Erläutert wurden die Ergebnisse von einem Kriminalbeamten der Kriminalpolizei für Zentralaufgaben (KPI/Z), der ehemaligen OK-Dienstelle in Bayreuth. Die Finanzermittler waren Ende Juli 2013, also kurz nach Krauses Verhaftung, aufgrund von Geldwäscheverdachtsmeldungen der Sparkasse Bayreuth und der Deutschen Bank tätig geworden. Der Zeuge und seine Kollegen hatten internationale Handelsregister durchforstet, Kontoauszüge ausgewertet, Unterlagen aus erfolgreichen Rechtshilfeersuchen gesichtet, beschlagnahmte Akten gelesen. Das Ergebnis: Zentrale Figur der Ermittlungsergebnisse ist nämlich Krauses Jugendfreund Michael J. Er steckt sowohl hinter der Beratungsfirma Zarando in Zypern, als auch hinter diversen anderen Firmen, an die von der Zarando Gelder weitertransferiert wurden. Die Spezialisten der Abteilung Finanzermittlungen fanden heraus, dass einige der Firmen nur wenige Tage vor der ersten der vier in rede stehenden Überweisungen gegründet worden waren. Zum Teil hatten die Firmen Strohmänner oder Strohfrauen als Direktoren – im Hintergrund zog Michael J. die Fäden. Der Zeuge: „Die Geschäftsführerin der Zarando war vorgeschoben. Sie hatte drei Monate Vertrag.“ Weitere Beteiligte sollen die Mutter von Michael J. gewesen sein und ein 52-jähriger, ehemaliger Arcandor-Manager namens Serdan J. Der war im Oktober als Zeuge in Hof – und berief sich im Zeugenstand zum größten Teil auf sein Aussageverweigerungsrecht als Beschuldigter im Geldwäscheverfahren. Michael J. war knapp einen Monat in Dubai inhaftiert gewesen, kam aber wieder auf freien Fuß. Seine Anwältin hat zwischenzeitlich eine Interviewanfrage dieser Zeitung zurückgewiesen.