280 Kilogramm Mörtel, ein bisschen Plastik und zwei Schwimmkörper – aus mehr besteht das Wettkampfkanu der Zapf-Azubis nicht. Hört sich verdammt schwer an für ein fast fünf Meter langes Boot. Professionelle Wettkampfkanus in dieser Länge wiegen zwölf Kilogramm. Das ungewöhnliche Kanu muss am Samstag beweisen, dass es schneller ist als das der Beton-Kontrahenten und auch besser durch einen Slalomparcours zu führen ist. Kann das gutgehen? Wird so ein Klotz überhaupt schwimmen? Zugegeben, es sieht wie ein echtes Kanu aus, nur in Grau und etwas dicker. „Klar schwimmt es, das Kanu kann sogar bis zu einer Tonne an Gewicht tragen“, sagt Kevin Kellner (19), Betonfertigbauer im dritten Lehrjahr. „Als wir die Boote zum ersten Mal zu Wasser gelassen haben, haben echt alle gezittert“, sagt sein Mitpaddler Fabian Söllner (16).

Insgesamt arbeiteten 17 Auszubildende aus allen Bereichen des Unternehmens zusammen, um die zwei Kanus zu konstruieren. „Sonst kommt man gar nicht mit den anderen Azubis in Kontakt“, sagt Beatrice Schoderer (18),

Industriekauffrau im zweiten Lehrjahr. Auf die gemeinsame Arbeit ist die Ausbildungsleiterin Ingrid Krauß besonders stolz. „Die Idee kam von einem Azubi. Wie sich jetzt alles entwickelt hat, ist super“, sagt sie. Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist nicht selbstverständlich. Von den 117 antretenden Teams sind nur fünf Azubimannschaften dabei. „Die werden ja sonst bei der Arbeit gebraucht. Das heißt, dass sie sieben Wochen für den Kanubau bekommen haben“, sagt die Ausbildungsleiterin. Außerdem werden die Kosten von der Firma getragen.

Die meisten Teams sind Studenten, die mehr Zeit für das Projekt haben. „Wir haben sogar freiwillig an Samstagen an den Booten gearbeitet und trainiert“, sagt Fabian Kocur (16). An einem kleinen Teich neben dem Fertigungsgelände der Firma wurden die Boote „Mörtel Queen“ und „Mörtel Mary“ zu Wasser gelassen. Die Queen ist ungefähr 20 Kilogramm leichter als Mary. „Ungefähr zehnmal konnten wir bis jetzt schwimmen“, sagt Beatrice. Das größte Problem war anfangs, dass die Boote nicht geradeaus fuhren. „Sie sind natürlich etwas schief geworden, wir haben so etwas noch nicht gemacht. Wir mussten erst die richtige Paddeltechnik finden“, sagt Fabian.

Trotz der geringen Erfahrung schätzen die Azubis ihre Chance gut ein. „Wir wollen gewinnen, aber ein Platz im Mittelfeld sollte auch okay sein“, sagt Kevin Kellner.

Für die nötige Unterstützung ist gesorgt. Die 17 Bootbauer fahren schon einen Tag vorher nach Nürnberg an den Dutzendteich. Und am Samstag kommen noch 20 andere Azubis und Mitarbeiter zum Anfeuern.