27:27 in Söhre Haspo punktet in letzter Sekunde

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Regelrecht einfangen mussten die euphorisch jubelnden Bayreuther ihren Teamkollegen Anton Beck (rechts), der zum 27:27 getroffen hatte. Foto: Fotodesign X-trascharf/Kais Bodensieck

Erstes Erfolgserlebnis für Haspo Bayreuth in dieser Saison der 3. Handball-Liga Ost: Mit Ablauf der Spielzeit gelingt beim Aufsteiger Sportfreunde Söhre der glückliche Treffer zum 27:27 (13:16).

Ohne den erkrankten Timo Böker, dafür wieder mit Torwart Tizian Braun, war Haspo zum Aufsteiger nach Niedersachsen gereist. Die Anfangsphase war auf Bayreuther Seite von Fehlern und Schwächen im Abschluss geprägt. Die Gastgeber kamen besser ins Spiel und erzwangen die erste Bayreuther Auszeit beim Stand von 7:3 (12.). Das Timeout brachte Struktur in den folgenden Angriff, und ein Torwartwechsel zu Tizian Braun half dabei, die Abwehr zu stabilisieren. Mit Ballgewinnen und geduldigem Spiel im Angriff kam Haspo auf 7:8 heran und zwang nun die Gastgeber zur Auszeit.

Was man im Bayreuther Spiel in dieser Saison noch vermisst sind die Tore aus dem Tempospiel, wobei natürlich der Ausfall von Saborowski eine Rolle spielt. Zudem fehlt im Positionsspiel zuweilen die Entscheidungsqualität des früheren Spielmachers Tim Herrmannsdörfer. Bracher versuchte dies mit variierenden Besetzungen zu kompensieren. So stellte etwa Johannes Ruoff als Linkshänder auf der Rückraummitte die einheimische Abwehr vor neue Aufgaben. Mit dieser Konstellation gelang der Ausgleich zum 12:12 (26.) über Oskar Eule, der für Ruoff die rechte Außenbahn besetzte. Der starke Tom Elschner ließ sogar mit dem 13:12 die erste Bayreuther Führung folgen.

Den auffälligsten Feldspieler der Gastgeber, Niklas Ihmann (10/3 Tore) hatte Haspo zu dieser Zeit ganz gut im Griff. Drei Fehlpässe in den Schlussminuten der ersten Halbzeit machten allerdings die Früchte der Aufholjagd wieder zunichte. Drei einfache Abschlüsse aus sechs Metern und ein Strafwurf ermöglichten den Sportfreunden noch vier Tore zu einer Pausenführung in etwas schmeichelhafter Höhe.

Nach ausgeglichenem Beginn der zweiten Hälfte arbeitete sich Haspo mit cleverem Unterzahlspiel und dank Fehler der Gastgeber wieder auf 18:18 heran. In einem nun sehr unterhaltsamen Spiel mit ständig wechselnden Führungen zeigten dann beide Teams Schwächen mit Fehlpässen und einfachen Ballverlusten. Den spielerischen Höhepunkt markierten die Bayreuther in Unterzahl, als Eule per Kempa-Zuspiel von Steffen Berghammer die 20:19-Führung erzielte (43.). Auch Eule wurde im Laufe der zweiten Halbzeit auf der Spielmacher eingesetzt und erwies sich als weitere Option mit einem Linkshänder in der Schaltzentrale.

Ihrem Torhüter Pascal Kinzel hatten es die Gastgeber zu verdanken, dass sie in der 54. Minute wieder mit 25:23 vorn lagen. Vier Minuten vor dem Ende sprach aber beim Stand von 25:26 schon wieder viel für die Bayreuther. Da hatte Maximilian Berthold zwei Tore vom Kreis nach Anspiel von Elschner erzielt und dabei noch eine Zeitstrafe gezogen. Die Gastgeber überbrückten diese Phase aber geschickt, zumal auch Ruoff für zwei Minuten auf die Bank musste.

Der nervenaufreibende Spielverlauf erreichte den Höhepunkt, als N. Ihmann 26 Sekunden vor dem Ende das 27:26 für Söhre erzielte, das Braun beinahe pariert hätte. Die folgende Auszeit von Bracher und die Einwechslung eines siebten Feldspielers schienen dann zu verpuffen, denn es sprang nur noch ein direkter Freiwurf mit Ablauf der Spielzeit heraus. Dafür wurde eigens der großgewachsene Anton Beck eingewechselt – und der fand tatsächlich die Lücke in der Abwehrmauer zum umjubelten Ausgleich.

Abwehrchef und Co-Kapitän Fabio Nicola war zufrieden mit einer diesmal aggressiveren Deckung, haderte aber mit der Chancenverwertung: „Wenn wir die Hälfte unserer vergebenen freien Chancen reinmachen, können wir das Spiel gewinnen.“ Haspo Bayreuth: Hennig, Braun – Beck (2), Klima (3/3), Nicola (1), Ruoff (2), Berthold (3), Berghammer, Dittmar, Elschner (8), Meyer-Siebert (1), Wopperer (3), Goeritz (2), Eule (3).

 

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