500 000 Euro Schaden Brand bei Kulmbacher Holzfirma

KULMBACH. Am Dienstagmorgen brennt es in einer Holzbaufirma in Kulmbach: Rund 140 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Der Schaden ist enorm.

Es hätte leicht eine Brandkatastrophe von immensem Ausmaß werden können. Glücklicherweise ist es rund 140 Einsatzkräften der Rettungsdienste in einem Großeinsatz gelungen, das abzuwenden. Der Sachschaden, den der Brand in einer 120 Meter langen Halle der Firma Fleischmann Holzbau im Kulmbacher Stadtteil Seidenhof angerichtet hat, geht trotzdem in die Hunderttausende. Stundenlang haben die Feuerwehrleute den Brand bekämpft. Jetzt ermittelt die Kripo die Ursache. Nach ersten Erkenntnissen der Brandfahnder war vermutlich ein technischer Defekt in einer Sägeanlage der Auslöser für das Feuer.

Firmenchef Harald Fleischmann selbst war es, der am Dienstag am frühen Morgen, als er in den Betrieb kam, das Feuer in der Sägeanlage entdeckte, berichtet Stadtbrandmeister Michael Weich. Sofort alarmierte der Unternehmer um 5.39 Uhr die Feuerwehr. Als die ersten Kräfte eintrafen, drang aus der großen Produktionshalle des Holzbauunternehmens dichter Rauch. Der Brandherd war dadurch zunächst schwer zu ermitteln. Die große Gefahr: Die riesige Betriebshalle ist aus Holz, im Inneren lagerte zudem viel Holz. Die erste Aufgabe für die Feuerwehr war es deshalb nach Angaben von Einsatzleiter Michael Weich gewesen, ein Übergreifen der Flammen von der Maschine auf das Gebäude zu verhindern. Vier Atemschutztrupps übernahmen die Löscharbeiten im Inneren. Michael Weich konnte sich dabei auf Harald Fleischmann und seine Frau Petra verlassen, die die Einsatzkräfte einweisen, ihnen die kürzesten Wege zeigten und damit wertvolle Zeit für die Löscharbeiten gewannen. Vorsichtshalber wurde auch die Drehleiter in Stellung gebracht, um bei einer Brandausbreitung schnell eingreifen zu können.

"Glücklicherweise konnten wir die Flammen schnell ersticken, noch bevor sie auf die Außenwände der Halle übergreifen konnten", berichtet der Einsatzleiter. Einfach sei das bei dem vielen Holz nicht gewesen. Aber das Ziel wurde erreicht. Um das Feuer endgültig zu löschen musste danach zunächst die riesige Halle entlüftet werden. Fünf Hochleistungs-Lüfter wurden dafür eingesetzt. Das allein dauerte zwei Stunden. Als die Feuerwehr die Sägeanlage schließlich nochmals mit Hilfe einer Wärmebildkamera untersuchte, fanden sich unter Verkleidungen weitere Brandherde. Die wurden gelöscht, nachdem die Verkleidung abgebaut worden war.

Gegen 10.30 Uhr, fünf Stunden nach der Alarmierung, konnten die Feuerwehren wieder abrücken. Auch die vorsichtshalber gelegte Löschwasserleitung zur Kieswäsch konnte unbenutzt wieder abgebaut werden. Michael Weich zeigte sich erleichtert: "Das hätte alles sehr viel schlimmer ausgehen können, wenn das Feuer nicht am Morgen, sondern in der Nacht ausgebrochen wäre."

Die Alarmierungslage, sagt Oberbürgermeister Henry Schramm, sei anfangs sehr bedrohlich gewesen. "Wenn es in einer Zimmerei brennt, weiß man, dass das in einer Katastrophe enden kann." Auch Schramm war angesichts der Lage neben Kreisbrandrat Stefan Härtlein und Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl am frühen Morgen an den Brandort in Seidenhof geeilt. Durch das umsichtige Handeln des Betriebseigentümers und seiner Mitarbeiter sei bereits wirklich schwerer Schaden abgewendet worden. "Unsere Rettungskräfte haben dann alles weitere getan, um das Feuer schnell in den Griff zu bekommen." Von der Leistung der Feuerwehren und aller anderen Einsatzkräfte zeigte sich Schramm beeindruckt: "Es ist super, wie unser Rettungswesen auf ehrenamtlicher Basis funktioniert."

Im Einsatz waren nach Angaben von Michael Weich die Feuerwehr Kulmbach mit zwölf Fahrzeugen und 50 Kräften. 20 Feuerwehrleute aus Mainleus haben ebenso wie die Feuerwehren aus Willmersreuth, Buchau-Dörfles, Rothwind, Wernstein, Veitlahm und Melkendorf die Löscharbeiten unterstützt. Pfarrer Michael Schäfer war als Notfallseelsorger der Feuerwehren ebenso vor Ort wie ein Fachberater des Technischen Hilfswerks, die Atemschutzlogistik der Feuerwehr aus Stadtsteinach und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung der Feuerwehren sowie das BRK unter Leitung von Maximilian Türk und mehrere Streifen der Kulmbacher Polizei.

Nach Angaben eines Sprechers des Bayreuther Polizeipräsidiums muss von einem Schachschaden von mindestens einer halben Million Euro ausgegangen werden. Die Ermittlungen der Brandfahnder der Kripo sind noch nicht abgeschlossen.

Auch wenn Teile der Halle und des Maschinenparks derzeit nicht genutzt werden können, geht der Betrieb weiter, bestätigt eine Mitarbeiterin. Rund 80 Beschäftigte sind für die Firma tätig, das sowohl Zimmererarbeiten als auch Dachdecker- und Klempnerarbeiten ausführt und weit über die Kulmbacher Region hinaus tätig ist. Der Betrieb am Leitenacker 7 in Seidenhof auf einem rund zwei Hektar großen Gewerbegrundstück wurde als Neubau erst 2013 bezogen, 2015 wurde ein Bürogebäude angebaut. Wegen seiner innovativen Ausrichtung wird das expandierende Unternehmen immer wieder als beispielhaft dargestellt.

 

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