2. Fußball-Bundesliga Der 1. FC Nürnberg zündet den Tor-Turbo

Den Verbleib von Trainer Miroslav Klose feiert der 1. FC Nürnberg mit einem 5:1-Heimsieg gegen den Karlsruher SC. Zwei Spieler drücken dem Spiel den Stempel auf.

Nicht zu stoppen war der Dreifachtorschütze Mohamed Ali Zoma (rechts) und der 1. FC Nürnberg am Freitagabend gegen den Karlsruher SC. Foto: Daniel Löb/dpa

Die wichtigste Frage hatte der 1. FC Nürnberg schon unter der Woche geklärt: Mit der Vertragsverlängerung von Trainer Miroslav Klose endete eine wochenlange Hängepartie. Der Verbleib des früheren Nationalstürmers am Valznerweiher sollte auch ein Zeichen setzen. Ein Zeichen zum richtigen Zeitpunkt, denn in der 2. Bundesliga kann sich der Club noch längst nicht in Sicherheit wiegen. Zumindest bis vor dem wichtigen Duell gegen den Karlsruher SC am Freitagabend.

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Doch auf Kloses vertragliches Zeichen folgte einen Tag später aber auch ein sportliches: Im Freitagabendspiel besiegte der FCN den KSC souverän mit 5:1 (3:0) – und blickt nach drei Spielen ohne Sieg wieder nach oben. Die Partie gegen den zuletzt stark strauchelnden KSC war eine Mischung aus Glanzstück und Arbeitssieg – mit einigen Matchwinnern: Im Zentrum stand dabei aber Julian Justvan, der mit seinem Blitz-Doppelpack Mitte der ersten Halbzeit (25./28.) den Weg zu den drei Punkten ebnete. Er war der Türöffner zum zweiten Heimsieg in diesem Jahr. 

Justvan war auch deshalb ein entscheidender Faktor, weil er in einer intensiven, aber von Ungenauigkeiten geprägten ersten Hälfte eine Effektivität ins Nürnberger Spiel brachte, die das Team zuletzt vermissen ließ. Anders ausgedrückt: Der Club-Tor-Turbo zündete auch, weil jede Chance auch zu einem Treffer führte. „Wir sind glücklich, dass wir heute so effektiv waren“, freute sich auch Klose, der darin auch einen Unterschied zu den vorherigen Spielen sah. „Da hätten wir auch öfter in Führung gehen können.“ Diesmal klappte es – und der Club blieb auch dran. 

Dabei hatte Klose gerade auch seine Offensive vor dem Spiel stark verändern müssen: Der Club-Coach brachte insgesamt fünf Neue in der Startformation im Vergleich zur Niederlage in Paderborn. Piet Scobel, der laut Klose unter der Woche einen Tag krankheitsbedingt fehlte, rotierte auf die Bank. Für ihn beginnt der routinierte und physisch starke Adriano Grimaldi. Das ändert auch die Statik im Angriff: Mit Grimaldi als klassischem Zielspieler nahm Mohamed Ali Zoma genau die Rolle als „hängende Spitze“ oder ausweichender Angreifer einnehmen, die Klose in der Pressekonferenz als Zomas große Stärke hervorgehoben hatte.

Und Zoma war an vier Treffern beteiligt: Beim Führungstreffer eroberte er einen Befreiungsschlag. Aus dem Ballbesitz heraus kam erst Grimaldi und im zweiten Versuch dann Justvan zum Abschluss. Karlsruhes Abwehr war nach dem Gegentreffer völlig von der Rolle, ließ dem Club viele Räume, die Justvan und eben Zoma (41.) zur sicheren 3:0-Pausenführung gegen offensiv über weite Strecken harmlose Badener nutzten.

Der Club nutzt seine Chancen

Ein Abend, wie ihn sich die Club-Fans nicht hätten besser vorstellen können. Während KSC-Coach Eichner zur Pause gleich dreimal wechselte, stellten sich die FCN-Fans unter den 29.378 Zuschauern auch nach der Pause auf eine Fortsetzung des Effektivitäts-Feuerwerks ein. Was würde noch schiefgehen können? Nichts! Denn der Club machte genau dort weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte: Justvan war im Strafraum nicht zu stoppen. Er legte für Zoma auf, der zum 4:0 traf (50.). Dass Rafael Lubach und Finn Becker fehlten, war gegen nun völlig verunsicherte Gäste nicht mehr zu spüren.

Ein Foul von von der Hitz im Strafraum brachte die Gäste aber wieder zurück ins Spiel: Wanitzek verwandelte den Foulelfmeter sicher (58.) und brachte die Gäste wieder zurück ins Spiel. Plötzlich kam der KSC wieder zu Abschlüssen. Doch zittern musste der Club nicht mehr. Denn es reichte wieder eine Aktion, um die Partie endgültig zu entscheiden: Berkay Yilmaz flankte unbedrängt, Zoma lief genauso unbehelligt von der Gäste-Defensive ein und köpfte zum 5:1 ein (65.). „Mit so einem Abwehrverhalten ist es nicht möglich, in dieser Liga Punkte zu erspielen“, sagte KSC-Coach Christian Eichner über das Defensivverhalten seines Teams, das „nicht zweitliga-tauglich war“. 

Die Luft war damit raus aus der Partie. Der Club brachte den Sieg souverän über die Zeit – und hatte sogar noch Zeit, die Torschützen und ihren Trainer mit Standing Ovations zu feiern. Ein „richtig guter Abend“ war es, wie es Klose nannte. Dank der drei Zähler hat Nürnberg schon sechs Punkte Vorsprung vor dem Abstiegsrelegationsplatz.