Die Herausforderungen im kommenden Jahr seien besonders groß. "Mit dem Teamgeist, der uns bisher auszeichnete, können wir sie bewältigen", sagte Leible. Zu den künftigen Vorhaben zählen die Mitgestaltung des Medizin-Campus Oberfranken, der Aufbau einer siebten Fakultät in Kulmbach, der Betrieb des Bayerischen Zentrums für Batterietechnik, der Ausbau der Gründer-Uni und das Exzellenzcluster der Bayreuther Afrikaforschung.

Bereits in den vergangenen Jahren war die Afrikaforschung in Bayreuth sehr erfolgreich. Jetzt wurde sie mit einem Einzel-Cluster geadelt und nimmt damit in der bundesweiten Forschungslandschaft eine herausragende Rolle ein. Das dokumentiert eine Grafik, die alle deutschen Exzellenzcluster aufzeigt und die Leible "meine neue Präsidenten-Lieblingsfolie" nannte. Zum Erfolg der Afrikaforschung trage die internationale Graduiertenschule Bigsas mit Dymitr Ibriszimow an der Spitze wesentlich bei. Von 2009 bis 2018 war Imbriszimow Sprecher der "Bayreuth International Graduate School of African Studies", die bereits von der Exzellenzinitiative des Bundes unterstützt worden war. Im Oktober 1999 war er Inhaber des Lehrstuhls Afrikanistik II der Uni Bayreuth geworden. 

Für sein jahrelanges Engagement erhielt "Papa Bigsas" am Donnerstag die Universitätsmedaille. Die Auszeichnung würdigt seine Verdienste um Bigsas und sein "mit Herz und Verstand" entwickeltes Konzept dafür. Über die Jahre habe er "eine Promovierendenkultur" mit einer Riege von herausragenden Wissenschaftlern hervorgebracht. Der Professor habe immer wieder dafür gesorgt, dass die Bayreuther Afrikaforschung in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, sagte Leible. Dazu gehören ein Literaturfestival, eine Afrika-Kinoreihe und ein eigener Bigsas-Journalistenpreis. Das Bigsas-Netzwerk leiste einen entscheidenden Beitrag "zur erfolgreichen Internationalisierungsstrategie" der Uni Bayreuth. Die Nachwuchswissenschaftler habe stets ermutigt, "frei, quer und Neues zu denken und ihre Positionen selbstbewusst zu vertreten".

Literaturprofessor Jan Philipp Reemtsma, Gründer des Hamburger Instituts für Sozialforschung und geschäftsführender Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, sprach in seinem Festvortrag "Über das Wichtignehmen". Dabei ging es ihm nicht zuletzt um die Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Studienfächer. Es sei nicht verwerflich, etwas um seiner selbst willen zu tun. "Ein Tun, nur aus seiner Konsequenz heraus, ist leer." Reemtsma nannte diese Denke den "Um-Zu-Zwang". Die Folgen einer Handlung zu bedenken, sei richtig, aber einen "Kollateralnutzen" gebe es nicht. "Die Gedanken sind Ihre, die guten und die blöden, und sie sind wichtig, weil sie Ihre sind." Für Akademiker sei das Wichtignehmen quasi Berufsvoraussetzung. Und jedes Fach verdiene es für sich, wichtig genommen zu werden. Literatur, Musik, Kunst - sie alle hätten keinen konkreten Nutzen. Und dennoch sei eine Beschäftigung damit unerlässlich.