Es ist noch dunkel, als Andreas B. am 19. Oktober 1990 den Milchhof Roßwein bei Dresden erreicht. Viele Stunden sitzt der 24-Jährige aus Niedersachsen schon am Steuer, auch am Vortag war er lange unterwegs. „Die Ruhezeiten hat er nicht eingehalten“, heißt es später in der Gerichtsakte. Der junge Mann lässt den Milchtanklastzug befüllen und startet kurz nach 5 Uhr in Richtung Autobahn. Sein Ziel ist Neu-Ulm, erreichen wird er es nicht. Gegen 8.30 Uhr passiert er die Hügelkuppe bei Münchberg, hinein in die Senke. Laut Gerichtsakte beträgt sein Tempo mindestens 75 km/h, obwohl ihm dichter Nebel die Sicht nimmt.