77:81 gegen Crailsheim Medi-Team verpasst auch das Minimalziel

Schwer taten sich die Bayreuther bei vielen Aktionen. In dieser Szene kam Osvaldas Olisevicius (rechts) nicht an Tim Coleman (links) vorbei. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Nach dem Ende der Top-Four-Träume im ersten Nachholspiel hat Medi Bayreuth beim BBL-Pokalturnier in Weißenfels auch sein Minimalziel verpasst. Die 77:81 (35:40)-Niederlage gegen die Crailsheim Merlins kostete die Bayreuther am Donnerstagabend die Chance auf Gruppenrang zwei und einen fünfstelligen Geldbetrag.

24 Stunden nach dem niederschmetternden 114:123 gegen den Mitteldeutschen BC hatten die Bayreuther zunächst größte Mühe, ihre Frustration zu verbergen. Völlig ohne Körperspannung machten sie einen verheerenden Eindruck und hatten nach drei Minuten bereits fünf Ballverluste auf dem Konto. Auch Crailsheim begann fahrig, erspielte sich aber dennoch eine 10:0-Führung, ehe Philip Jalalpoor nach fast fünf Minuten die ersten Bayreuther Punkte erzielte. Das Medi-Team steigerte sich nun auf mäßigem Niveau und glich dank Kapitän Bastian Doreth sogar zum 10:10 aus. Die nächste Bayreuther Schwächephase nutzten die Crailsheimer dann jedoch zu einer 19:12-Führung nach dem ersten Viertel aus.

Diesem Rückstand lief die Mannschaft von Trainer Raoul Korner bis zur Pause vergeblich hinterher. Offensiv steigerte sie sich zwar beträchtlich, doch offenbarte sie in der Defensive wiederholt jene gravierenden Schwächen, die ihr bereits gegen den MBC zum Verhängnis geworden waren. Die Merlins schafften es immer wieder, ihre Distanzschützen freizuspielen. Auch in Pick-and-Roll-Situationen sahen die Bayreuther oft schlecht aus. Frank Bartley, der in den ersten beiden Pokalspielen mit jeweils 25 Punkten zum Medi-Topscorer avanciert war, stand in der ersten Hälfte völlig neben sich und blieb bis zur Pause ohne Punkte (0/3 aus dem Feld).

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Als Bartley im dritten Viertel endlich seinen Rhythmus fand, gelang den Bayreuthern prompt die Wende. Zwei Dreier des US-Amerikaners brachten das Medi-Team in der 26. Minute erstmals in Führung (50:47), doch noch ermutigender aus Bayreuther Sicht war die schnelle Ballbewegung, die nun vermehrt zu freien Würfen führte. Mit einem 0:8-Start ins letzte Viertel brachte sich das Medi-Team dann jedoch um die Früchte der eigenen Arbeit. Der starke Ryan Woolridge sorgte zwar dafür, dass nach einem 58:64-Rückstand beim 67:67 (36.) noch einmal der Ausgleich gelang, doch aller Kampfgeist war letztlich vergebens. Zu sehr merkte man den Bayreuthern in den letzten zehn Minuten die schwindenden Kräfte an. Die Crailsheimer suchten konsequent den Weg zum Korb und profitierten davon, dass die Medi-Defensive zu langsam rotierte. Die letzten Chancen zur Wende machte dann die schwache Dreierquote zunichte.

„Wir sind schwer ins Spiel gekommen“, sagte Raoul Korner am Ende. „Uns gelang es zwar, gute Würfe zu kreieren, konnten diese jedoch zu Beginn nicht verwandeln und haben dann beim Angriff den Ball oftmals unnötig weggeschmissen. Wir haben uns damit ein Loch gebuddelt, aus dem wir uns sukzessive wieder herausgearbeitet haben. Im Moment fehlt uns allerdings noch komplett die Stabilität und das sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Wir hatten heute einige gute Phasen, aber leider waren das zu wenige. Ich hoffe, dass uns dieses Spiel weitergeholfen hat, um wieder unseren Rhythmus zu finden, denn im Moment ist es nicht sehr erfreulich zu sehen, wie wir unserer Form nachlaufen.”

Statistik

Medi Bayreuth: PARDON (7 Punkte / 13:12 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus: -10), Woolridge (19 / 23:13 / -7), Jalalpoor (8 / 19:54 / +2), Bruhnke, DORETH (8 / 23:51 / 0), Seiferth (4 / 26:42 / +6), Tiby (5 / 17:46 / -5), Krug, WALKER (2 / 26:34 / -3), BARTLEY (16 / 24:51 / -4), Olisevicius (8 / 23:57 / +1); Feldwurfqutote: 27/65 (41 Prozent), davon 6/27 Dreier (22 Prozent): Bartley, Jalalpoor (je 2), Doreth, Tiby (je 1); Freiwürfe: 17/19 (89 Prozent); Rebounds: 23 defensiv, 8 offensiv (Pardon 4/1, Seiferth 4/1); Assists: 14 (Olisevicius 5); Ballgewinne: 11(Olisevicius 4); Ballverluste: 16 (Bartley 4); Effektivität: 80 (Woolridge 16).

Crailsheim Merlins: BELL-HAYNES (9 / 32:20 / +9), STUCKEY (3 / 22:19 / +10), A. Kovacevic (0 / 0:54 / -9), Lasisi, HIGHSMITH (14 / 27:45 / +13), Coleman (11 / 22:01 / -4), Caisin (6 / 14:57 / -10), RADOSAVLJEVIC (14 / 25:26 / +19), McNeace (4 / 12:00 / -13), Lazic (3 / 2:51 /+2), D. Kovacevic (5 / 12:40 / -5), JONES (12 / 26:47 / +8); Feldwurfquote: 26/57 (45 Prozent), davon 7/25 Dreier (28 Prozent): Highsmith, Coleman (je 2), Jones, D. Kovacevic, Lazic (je 1); Freiwürfe: 22/25 (88 Prozent); Rebounds: 30 defensiv, 9 offensiv (Jones 5/2); Assists: 19 (Bell-Haynes 10); Ballgewinne: 10 (Highsmith 3); Ballverluste: 20 (Coleman 4); Effektivität: 98 (Highsmith 20).