Derby: Fotogalerie

Statistik

Medi Bayreuth: MIKA (2 Punkte / 12:46 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -2), ROBERTSON (5 / 21:49 / -14), Stockton (7 / 19:07 / -2), DORETH (3 / 32:24 / -7), Seiferth (8 / 14:01 / -2), Martin (19 / 13:13 / -7), Hrovat (15 / 23:01 / -5), Meisner (2 / 8:15 / -3), BROOKS (8 / 31:45 / -8), RAIVIO (10 / 23:24 / -2) Krug (0 / 0:15 / -3); Feldwurfquote: 29/58 (50 Prozent), davon 5/20 Dreier (25 Prozent): Hrovat (3/4), Doreth (1/3), Stockton (1/7); Freiwürfe: 16/18 (89 Prozent); Rebounds: 26 defensiv, 4 offensiv (Brooks 7/1, Raivio 4/1); Assists: 20 (Stockton 5); Ballgewinne: 4; Ballverluste: 7 (Hrovat 3); Effektivität: 99 (Martin 20, Hrovat 17, Brooks 16).

Brose Bamberg: RICE (11 Punkte / 27:57 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 9), ZISIS (9 / 22:55 / 12), STUCKEY (8 / 18:50 / -1), Schmidt (3 / 13:56 / -8), OLINDE (0 / 9:25 / 1), Harris (11 / 15:17 / 1), Rubit (15 / 23:43 / 14), ALEXANDER (8 / 18:55 / 1), Heckmann (0 / 12:40 / 5), Taylor (19 / 22:26 / 20), Kulboka (6 / 13:56 / 1); Feldwurfquote: 31/72 (43 Prozent), davon 11/28 Dreier (39 Prozent): Taylor (4/7), Rice (2/5), Kulboka (2/5), Zisis (1/1), Schmidt (1/3), Stuckey (1/4); Freiwürfe: 17/17 (100 Prozent); Rebounds: 24 defensiv, 14 offensiv (Alexander 7/2, Rubit 3/3, Harris 2/3); Assists: 17 (Zisis 6, Heckmann 3); Ballgewinne: 2; Ballverluste: 6 (Rice 3); Effektivität: 100 (Taylor 18, Rubit 17, Zisis 16).

SR: Lottermoser, Reiter, Arik; Zuschauer: 3400 (ausverkauft).

Stationen: 7:5 (4.), 13:7 (6.), 19:13 (1. Viertel), 21:23 (13.), 27:29 (16.), 27:35 (18.), 31:43 (Halbzeit), 31:46 (22.), 39:53 (25.), 48:59 (28.), 51:61 (3. Viertel), 62:67 (34.), 67:75 (37.), 72:78 (38.), 79:90 (Ende).

https://www.kurier.de/inhalt.bildergalerie-basketball-medi-bayreuth-gegen-brose-bamberg.b7e1bc4b-d387-4daf-baf6-ea578f670ab1.html

 

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