25. Heimattag der Fränkischen Schweiz Großer Festzug in Waischenfeld

Von Klaus Altmann-Dangelat

„Es ist ein wunderschönes Fest, ich bin überwältigt.“ Begeistert vom Umzug und den anderen Veranstaltungen des 25. Heimattages der Fränkischen Schweiz zeigte sich am Sonntagnachmittag Maria Eckert-Rosenberg, die Vorsitzende der gastgebenden Ortsgruppe des Fränkische-Schweiz-Vereins (FSV). Am großen Festzug durch Waischenfeld nahmen bei herrlichem Wetter 38 Gruppen und Musikkapellen  teil.

In Waischenfeld fand im Rahmen des FSV-Heimattages ein Festumzug statt. Im Bild die neu gegründete Kindertanzgruppe Waischenfeld. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Beim Rundgang durch den Ort entlang der Wiesent winkten die Kinder, Frauen und Männer aus den einzelnen Gemeinden den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand zu. Viele von ihnen hatten sich ein schattiges Plätzchen gesucht, während die Umzugsteilnehmer (viele davon in Tracht) der prallen Sonne ausgesetzt waren. Alle lächelten aber bis zum Schluss - auch die Fahnenträger und die Trommler der Musikgruppen, die ihr schweres Instrument vor sich hertragen mussten.

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Frau mit Brautkrone

Die Ruhe behielt auch eine junge Frau, die erhobenen Hauptes mit einer Brautkrone aus ihrer Region durch Waischenfeld lief. Die Frauen aus Pretzfeld, dem Hauptanbaugebiet für Kirschen in der Fränkischen Schweiz, hatten sogar reife Früchte für die Zuschauer dabei – Kirschen statt Kamelle also. Die Männer, von denen zahlreiche mit dem fränkischen Dreispitz im Zug mitmarschierten, lüfteten schon hin und wieder ihre Kopfbedeckung. Roland Rosenbauer aus Kunreuth hingegen behielt seine Fellmütze die ganze Zeit über auf. Für ihr Engagement für die Heimat und den Erhalt der Trachten bekamen die zahlreichen Menschen viel Beifall von den Zuschauern. Zu erwähnen ist noch, dass der Betzensteiner Bürgermeister Claus Meyer nicht in der Gruppe der Ehrengäste mitlief, sondern bei der Zeiserlfang-Fußgruppe. Die hielt er mit Zurufen wie „Haltung bewahren“ in der Formation.

Ökumenischer Gottesdienst

Die Zahl der Ehrengäste war groß, unter ihnen zwei Landräte: Hermann Hübner aus Bayreuth und Hermann Ulm aus Forchheim. Dessen Vorgänger Reinhardt Glauber ist mittlerweile der Vorsitzende des Fränkische-Schweiz-Hauptvereins. Glauber zeigte sich besonders beeindruckt vom ökumenischen Gottesdienst, den der evangelische Pfarrer Peter Zeh aus Kirchahorn in seiner fränkischen Mundart hielt. Der katholische Pfarrer Wolfgang Dettenthaler aus Waischenfeld stellte wiederum die Mundart in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Neue Kindertanzgruppe

Mundartgedichte sind wiederum das besondere Kennzeichen des Autors Walter Tausendpfund aus Pegnitz. Der pensionierte Gymnasiallehrer fungiert als Schirmherr und hielt in der Bürgerhalle die Festansprache. Zuvor hatten die Gastgeber noch eine Überraschung parat: Der FSV Waischenfeld hat eine Kindertanzgruppe gegründet, die zum ersten Mal auftrat. „Es war ein spontaner Einfall von mir“, so Maria Eckert-Rosenberg. „Ich habe vor kurzem die alten Trachten, die vor vielen Jahren für die noch jungen Burgmadla geschneidert worden waren, gefunden und habe mir gedacht, dass wir sie doch gut für eine Nachwuchs-Tanztruppe verwenden könnten.“

Den Heimattag rundeten eine Ausstellung der FSV-Arbeitskreise, ein Musikabend am Samstag sowie ein Kommersabend am Freitag ab, bei dem Anton Eckert den Festvortrag hielt.