50.000 Euro Nachzahlung "Die wärmste Kirche der Stadt"

Die Herz Jesu Kirche in Pegnitz. Foto: Otto Pilz

PEGNITZ. Am vergangenen Sonntag verkündete Pfarrer Peter Klamt, dass die Herz Jesu Kirche in Not geraten sei. Denn erst vor kurzem erfuhr die Pfarrei, dass es einen Fehler bei der Gasabrechnung gab und nun eine Nachzahlung von über 50.000 Euro ansteht. Eine so große Summe kann die sparsame Pfarrei nicht auf einen Schlag abbezahlen und hofft auf ein Entgegenkommen des Anbieters.

Wie es im Detail dazu kam, dass über Jahre zu wenig gezahlt wurde, das lässt sich jetzt nicht mehr nachvollziehen, meint auch der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Manfred Vetterl. Fakt ist, dass die Herz Jesu Kirche einem Gasanbieter eine große Summe Geld schuldet. „Beim Ablesen wurde offensichtlich eine Kommastelle falsch abgelesen“, erklärt Vetterl und versucht damit etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Forderung unstrittig

Im Turnus von drei Jahren prüft der Anbieter die jeweiligen Gaszähler eigenständig. Dabei wurde der Fehler bemerkt. Bei der Überprüfung viel vor allem auf, dass nur die Kommastelle falsch gesetzt wurde, die Zahlen stimmen überein. „In eine kalte Kirche kommen keine Leute“, merkt Kirchenpfleger Alexander Nierhoff an, „das ist kontraproduktiv.“ Denn niemand möchte bei Minusgraden im Winter in einer ausgekühlten Kirche sitzen.

Es hilft also alles nichts, das verbrauchte Gas muss nun nachbezahlt werden. Die Forderung sei unstrittig – alle Kosten nach der allgemeinen Verjährungsfrist von drei Jahren müssen nun beglichen werden, dazu merkt Vetterl an: „Das stellt uns vor große Probleme, denn sofort die Rechnung begleichen, das können wir nicht.“ Mit dem vorhandenen Etat von 70.000 Euro müsse das Personal und andere Dinge bezahlt werden – es blieben grob 7.000 Euro.

Keine Auswirkungen auf Kirchenbetrieb

„Ich warte auf ein Angebot vom Anbieter, wie man das Ganze in kleinen Raten zahlen kann“, sagt Nierhoff. Zudem hofft man über das allgemeine Kirchgeld an etwas Geld zu kommen. So sei es keine Pflicht, aber wer der Kirche helfen möchte, könnte das auf diesem Wege tun. „Es wird nur angeregt. Ein kleiner Spendenaufruf“, sagt Vetterl, „um uns zu helfen, dass wir nicht so lange an diesem Minus zu knabbern haben.“ Die Schulden sollen derweil keine Auswirkung auf den normalen Kirchenbetrieb haben. Vetterl weiter: „Wir sind und bleiben die wärmste Kirche der Stadt“.

Trotzdem werde nun jede Ausgabe penibel geprüft – auf korrekte Daten und ob diese überhaupt nötig ist. Die Herz Jesu Kirche muss mit der großen Nachzahlung nun noch genauer auf alle Kosten achten und sparsamer Haushalten.

„Ich habe die Gemeinde informiert“, sagt Pfarrer Peter Klamt und meint damit die Besucher des Gottesdienstes am vergangenen Sonntag. Wer da nicht die Predigt gelauscht hat, verdient es offenbar nicht, informiert zu werden, denn mehr wollte der Pfarrer dazu nicht sagen.

 

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