20 Oberpfälzer Opfer des Seilbahnunglücks von Kaprun „Ein Tag der Traurigkeit“

Amberg/Vilseck. Es war der 11. November 2000. Beim Seilbahnunglück von Kaprun sterben 155 Menschen, darunter 20 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, überwiegend aus Vilseck und Hahnbach, aber auch aus Sulzbach-Rosenberg und Rieden. Erstickt oder verbrannt im Tunnel.

Vor dem Rathaus in Vilseck legen Buerger am Sonntag 19.11.00, waehrend des Gedenkgottesdienstes der Seilbahnopfer von Kaprun, Kerzen und Blumen ab.
Peter Roggenthin
 Quelle: Unbekannt

Den Jahrestag nimmt Landrat Richard Reisinger zum Anlass, an die Verstorbenen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach zu erinnern. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Es war eine Tragödie, die man sich nur schwer vorstellen kann. Auch 20 Jahre nach dem Unglück ist es heute ein Tag der Traurigkeit“, beschreibt Reisinger die Emotionen. „Die Wunden von damals sind noch längst nicht bei allen verheilt“.

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Katastrophe im Tunnel

Eine 49-köpfige Gruppe des Skiclubs Unterweißenbach hatte sich einen Tag vor der Katastrophe auf den Weg nach Österreich gemacht, um in Kaprun Ski zu fahren. An jenem verhängnisvollen Morgen des 11. November 2000 fahren deshalb viele von ihnen mit der Seilbahn Richtung Bergstation. Doch dort sollen sie nicht ankommen. Es kommt zur Katastrophe: In der Seilbahn bricht ein Feuer aus. Die meisten Menschen sterben, nur zwölf entkommen dem Tod, heißt es in einem Rückblick des Landratsamtes.

Viele Waisen

„Die Gletscherbahnkatastrophe hat viele junge Menschen aus dem Leben gerissen. Zurück blieben Familienangehörige: Eltern, die um ihr Kind trauern, Männer und Frauen, die ihren Ehepartner verloren haben, oder Kinder, die von heute auf morgen keine Mama oder keinen Papa mehr haben, oder Kinder, bei denen sogar beide Elternteile ums Leben gekommen sind“, so Reisinger. Schicksalsschläge, die vor 20 Jahren den damaligen Landrat Hans Wagner und seine Frau Irene tief bewegten. Auf seine Initiative hin wurde 2001 die Waisenstiftung Kaprun ins Leben gerufen. Mit den Spendengeldern wurde den Kindern der Opfer aus dem Landkreis finanziell unter die Arme gegriffen.

Mit Bravour

Noch heute treffen sich fast jedes Jahr kurz vor Weihnachten der Stiftungsvorstand und die Waisen. Die Jüngste von ihnen ist heute 23 Jahre alt. „Sie alle haben bis heute ihr Leben mit Bravour gemeistert“, freut sich Richard Reisinger. „Mit der Waisenstiftung konnten wir einen kleinen Beitrag leisten – finanzieller Art – wichtig war aber auch die seelische und persönliche Unterstützung aus dem familiären Umfeld der Hinterbliebenen“, betont der Landrat. Die Stiftung kümmert sich noch heute um Waisenkinder aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. ⋌red