78:82 gegen Berlin Großer Medi-Kampf, aber zu viele Fehler

Zu den stärksten Bayreuthern gehörte Lukas Meisner (links). Trotz unglücklicher früher Foulbelastung sammelte er 15 Punkte gegen namhafte direkte Gegenspieler wie Luke Sikma (rechts). Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Chancenlos war Medi Bayreuth im Bundesligaspiel am Sonntag gegen Alba Berlin durchaus nicht. Mit unermüdlichem Kampfgeist und einigen richtig guten Phasen gelang es vor 3400 Zuschauern in ausverkaufter Halle mehrfach, den direkt vom aufreibenden Euroleague-Auftritt am Freitag bei Fenerbahce Istanbul (102:107 n.V.) angereisten Vizemeister in Bedrängnis zu bringen. Ein 6:18-Fehlstart und vor allem eine hohe Fehlerquote mit 22 Ballverlusten waren jedoch dafür verantwortlich, dass der Gewinn des zweiten, dritten und vierten Viertels den Favoriten nur bis zum Ende ärgern konnte und nicht ausreichte, um die Niederlage mit 78:82 (34:45) abzuwenden.

 

Typisch für den Spielverlauf war die entscheidende letzte Minute: 44 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 75:81 hatte die Bayreuther Verteidigung den Ball erobert, weil sie die Berliner zum Überschreiten der Angriffszeit gezwungen hatte; eine Auszeit sollte festlegen, wie im folgenden extrem wichtigen Angriff der Rückstand halbiert werden könnte – und dann brachte Bastian Doreth beim Einwurf den Ball nicht innerhalb von fünf Sekunden ins Spiel. Selbst diese Enttäuschung konnte den Bayreuther Kampfgeist jedoch nicht brechen. Einen schlampigen Pass von Alba-Center Landry Nnoko nach dem vermeintlich entscheidenden Offensivrebound fing Doreth ab und traf dann die richtige Entscheidung, die einfache Fastbreak-Chance für einen Pass zum Dreier durch Bryce Alford zu opfern. So war bei 78:81 und 20 verbleibenden Sekunden immer noch alles möglich, doch die Berliner fanden einen sicheren Weg zu einem Freiwurfpunkt durch Marcus Eriksson und verteidigten dann den letzten Medi-Angriff stark.

So trauerte man im Bayreuther Lager letztlich dem verlorenen Boden aus dem ersten Viertel nach, als es nach acht Minuten 6:18 gestanden hatte und bereits neun Ballverluste zu Buche standen. Zudem zeichneten sich nach drei teilweise umstrittenen Fouls von Lukas Meisner schon zu diesem frühen Zeitpunkt personelle Probleme auf den großen Positionen ab, wo ohnehin Evan Bruinsma fehlte (Rückenbeschwerden).

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Jones krönt Aufholjagd mit 30:28-Führung

Doch gerade die vermeintliche Notlösung einer ungewöhnlich kleinen Formation mit Lucky Jones auf Position vier hatte einen sehr positiven Effekt. Der ansonsten überzählige Ausländer trug nicht nur mit seinem bewährten Kampfgeist in der Defensive dazu bei, den Berliner Rhythmus zu stören und insbesondere Luke Sikma zu „nerven“, sondern er setzte auch im Angriff wichtige Akzente. Acht Punkte sammelte er in den ersten sechs Minuten des zweiten Viertels und krönte die Aufholjagd schließlich auch noch selbst mit dem Dreier zur 30:28-Führung.

Auf diese Drucksituation reagierten die Berliner allerdings mit einem Nachweis ihrer internationalen Klasse: Obwohl sie auch ihrerseits mit einer dünnen Personaldecke auf den großen Positionen kämpften und dort bereits im ersten Viertel den 19-jährigen Lorenz Brenneke (zweites BBL-Spiel) eingesetzt hatten, gestatteten sie den Bayreuthern in den verbleibenden gut vier Minuten der ersten Halbzeit lediglich noch vier Freiwurfpunkte durch Reid Travis und legten ihrerseits starke 17 Zähler zu. In dieser Phase gelangen den Gästen auch zwei Dreier durch Sikma und Eriksson, nachdem zuvor nur zwei von acht Distanzwürfen das Ziel gefunden hatten.

Den nächsten Impuls für das Bayreuther Spiel gab nach dem Seitenwechsel die Rückkehr von Lukas Meisner. Mit zwei Dreiern und vier weiteren Punkten innerhalb von sechseinhalb Minuten verhinderte er einen höheren Rückstand als 49:61, und die Rückkehr von Jones trug dann zum Anschluss bis auf 61:64 bei (30.).

Die hoffnungsvolle Ausgangsposition verspielten die Bayreuther im letzten Viertel jedoch schnell wieder durch fünf Ballverluste in den ersten 2:40 Minuten. Das führte zu einer 0:8-Serie, und es vergingen fast viereinhalb Minuten, ehe Doreth die ersten Medi-Punkte zum 63:74 gelangen. Umso respektabler war der Einsatz, mit der die Gastgeber bis zum Ende um ihre Chance kämpften – auch wenn es vergeblich blieb.

Statistik

Medi Bayreuth: ROBINSON (0 Punkte), Jones (8), WOODARD (5), Doreth (4), SEIFERTH (8), Meisner (15), Alford (18), TRAVIS (10), LINHART (10), Grüttner Bacoul; Feldwurfquote: 24/61 (39 Prozent), davon 8/27 Dreier (30 Prozent): Meisner (3/6), Alford (3/8), Jones (1/2), Linhart (1/3); Freiwürfe: 22/23 (96 Prozent); Rebounds: 25 defensiv, 12 offensiv (Seiferth 3/3, Travis 4/2).

Alba Berlin: Mason (2), Siva (12), Giffey (15), ERIKSSON (12), Mattisseck (0), Brenneke (2), HERMANNSSON (7), Ogbe (0), GIEDRAITIS (10), NNOKO (8), SIKMA (14); Feldwurfquote: 29/60 (48 Prozent), davon 6/23 Dreier (26 Prozent): Eriksson (2/6), Siva (1/2), Giffey (1/3), Hermannsson (1/3), Sikma (1/3); Freiwürfe: 18/23 (78 Prozent); Rebounds: 22 defensiv, 9 offensiv (Giffey 3/3, Eriksson 5/1).

Stationen: 2:10 (3.), 6:18 (8.), 9:21 (1. Viertel), 19:22 (13.), 30:28 (16.), 30:37 (18.), 34:45 (Halbzeit), 43:58 (25.), 49:61 (27.), 61:64 (30.), 61:66 (3. Viertel), 61:74 (35.), 71:81 (38.), 78:82 (Ende).

 

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