78:87 gegen FC Bayern Medi-Team verdient sich Respekt

Mehr hat man von Medi Bayreuth gegen den FC Bayern München nicht erwarten dürfen: Die personell geschwächte Mannschaft von Trainer Raoul Korner hielt sich am Sonntagnachmittag gegen den großen Titelfavoriten mit 78:87 sehr achtbar.

Basketball - Für eine Sensation hat es am Ende nicht gereicht. Was Medi Bayreuth im Bundesliga-Schlager gegen Bayern München bot, konnte die 2712 Zuschauer in der Oberfrankenhalle aber trotz der Niederlage mit 78:87 (46:44) über weite Strecken begeistern.

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Schließlich waren die Voraussetzungen für den Außenseiter reichlich ungünstig. Neben dem verletzten Janari Joesaar fehlte auch Philip Jalalpoor weiterhin wegen Quarantäne aufgrund von nicht zuverlässig negativen Covid-Tests. Auch Kay Bruhnke kam offenbar nicht für einen Einsatz infrage und saß nur auf der Bank, um das Pflichtkontingent an deutschen Spielern zu erfüllen. Von den zuvor als fraglich eingestuften Spielern war somit nur Bastian Doreth dabei, der aber nicht wie gewohnt zur Startformation gehörte. Dafür stand zu Beginn überraschend Kevin Wohlrath auf dem Feld, der noch nicht viel BBL-Erfahrung vorweisen konnte.

Die dünne Personaldecke dürfte zur Entscheidung für die Bayreuther Zonenverteidigung beigetragen haben. „Es war aber auch die pure Verzweiflung“, erklärte Medi-Trainer Raoul Korner. „Die Bayern sind bekannt dafür, dass sie Missmatches im Mann gegen Mann präzise attackieren können, deswegen wollten wir sie vor eine andere Aufgabe stellen.“ Diese Variante erwies sich auch durchaus als wirkungsvoll. Zumindest waren die gewohnten Abläufe des FC Bayern genug gestört, um kein spielerisches Feuerwerk des Euroleague-Teams zuzulassen. Mit individueller Klasse konservierten die Münchner ihre 10:4-Führung nach vier Minuten zwar trotzdem bis zur ersten Pause, aber den Respekt des Publikums hatten sich die Bayreuther schon zu diesem Zeitpunkt verdient.

Umso besser war die Stimmung im zweiten Viertel. Nach dem Doreth-Dreier zum 22:22 (12.) blieben die Gastgeber durch zwei weitere Distanz-Treffer von Cameron Wells dran, und nach den Freiwürfen von Martynas Sajus zur umjubelten 32:30-Führung (15.) schien der FC Bayern sogar Wirkung zu zeigen. Ein Block von Sacar Anim, auf der Gegenseite ein Airball von Nihad Djedovic und aus dem Fastbreak heraus ein Dreipunktespiel von Anim zum 35:30 rissen die Zuschauer innerhalb weniger Sekunden mehrfach von den Sitzen. Marcus Thornton rettete den Vorsprung sogar in die Halbzeitpause, als mit dem selbst kreierten Halbdistanzwurf zum 46:44 seinen 14. Punkt erzielte. Mit etwas besserer Freiwurfquote (13/20) hätte die Führung sogar noch etwas höher ausfallen können.

Nach 90 Sekunden der zweiten Hälfte erhöhte Terry Allen per Dreier sogar auf 49:44, aber bei weiteren durchaus aussichtsreichen Würfen fehlte das Glück. Vor allem aber legten die Münchner in der Defensive zu und kamen dadurch auch zum einen oder anderen Fastbreak, sodass sie eine Minute vor dem Ende des dritten Viertels schon zweistellig führten (69:58). Trotz allmählich verschärfter Foulbelastung ließ sich der Favorit den Sieg dann nicht mehr nehmen. Mit nachlassender Kraft unterliefen den Bayreuthern auch ein paar Fehlwürfe, die nicht nur auf die gegnerische Verteidigung zurückzuführen waren, aber sie ließen immerhin keinen höheren Rückstand zu als beim 65:78 (34.). „Wir haben natürlich nicht richtig gut oder gar fehlerfrei gespielt, aber doch das Optimum aus der Situation herausgeholt“, fasste Korner treffend zusammen.

Die Bayreuther Korbschützenliste führte Marcus Thornton mit 18 Punkten an vor Sacar Anim, Martynas Sajus (je 13), Cameron Wells (11), Terry Allen (9), Bastian Doreth (8) und Andreas Seiferth (6). Beim FC Bayern punkteten Augustine Rubit (17), Othello Hunter (14), Corey Walden, Ognjen Jaramaz (je 12) und Nick Weiler-Babb (11) zweistellig.

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