21 Distanztreffer Crailsheim verpasst den Dreierrekord nur knapp

Immer wieder zu spät kamen die Bonner (links Anthony DiLeo) gegen die Crailsheimer Distanzschützen. Jan Span (rechts) traf fünf seiner acht Dreierversuche. Foto: Imago Images

BASKETBALL. Da hat sich Medi Bayreuth vor zwei Wochen in Crailsheim scheinbar noch beachtlich aus der Affäre gezogen. Nach ihrem relativ knappen 83:76-Sieg zauberten die Merlins bei den Baskets Bonn wieder groß auf und erzielten mit 114:82 bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Bundesligasaison über 100 Punkte nach dem 108:92 zum Auftakt in Gießen.

Damit bleibt der Fast-Absteiger der vergangenen Spielzeit die große Überraschung und führt mit den etablierten Klubs aus München und Oldenburg mit jeweils 6:0 Punkten die Tabelle an. Weiterhin sieglos sind neben dem Medi-Team die Gießen 46ers und die BG Göttingen sowie die Frankfurt Skyliners, die erst heute bei Alba Berlin den dritten Spieltag abschließen.

Baskets Bonn – Merlins Crailsheim 82:114 (19:34, 21:33, 17:26, 25:21)

Als viel zu schnell erwiesen sich die Merlins für die Bonner, die in der Verteidigung zu keinem Zeitpunkt der Partie hinterherkamen und die höchste Heimniederlage ihrer 24-jährigen Bundesligazugehörigkeit kassierten. Einen weiteren Rekord verpassten die Crailsheimer, die ihre ersten 24 Punkte ausschließlich durch Dreier erzielten, überhaupt erst nach 8:24 Minuten zum ersten Mal von innerhalb der 6,75-Meter-Linie abschlossen und von dort lediglich zu vier ihrer 34 Zähler im ersten Viertel kamen, nur knapp. Mit am Ende 21 Dreiern hatten sie zwei weniger als Bayern München am 8. Februar 2015 in Tübingen. Sechs davon (bei acht Versuchen) gingen auf das Konto des 21-jährigen Kapitäns Sebastian Herrera, der auch mit 26 Punkten eine neue Karrierebestleistung aufstellte. Bedient war Bonns Trainer Thomas Päch: „Wir waren mental nicht auf der Höhe und haben nicht ansatzweise das gemacht, was wir machen möchten.“

DUNK.FM - Alle medi Bayreuth Basketball Spiele live im Audiostream

Punkte für Bonn: Subotic 14, Bartolo 11, Lischka 9, Breunig 8, Frazier 7, McKinney-Jones 7, Saibou 7, Simons 7, Zimmerman 6, A. DiLeo 4, De Oliveira 2; für Crailsheim: Herrera 26, Hawkins 19, Span 19, Morgan 11, Bleck 10, Russell 10, Jones 9, Ford 6, Kovacevic 4; Zuschauer: 4810.

Gießen 46ers – Hamburg Towers 75:79 (21:17, 25:19, 8:25, 21:18)

Nach den beiden klaren Niederlagen in München und gegen den MBC stellte Aufsteiger Hamburg mit dem ersten Bundesligasieg der Vereinsgeschichte seine Erstligatauglichkeit unter Beweis. Dabei präsentierten sich die Towers in Gießen unbeeindruckt von einem 36:46-Pausenrückstand. Nach dem Seitenwechsel drehten die Gäste auf, gewannen das dritte Viertel mit 17 Punkten Unterschied und konnten sich in einem heißen Endspurt auf Marvin Ogunsipe verlassen: Der Neuzugang aus München sammelte wichtige Punkte und Rebounds, sein Block gegen Teyvon Myers verhinderte 22 Sekunden vor Schluss den Ausgleich der Hausherren zum 75:75.

Punkte für Gießen: Brown 22, Myers 17, Thomas 15, Petrasek 9, Bryant 5, Gray 5, Pjanic 2; für Hamburg: Franke 19, Beech 13, Walker 13, Ogunsipe 12, Schaffartzik 9, Powell 5, Ju. Hollatz 3, Ibeh 3, Freese 2; Zuschauer: 3187.

BG Göttingen – Rasta Vechta 72:77 (24:19, 18:23, 10:22, 20:13)

Auch Vechta hat vor dem Heimspiel am kommenden Freitag gegen Medi Bayreuth (20.30 Uhr) den ersten Saisonsieg eingefahren. Das Überraschungsteam der vergangenen Spielzeit entschied das Kellerduell in Göttingen im dritten Viertel für sich, das es nach ausgeglichener erster Hälfte (42:42) mit zwölf Punkten Unterschied gewann. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht genug Intensität in der Verteidigung gezeigt und Göttingen nur zu zwei Ballverlusten gezwungen“, sagte Vechta-Coach Pedro Calles. „Im dritten Viertel hat sich die Situation dann geändert, weil wir verstanden haben, dass wir eine gute Verteidigung benötigen, um auch im Angriff gut zu sein.“

Punkte für Göttingen: Lasisi 15, Allen 11, Hundt 11, Mönninghoff 10, Lockhart 8, Andric 7, Kramer 5, Osetkowski 3, Carter 2; für Vechta: Young 20, Vasturia 14, Wainright 11, Murphy 10, Simpson 10, Garcia 7, M. DiLeo 5; Zuschauer: 3024.

Baskets Oldenburg – Riesen Ludwigsburg 83:78 (25:22, 25:16, 18:17, 15:23)

Die selbst noch ungeschlagenen Oldenburger brachten den Riesen die erste Saisonniederlage bei. „Das Ergebnis gibt nicht unbedingt den Spielverlauf wieder“, meinte Baskets-Coach Mladen Drijencic. „Sowohl offensiv als auch defensiv haben wir über weite Strecken das Spiel kontrolliert.“ Man habe Lehren aus der Eurocup-Niederlage bei Galatasaray Istanbul (79:92) gezogen: „Mehr Stabilität im Spiel, mehr Physis und eine bessere Kontrolle über die Entscheidungen auf dem Feld. Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung.“ Für Ludwigsburgs US-Allrounder Nick Weiler-Babb war die Partie nach einer Fußverletzung vorzeitig beendet.

Punkte für Oldenburg: Boothe 25, Schwethelm 15, Mahalbasic 10, Paulding 9, Sears 8, Tadda 6, McClain 5, Hobbs 3, Blakes 2; für Ludwigsburg: Carrington 21, Smith 15, Leissner 14, Weiler-Babb 7, Wohlfarth-Bottermann 6, von Fintel 6, Caisin 5, Brase 2, Konga 2; Zuschauer: 5823.

Mitteldeutscher BC – Brose Bamberg 96:99 n.V. (17:22, 25:17, 22:31, 24:18, 8:11)

Auch gegen den neunfachen Meister legten die Weißenfelser einen starken Auftritt hin. Das unterstrich auch Bambergs Bester, Louis Olinde: „Wir wussten, dass es schwer wird, da der MBC in diesem Jahr ein gutes Team ist. Wir haben unser Bestes gegeben, aber wir müssen konzentrierter bleiben. Da muss man dann auch einfach den Killerinstinkt haben und mit zehn oder mehr wegziehen.“

Punkte für MBC: Gbinije 25, Warren 19, Kajami-Keane 17, Micovic 17, Kerusch 9, Jackson 4, Novak 2, Turudic 2, Zylka 1; für Bamberg: Olinde 21, Marei 18, K. Taylor 12, McLean 10, Lee 9, Sengfelder 9, Carrera 8, Harris 6, Weidemann 4, Stuckey 2; Zuschauer: 2200.

FC Bayern München – Löwen Braunschweig 75:62 (23:13, 20:16, 21:19, 11:14)

Zwei Tage nach der Euroleague-Niederlage bei ZSKA Moskau gewann Bayern München ohne Probleme auch sein drittes BBL-Spiel gegen die zuvor überzeugenden Braunschweiger. Der amtierende Meister zog den Löwen mit einem Blitzstart zum 23:5 (7.) schon den Zahn und lag dann zwischenzeitlich sogar mit 23 Punkten vorne (58:35/27.).

Punkte für München: Barthel 14, Djedovic 11, Monroe 11, Zipser 10, Lo 9, Lucic 6, Flaccadori 5, King 4, Nelson 2, Radosevic 2, Lessort 1; für Braunschweig: Mushidi 15, Eatherton 9, Pwono 9, Releford 8, Jallow 7, Marelja 7, Lawson 4, Klepeisz 3; Zuschauer: 4746.

 

0 Kommentare

Kommentieren

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading