„Wir haben heute mit Abstand das größte Fahrzeug“, sagt Bräunig (55), der sich zusammen mit seinem Bruder Matthias (54) einen Platz zum Frühstücken im Fahrer-Festzelt gesucht hat. Dort läuft seit 8.30 Uhr das Fahrer-Briefing für die Teilnehmer am ersten Bayreuth Classic-Grand-Prix, den die Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH veranstaltet. Organisator Mario Brunner gibt die letzten Anweisungen, kurz nach 9 Uhr startet dann der erste von 62 Rallye-Teilnehmern.

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Die Bräunigs haben Startnummer 16. Los geht es für sie um 9.23 Uhr. Vorher checken die beiden Bayreuther noch kurz die Strecke für die erste Etappe, die durch das Fichtelgebirge zur Luisenburg in Wunsiedel führt. So richtig schlüssig sind für sie die Pfeile und Streckenhinweise im Roadbook nicht. „Wir waren noch nie bei so einer Rallye dabei“, sagt Martin Bräunig, der sich hinter das Steuer seines VW LT 28 Wohnmobils (96 PS) setzt. Das ist vor Kurzem 30 Jahre alt geworden, seit 25 Jahren gehört der Camper dem 55-jährigen Berufschullehrer. „Meine Frau und ich haben es damals gekauft, weil wir gerne Camping-Urlaub machen. Eine Zeit lang habe ich es aber auch als Zweitauto benutzt.“ In diesem Jahr war er mit dem Wohnmobil auf Deutschlandtour, sonst mit der Familie in Italien, Kroatien oder Frankreich unterwegs. Bräunig hat ein Faible für Fahrzeuge: unter anderem hat er eine 40 Jahre alte Vespa und noch zwei weitere Autos. Während der Fahrt schwärmt er von seinem allerersten Auto – einem Mini.

Matthias Bräunig macht auf der Fahrt den Navigator, gibt die Kilometerzahlen und die Richtung durch. Trotz ihrer Rallye-Premiere klappt das bis kurz vor Wunsiedel gut. Dann kommt eine Baustelle, die nicht auf dem Plan eingezeichnet ist, die beiden improvisieren mit dem Navi. Ab und an sind auch die anderen Oldtimer zu sehen, einige haben sich hinter dem Wohnmobil eingereiht. „Hoffentlich denken die nicht, dass wir wissen, wo es hingeht, weil wir ein Bayreuther-Kennzeichen haben“, sagt Martin Bräunig und lacht. An der Luisenburg angekommen, müssen die Teilnehmer die erste Spaß-Aufgabe lösen – einen heißen Draht, für den es eine ruhige Hand braucht. Insgesamt fünf solcher Test sind auf den Etappen zu bewältigen, am Schluss gewinnt der mit den meisten Punkten. Danach geht’s zurück auf den Volksfestplatz zum Mittagessen, bevor die Oldtimer weiterziehen in Richtung Eremitage, Festspielhaus und Fränkische Schweiz, insgesamt ist die Ausfahrt 200 Kilometer lang.
„Auf den weiteren Etappen klappt es bestimmt auch besser mit dem Roadbook. Man lernt ja nie aus“, sagt Matthias Bräunig.