Crimmitschau - Dank des vollauf verdienten Überraschungscoups verschaffte sich die Mannschaft von Trainer Petri Kujala wieder etwas Luft im Tabellenkeller der DEL2. Gerade rechtzeitig, um ein einigermaßen geruhsames Weihnachtsfest zu verbringen.

Vielleicht hätte man als Bayreuther Anhänger einfach nur auf Petri Kujala vertrauen und nicht so sehr in die Glaskugel schauen sollen. Der 50-Jährige hatte seiner Mannschaft nämlich trotz der widrigen Umstände durchaus zugetraut, den Bock bei den Westsachen umzustoßen. Er hatte im Vorfeld von einem kleinen, aber nach wie vor äußerst intakten Gebilde gesprochen, als er seine Mannschaft skizzierte.

Harsche Kritik von Coach Mario Richer an sein Team

So trat sie in Crimmitschau auch auf und traf dort auf einen Gegner, der etwas zu hoch auf dem Ross zu sitzen schien. „Das ist manchmal aber auch wirklich nicht so einfach, die richtige Spannung aufzubauen, wenn du siehst, dass da ein Gegner mit nur fünf Verteidigern und acht Stürmern anreist“, nahm Kujala die Mannschaft seines Trainerkollegen Mario Richer in Schutz. Der sah die Sache naturgemäß etwas anders, sprach von der schlechtesten Leistung, seit er das Zepter schwinge.

Man konnte ihm kaum widersprechen. Bis seine Mannschaft Spannung aufgebaut hatte, lag sie schon mit 0:4 im Rückstand. Imponierend war vor allem, mit welch hoher Intensität der Bayreuther Mini-Kader von Beginn an zu Werke ging, die sichtlich verdutzten Eispiraten durch große Aggressivität immer wieder zu Fehlern zwang und daraus eine Vielzahl von Chancen kreierte. Die Gäste hätten zu Beginn des Schlussabschnitts sogar deutlich höher führen können als nur mit 4:0, so viele Chancen hatten sie gehabt. „Das wäre aber schon ein bisschen zu viel des Guten, wenn wir jetzt auch noch beklagen, dass wir zu wenig Tore geschossen haben“, sagte Kujala.

Am Ende geht der Sprit aus – aber Herden ist da

Der musste mit ansehen, wie die Kräfte im Schlussabschnitt merklich schwanden. „Wir waren ja nur acht Stürmer und fünf Verteidiger. Man hat richtig gemerkt, wie uns der Sprit ausging und wir auch an Konzentration verloren haben“, sagte Bayreuths Tyler Gron über die leicht kritische Schlussphase, in der Tigers-Torhüter Timo Herden ein ums andere Mal Kopf und Kragen riskieren musste. „Er hat seine Sache aber auch wirklich sehr gute gemacht“, fand Kujala lobende Worte für seinen Rückhalt. Der verhinderte, dass die Eispiraten nur mehr auf 4:2 herankamen und seine Mannschaftskameraden auf der Rückfahrt endlich wieder einmal ein Siegerbierchen genießen konnten. „Aber wirklich nur eins“, sagte der Bayreuther Coach, der durchaus ein zweites gestattet hätte. „Aber die Fahrt ist ja so kurz. Außerdem sind die Jungs so platt, mehr geht da gar nicht.“


Bayreuth Tigers: Herden – Karrer, Davis; Mannes, Pokovic; Meisinger – Järveläinen, Rajala, Gron; Lillich, Kolozvary, Zimmermann; Bindels, Wagner.

Eispiraten Crimmitschau: Bitzer – Schietzold, Heyer; Hudson, Thomas; Olleff, Scalzo – Lemay, Timmins, Ewanyk; Demmler, Pa. Pohl, Pe. Pohl; Gams, Weiß, Walsh; Weißgerber, Böttcher, Rudert.

SR: Janssen; Sicorschi;

Strafminuten: Crimmitschau 6, Bayreuth 8; Tore: 0:1 (3.) Lillich (Gron), 0:2 (23.) Mannes (Järveläinen), 0:3 (38.) Järveläinen (Bindels, Davis), 0:4 (43.) Kolozvary (4 gegen 5), 1:4 (47.) Hudson (Lemay, Ewanyk – 5 gegen 4), 2:4 (54.) Scalzo (Lemay, Ewanyk).