27. BBL-Spieltag Überraschungen oben und unten

Ein Münchner hat den FC Bayern besiegt: Karim Jallow (in schwarz) zog nicht nur in dieser Szene an Paul Zipser (links) und Leon Radosevic (rechts) vorbei, sondern trug insgesamt 24 Punkte zum sensationellen Erfolg der Löwen Braunschweig bei. Foto: Imago Images//Mladen Lackovic

Favoriten stolpern, Abstiegskandidaten gewinnen: Der 27. Spieltag der Basketball-Bundesliga hatte einige unerwartete Ergebnisse zu bieten.

Basketball - Selten in dieser Saison war ein Spieltag so reich an Überraschungen wie der 27. am vergangenen Wochenende. Sowohl in der Spitzengruppe als auch in der Abstiegszone gab es unerwartete Resultate.

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Trotzdem muss Bastian Doreth nicht lange überlegen, welches Ergebnis ihn am meisten verblüfft hat: „Schon der Sieg von Braunschweig bei Bayern München“, sagt der Kapitän von Medi Bayreuth. „Das zeigt wieder mal, wie viel Spaß diese Braunschweiger Mannschaft macht, die mit so viel Leidenschaft und Enthusiasmus spielt.“ Es spreche auch für eine Entwicklung des jungen Teams, dass es in der Lage sei, auch so ein knappes Spiel bei einem klaren Favoriten zu gewinnen. Der FC Bayern hatte einen 62:72-Rückstand (32.) in eine 81:78-Führung verwandelt (38.), aber die Löwen um den heute vor 24 Jahren in München geborenen Topscorer Karim Jallow behielten die Nerven. Benedikt Turudic vergab zwar den Freiwurf zum 83:83, aber aus dem Rebound machte Martin Peterka sogar zwei Punkte zur Führung. In den verbleibenden 25 Sekunden ließen die kampfstarken Löwen dann keinen Münchner Abschluss mehr zu.

Bei allem Verständnis für die Belastung in der Euroleague, wo der FC Bayern am Freitag beim Tabellenführer FC Barcelona mit 82:72 aufgetrumpft hatte, überrascht Doreth vor allem der zweite Fehltritt der Münchner nach der Erfahrung in Gießen (94:95): „Das darf eigentlich nicht passieren, aber es ist das Schöne an dieser Liga, dass es eben trotzdem möglich ist.“

Auch der andere deutsche Euroleague-Vertreter konnte aus einer unliebsamen Überraschung keine entscheidenden Schlüsse ziehen: Alba Berlin scheiterte mit 68:75 gegen die Hamburg Towers ganz genau so an den Defensivqualitäten des nunmehr seit acht Spielen unbesiegten Tabellensechsten wie vor nur knapp drei Wochen im Hinspiel (75:90). „Die Hamburger sind nun mal sehr unangenehm“, sagt Doreth. „Deswegen überrascht mich das nicht so sehr wie die Niederlage der Münchner.“

Nach sieben Niederlagen: MBC siegt beim Fünften

Am Tabellenende bewies Schlusslicht Rasta Vechta mit 82:69 gegen Chemnitz, dass die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch lebt. Viel überraschender war allerdings, dass der MBC Weißenfels eine Serie von sieben Niederlagen ausgerechnet beim Tabellenfünften in Crailsheim mit 82:77 beenden konnte. Der Drittletzte der Tabelle überraschte dabei mit dem Comeback des mittlerweile 36 Jahre alten Centers Djordje Pantelic, der seit fast drei Jahren kein BBL-Spiel mehr absolviert hatte und gleich 20 Minuten auf dem Feld stand. „Schön zu sehen, dass im Abstiegskampf noch richtig Feuer ist“, sagt Doreth. „Das wird auch bis zum Schluss so bleiben. Aber ich schätze trotzdem, dass sich auf den letzten Plätzen nichts mehr ändert.“ es

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