5-Euro-Business-Wettbewerb Mit Köpfchen und wenig Geld zum eigenen Unternehmen

34 Interessierte haben sie bereits an Bayreuther Sportvereine vermittelt: Das Team von Sportato (von links) Max Schneevoigt, Elke Weidenfelder und Lukas Braun. Foto: Ute Eschenbacher

BAYREUTH. Beim bayernweiten Gründerwettbewerb 5-Euro-Business nehmen in Bayreuth vier Teams teil. Am Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrum für Fragen der mittelständischen Wirtschaft (BF/M) der Universität Bayreuth sind ihre Geschäftsideen bereits eingegangen. Die Entscheidung über das beste Start-up fällt am Donnerstag.

Eine Idee: Eine Greenbox, ein Pfandsystem für Mehrwegverpackungen in der Gastronomie, hat der Kurier bereits vorgestellt. Diese Box aus Bio-Materialien soll mehrfach verwendet werden und vollständig recycelbar sein. Die Gäste nehmen darin ihr Essen mit nach Hause, behalten den Behälter für die nächste Abholung oder geben ihn wieder ab.

Eine digitale Gründeridee verfolgt das Team von Driv Mate, bestehend aus Jakob Morfeld und Yasser Halawani. Dabei handelt es sich um eine digitale Fahrschule, die etwa den Theorieunterricht über Lernvideos erteilt. Die Fahrschüler sollen die Stunden direkt beim Lehrer buchen können. Alle Dokumente, die für die Anmeldung zur Fahrprüfung nötig sind, sollen ebenfalls digital zur Verfügung stehen, so die Idee dahinter.

Eine Hilfe für Studenten am Beginn ihres Studiums haben Sophie Meining, Loraine Elflein und Fabian Römpke entwickelt. Die BWL-Studenten an der Uni Bayreuth haben einen Campus-Planer erfunden. Der Semesterkalender Cosi sei speziell auf die Stadt und die Uni Bayreuth abgestimmt, berichtet Sophie Meining. Er beinhalte die wichtigsten Termine, Fristen und Insiderinfos über die Universität und die Stadt.

"Unser Ziel ist es, den zukünftigen Studierenden einen guten Start ins erste Semester des Studiums zu ermöglichen und ihnen ihre neue Heimatstadt näher zu bringen", erklärt Sophie Meining. "Da wir am Anfang unseres Studiums neu nach Bayreuth gezogen sind und uns mittlerweile sehr gut hier eingelebt haben, können wir uns besonders gut in die Lage der Erstsemester hineinversetzen." Der Semesterkalender Cosi soll jeweils pünktlich zum Wintersemester auf den Markt kommen.

Hilfe für Bayreuther Sportvereine

Spotato heißt das vierte Bayreuther Start-up, das die lokalen Vereine und Sportstätten Bayreuths besser mit den Studenten verbinden will. Die Wortschöpfung aus Sport und Kartoffel (Englisch: Potato) geht auf Elke Weidenfelder, Max Schneevoigt und Lukas Braun zurück. Wie die Greenbox entstand ihre Unternehmensidee im Laufe eines Seminars. "Wir wollen eine digitale Plattform für lokale Vereine sein", erklärt Lukas Braun.

Der 25-Jährige macht gerade wie auch die beiden anderen Teammitglieder den Master in BWL. "Unsere Vision war zunächst, dass wir Leute zusammenbringen wollen." Damit war der "Ideenprozess" in Gang gesetzt, in dessen Zuge sie auch Befragungen durchführten. In Interviews mit potenziellen Nutzern kristallisierte sich langsam heraus, welche ihrer ursprünglich drei Ansätze sie weiter verfolgen wollten. Es sollte sich um das Themenfeld Sport drehen.

"Wir wollen ungenutzte Ressourcen der Vereine besser auslasten", erläutert Lukas Braun. Denn: "Wir haben herausgefunden, dass Plätze zu gewissen Zeiten oft leer stehen oder Trainer nicht ausgelastet sind. Das versuchen wir zu ändern, indem wir genau zu diesen Zeiten die zeitlich flexiblen Studenten an die Vereine vermitteln."

Daher gingen sie auf Bayreuther Sportvereine zu und sprachen mit ihnen über ihr Angebot. Vornehmlich soll es um Sportarten gehen, die beim Unisport überhaupt nicht oder nur selten angeboten werden. Dazu gehöre zum Beispiel Tauchen, Golfen, Triathlon oder Minigolf, sagt Elke Weidenfelder. "Wir wollen Vereine und Kunden ansprechen, und das sollen nicht nur Studenten sein. Aber so können wir den Campus vielleicht besser mit den Bayreuther Vereinen verbinden."

Vermittler von Kapazitäten

Die Gründer sehen sich als Vermittler und hoffen, über geringe Gebühren zumindest die Unkosten decken zu können. "Wenn es in Bayreuth gut funktioniert, können wir auch in andere kleine Städte expandieren", sagt Max Schneevoigt. Bisher konnten immerhin 34 Leute an Sportvereine vermittelt werden. Der Enthusiasmus weiterzumachen, ist jedenfalls bei allen dreien vorhanden. Egal, ob sie ein Preisgeld bekommen oder nicht. Da sie aber mit ihrer Idee offenbar einen Nerv getroffen haben, wollen sie das Netzwerk weiter ausbauen.

Die Studenten profitieren dabei von vergünstigten Preisen, die Vereine erhalten Einnahmen zu Zeiten, an denen sie sonst keine Leute finden. Die Studenten zahlen dabei pro gebuchter Aktivität einen kleinen Betrag. So können sie viele verschiedene Sportarten erst in Ruhe ausprobieren, bevor eine längere Vereinsmitgliedschaft eingegangen werden muss. Bei weiterem Interesse ist ein Übertritt in den Verein natürlich nicht ausgeschlossen.

Zudem können sich die Vereine und Sportstätten so gezielt an die Zielgruppe Studenten wenden. Sportato hat als einziges Startup eine eigene Webseite eingerichtet und ist natürlich auf Facebook und Instagram erreichbar. Über die Seite im Internet können sich Interessierte anmelden.

Am Donnerstag, 25. Juli, um 17 Uhr präsentieren sich die Teams im Tagungszentrum der Uni, ab 18 Uhr stellen sie ihre Geschäftsideen in sogenannten Pitches vor. Auf den Erst- und Zweitplatzierten warte ein Preisgelde von insgesamt 1800 Euro, erklärt Julian Kettl, Ansprechpartner für den Wettbewerb.

"Die Angebote für Gründer und Startups nehmen Jahr für Jahr zu", sagt Kettl. Am Wettbewerb teilzunehmen sei relativ aufwendig - womöglich seien deshalb diesmal nur vier Teams im Rennen. "In Sachen Gründungen passiert im Moment echt viel in Bayreuth", sagt Kettl mit Hinweis auf die neue Stabsabteilung Unternehmertum und Innovation der Uni Bayreuth.

 

 

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