60 Jahre Kita Wo die kleinen Saaser wachsen

Die Kita Saas feiert am Samstag 60-jähriges Bestehen. Carl Boxberger (links) wird für die Kinder ein Grußwort halten. Er war mit seinen fünf Geschwistern in der Kita. Nina Hauenstein leitet die Kita seit 20 Jahren. Und Rainer Sack hat 1959 sein Bündelchen geschnürt und ist mit seinen kleinen Freunden von der alten in die damals neue Kita umgezogen. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Einen Stadtteil, „in dem der Kindergarten gelebt wird“, sagt Nina Hauenstein, „den findet man nicht oft“. In der Saas gibt es einen solchen Kindergarten. Einen, der mit dem Stadtteil wächst. Auf rund 250 Kinder im kommenden Kindergartenjahr. Der Kindergarten hat jetzt auch was zu feiern: 60-jähriges Bestehen. In einer nicht ganz einfachen Phase.

Die einen können sich noch an die Anfänge erinnern. Rainer Sack, zum Beispiel. Der Saaser kennt noch den Kindergarten in der Pottaschhütte und ist am 31. Oktober 1959 mit seinen Freunden umgezogen in den neuen Kindergarten. Der heute noch Teil des massiv gewachsenen Kindergartens Saas ist, der in der Regie der Diakonie läuft. Nina Hauenstein (45), die Leiterin, ist seit 20 Jahren in der Saas. „Eigentlich eine Projekt-Frau“, wie sie sagt. Eine, die gerne Neues anpackt. Und gepackt worden ist von der Saas. „Als ich kam, hatten wir zweieinhalb Gruppen mit ungefähr 65 Kindern. Wir hatten keine Schulkind-Betreuung, über Mittag nicht offen. Das Team war klein und überschaubar. Sechs Leute.“ Jetzt sind es 210 Kinder, „und zwischen 26 und 28 Kolleginnen“.

250 Kinder ab September

Und die Tendenz geht weiter nach oben. 250 Kinder werden es ab September sein, schätzt Hauenstein. Der Standort im Erikaweg und der neben der Schule im Pausenhof, wo der – ebenfalls aufgestockte – Container-Hort steht, wird einen weiteren Standort bekommen. Wo, „das ist noch nicht beschlossen“. Der nächste Schritt in der 60-jährigen Geschichte für die aktuell größte Kita der Diakonie, „die eine wichtige Einrichtung in dem Stadtteil ist. Ein Kommunikationszentrum für Eltern, Kinder, Schule“, wie Diakonie-Vorstand Franz Sedlak sagt. „Wir sind stolz drauf, dass wir mit Schule – der Rektorin Stefanie Schmidt –, Stadtverwaltung – Sozialreferentin Manuela Brozat – und Eltern mit dem runden Tisch die Hort-Lösung in den Griff bekommen haben“, sagt Sedlak. Eine gute Basis, um „an dem Standort räumlich und strukturell“ für die Zukunft zu planen.

Die Tante Lieselotte und der Lederfinger

„Ich bin 1959, damals noch in der alten Kita, sagen wir mal, aufbewahrt worden“, sagt Rainer Sack (63) und grinst. „Das war mehr spielen. Und unter Obhut sein.“ Betreut von „Tante Lieselotte, die war bekannt mit ihrem schwarzen Lederfinger. Da hatte sie wohl mal eine Verletzung. Und von Tante Martha, das war die Tochter der Saaser Mesnerin, das waren beides Institutionen.“ Von den Backsteinhäusern in der Pottaschhütte – auf der anderen Seite der Wiese – zieht der Kindergarten in den Erikaweg um. Heute gut doppelt so groß und zwischen 2004 und 2006 erweitert. „Geplant waren zwei Gruppen, während der Bauzeit haben wir auf drei aufgestockt und mit der vierten, der Kleinkind-Gruppe begonnen. 2006 kamen dann gleich die Schulkinder dazu, die Hortbetreuung“, sagt Nina Hauenstein. Der Stadtteil wächst, der Kindergarten wächst auch – bis eben Ausweichmöglichkeiten nötig werden. Die ehemalige Mesner-Wohnung im Altbau, der Schulhof der Lerchenbühl-Schule.

Feier am Samstag ab 14 Uhr

Am Samstag feiert der Kindergarten ab 14 Uhr sein Fest. Mit einem Gottesdienst in der Kirche, „dann mit Spiel, Spaß und Freude im Kindergarten. Mit Kinderflohmarkt, Spielstationen im Erikaweg. Eigentlich ein Fest für die ganze Saas“, sagt Nina Hauenstein. Hauenstein erwartet viele Saaser. Die ihre Verbundenheit zeigen, weil sie viel mitgenommen haben aus ihrer Zeit im Kindergarten. Wie zum Beispiel Carl Boxberger (21), der wie seine fünf Geschwister die Kita durchlaufen hat. Carl Boxberger wird die Rede für die Kinder halten, ein kleines Grußwort zum Geburtstagsfest. „Ich habe so viele schöne Erinnerungen. Wie ich beim Umbau mit dem Motzer“ – Herbert Schnörer, seit Jahrzehnten einer der Saaser Aktivposten – „Mini-Bagger fahren durfte. Das werde ich wohl nie vergessen“, sagt der angehende Kraftfahrzeug-Mechatroniker. „Und ich habe, neben der im Elternhaus, viel Erziehung und Werte mitbekommen. Das fällt mir heute oft im Alltag auf.“ Bei anderen, denen genau das fehlt.

Gesellschaftlicher Spiegel des Stadtteils

Die Kita Saas ist für Nina Hauenstein gesellschaftlicher Spiegel des Stadtteils: „So viele engagierte, ehrliche, oft direkte Menschen. Die auch für ihre Kita kämpfen. Das Leben im Stadtteil mit seinen Netzwerken: den Siedlern, den Eltern, die mit anpacken – und oft auch spinnerte Ideen umsetzen helfen. Das macht tatsächlich Freude.“

 

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