72. Kunstausstellung Eremitage: 63 Künstler zeigen 70 Werke

„Sleeping Poems“ heißt die dreidimensionale Papierarbeit von Wilhelm Schramm. Foto: Ute Eschenbacher

Der Kunstverein Bayreuth zeigt seine Jahresaussstellung im Neuen Schloss in der Eremitage. Die Vielfalt an Stilen und Techniken ist groß und bietet ein weites Feld zur Kunstbetrachtung.

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Die 72. Bayreuther Kunstausstellung sollte ursprünglich bereits am 10. August zu Ende gehen, wurde aber bis zum Sonntag, 14. August, verlängert. Der Eintritt ist frei.

Ein Besuch der Sommerausstellung, traditionell im Neuen Schloss der Eremitage Bayreuth, lohnt sich allemal. Die Vielfalt ist groß: 70 Werke von 63 Künstlerinnen und Künstlern aus dem gesamten Bundesgebiet, viele davon aus Bayern und Oberfranken, sind zu sehen.

Rund 400 Bewerbungen

Eine sechsköpfige Jury wählte die Werke zeitgenössischer Kunst im Vorfeld aus. „Wir waren von der Zahl der Bewerbungen sehr begeistert“, sagt stellvertretender Vorsitzender Jens Wagner im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zahl von rund 400 eingegangenen Bewerbungen zeige das „ungebrochene Interesse“ an der Jahresausstellung des Kunstvereins Bayreuth. Alle ausgestellten Werke wurden in einem anonymisierten Verfahren ausgewählt.

Mit der Resonanz ist Wagner zufrieden. Daher wurde die Sommerausstellung nun um eine weitere Woche verlängert. In der Ausstellung sind künstlerische Werke der unterschiedlichsten Techniken zu sehen. Acrylfarbe auf Leinwand, Kohle und Tusche auf Papier, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte, textile Kunst, Fotografien, Keramiken, Bronzen, Objekte aus Draht und Holz. Ein Spaziergang durch die Vielseitigkeit künstlerischen Schaffens.

Faszinierendes und Überraschendes

An so manchem Werk bleibt das Auge hängen: wie etwa an Judith Bauer-Bornemanns großformatiger, runder Arbeit „Death Corals“. Die Bambergerin schuf ein faszinierendes Bild in Graugrün und Weiß mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern.

Der Kunstdruck „Textur, streng“ von Thomas Stockerl aus Neubeuern könnte ebenso gefrorenes Hackfleisch zeigen als auch ein Knäuel aus rosafarbenen Fäden. Originell ist die „Powerflower“ von Lisa Haselbeck aus Nürnberg. Was sie aus der Umkehr der Flowerpower machte ist ein rundes Objekt aus Fahrradreflektoren und Metall. Von weitem durchaus an eine Blüte erinnernd.

Verloren in einem Berg aus Sand

Manch ein Werk trägt bereits einen roten Punkt – verkauft. Wie die beiden minimalistischen und doch starken Arbeiten von Monika Pellkofer „Feld der Liebe“ und „Wildes Herz im Aufruhr“. Auch die drei Collagen von Katrin Schinner aus Bayreuth sind schon weg. „Ein gefährliches Land“ hat sie ihre Szenen mit Cowboys und Indianern betitelt. Oder die Digitalfotografie „Lost“ der Bayreutherin Doreen Schwarz. Nur ein Kopf ragt noch aus einem Berg aus Sand heraus, in den sich ein Mensch eingebuddelt hat.

Das Ausgestellte hat durchaus seinen Preis – bis zu 3600 Euro oder auf Anfrage. Nur die kleineren Arbeiten der weniger bekannten Künstler liegen im unteren Hunderterbereich. Für jene Kunstliebhaber die gerne kaufen, womöglich eine interessante Information am Rande.

Der Kunstverein Bayreuth verlieh außerdem wieder den mit 1000 Euro dotierten Kunstpreis. Er ging an Swen Bernitz aus Zossen in Brandenburg, Jahrgang 1970. Er überzeugte mit zwei Bildern aus seiner fotografischen Serie „Poesie des Funktionalen“. Der scheidende Vorsitzende Stefan Mayer bescheinigte ihnen eine „fast sakrale Wirkung“. Sie zeigen Treppenhäuser des Dessauer Bauhauses in Doppelbelichtung.

Info: Die geplante Ausstellung im Kunstkabinett im Kunstmuseum am Sonntag, 7. August, entfällt. Stattdessen werden Werke von Stephan Klenner-Otto gezeigt. Beginn ist um 11 Uhr.

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