Betriebsratsvorsitzender Holger Röhrs zeigte sich gegenüber dem Kurier „sehr überrascht, eigentlich geschockt“. Bei der Weihnachtsfeier im Dezember seien noch gute Zahlen präsentiert worden. Deshalb sei die jetzige Nachricht auch ohne Vorwarnung gekommen.

Wohl nicht umsonst heißt es in einem Brief des Dürr-Managements an die Mitarbeiter, der dem Kurier vorliegt: „Trotz der zu erwartenden ordentlichen operativen Ergebnisse des Konzerns in 2019 sind wir bei bestimmten Fertigungsaktivitäten angesichts der hohen Kosten in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig.“ Deshalb werde die Produktion aus Goldkronach auf internationale Fertigungspartner verlagert.

In dem gleichen Schreiben teilt das Konzern-Management auch die Schließung eines Standorts in Karlstein am Main bei Aschaffenburg mit 40 Mitarbeitern mit.

Für den Dürr-Konzern, der nach eigenen Angaben 16.500 Mitarbeiter an 112 Standorten in 34 Ländern hat, sei der Abbau von 24 Beschäftigten natürlich kein großes Thema, so Betriebsrat Röhrs. Unter diesen sei aber ein gutes Viertel schon älter.

Obwohl es sich bei den Betroffenen ausschließlich um Metallbauer, also Fachkräfte handle, sei fraglich, wer schnell wieder eine neue Stelle bekomme. Umso wichtiger sei es, jetzt für die Kollegen einen guten Sozialplan auszuhandeln. Dafür will sich der Betriebsrat einen Rechtsanwalt an die Seite holen.

Der Standort Goldkronach selbst bleibt bestehen, betont Dürr: Vertrieb, Engineering, Projekt Management und Service sollen erhalten bleiben, für die 82 Mitarbeiter in diesen Bereichen ändere sich nichts. Der Standort solle perspektivisch sogar ausgebaut werden: „Es ist geplant, in Goldkronach ein Competence Center für Lösemittelrückgewinnung im Lithium-Ionen-Geschäft zu etablieren.“

Holger Röhrs kommentiert das mit den Worten: „Diesen Ankündigungen müssen erst mal Taten folgen.“ Allerdings geht er nicht davon aus, „dass das jetzt der Beginn eines Sterbens auf Raten hier in Goldkronach ist“.

Auch Bürgermeister Holger Bär hat erst am Dienstag in einem Gespräch mit dem Standortleiter und einem Dürr-Vertreter von der Schließung der Fertigung bei LTB erfahren. „Ich war erst einmal geschockt“, sagt Bär.

Es sei Glück im Unglück, dass nicht der ganze Standort betroffen und ein Ausbau geplant sei. „Aber die 24 Stellen, die verloren gehen, sind 24 zu viel.“

Ob alle 24 Betroffenen entlassen werden, stehe nach seinen Informationen noch nicht fest. „Einige könnten möglicherweise im Bereich Service unterkommen.“

Was Betriebsrat Röhrs aber relativiert: „Das wird sicher nicht im großen Stil passieren.“